Abbott Laboratories: Ein Fels in der Corona-Brandung

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Zahlreiche Medizinaktien überzeugen derzeit mit hoher Krisenresistenz. Eine davon ist Abbott Laboratories. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Zu den besten Branchen des ersten Quartals zählen Medizinaktien, vor allem, wenn die Unternehmen auch noch mit Produkten gegen das Coronavirus punkten können. Ein gutes Beispiel dafür ist Abbott Laboratories, deren Corona-Schnelltest kürzlich genehmigt wurde. Die Aktie hat im ersten Quartal kaum an Wert verloren.

Unternehmensportrait

Abbott Laboratories ist ein breit diversifizierter US-Gesundheitskonzern mit den Geschäftsbereichen Medizintechnik, Diagnostik, (medizinische) Ernährung und Arzneimittel (Generika). Der Konzern beschäftigt gut 100.000 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte in 160 Ländern. Die größte Sparte Medizintechnik umfasst u.a. minimal-invasive medizinische Geräte für die Behandlung von Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Gefäßerkrankungen.

Vom Gesundheits-Mischkonzern zum Medizintechnik- und Diagnostik-Unternehmen

Seit einigen Jahren befindet sich Abbott Laboratories im Umbruch: Seine Pharmaforschung hat der Konzern bereits 2013 in das unabhängige Tochterunternehmen AbbVie überführt. 2014 wurden zudem Teile des Generika-Geschäfts außerhalb der USA verkauft.

Mit dem eingenommenen Geld tätigte das Unternehmen 2 große Übernahmen: den Medizintechnikkonzern St. Jude Medical (25 Mrd. US-Dollar) und den Diagnostik-Spezialisten Alere (5 Mrd. US-Dollar). Der Trend geht also weg vom Gesundheits-Mischkonzern, hin zum Medizintechnik- und Diagnostik-Konzern.

Corona-Schnelltest erhält grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde

Die Diagnostik-Sparte sorgte zuletzt für positive Schlagzeilen. So hat die US-Gesundheitsbehörde dem neuen Corona-Schnelltestverfahren von Abbott die Zulassung erteilt, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Statt in einigen Stunden (wie bisherige Testverfahren) ermittelt der neue Schnelltest innerhalb von 5 Minuten, ob eine Probe mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert ist.

Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Das dazu benötigte Analysegerät hat nur etwa die Größe eines Toasters und ist somit viel kleiner und handlicher als übliche Geräte. Damit kann es vor Ort in Krankenhäusern aufgestellt werden und der zeitaufwändige Transport der Proben entfällt.

Aktie hat sich im Corona-Crash gut behauptet

Im 1. Quartal musste die Abbott-Aktie lediglich ein Minus im einstelligen Prozentbereich einstecken. Damit konnte sich der Wert weit überdurchschnittlich gegen den starken Abwärtstrend am Gesamtmarkt behaupten.

Erstens trägt sicherlich die Branchenzugehörigkeit zu der erhöhten Krisenresistenz bei. Die Medizinbranche ist von der drohenden Rezession weitaus weniger betroffen als zyklische Branchen. Zweitens sorgte zuletzt die Meldung über die Zulassung des Corona-Schnelltests für einen deutlichen Kursanstieg.

Weiterhin gutes Chance/Risiko-Verhältnis – selbst in der Krise

Auch auf längere Sicht weist die Aktie von Abbott Laboratories eine recht beständige Aufwärtsentwicklung auf. Mir gefällt das Chance/Risiko-Verhältnis. Anleger, die keine hohen Risiken eingehen möchten, ermöglicht der solide aufgestellte Gesundheitskonzern ein langfristig entspanntes Investieren.

Und wenn Abbott den eingeschlagenen Weg der stärkeren Ausrichtung auf die Bereiche Medizintechnik und Diagnostik weiter verfolgt, könnte der Konzern auf Dauer sowohl sein Wachstumstempo steigern als auch eine höhere Bewertung an der Börse abrufen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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