Absolute Sicherheit: Geldanlage-Falle in der Krise

Die Falle: ein Finanzmagazin empfahl ein neues Depot gegen die Finanzkrise.

Dabei achtete die Redaktion besonders auf „Währungssicherheit“, angeblich.

Insgesamt befinden sich in diesem so sicheren Depot fünf Staatsanleihen, die Ihnen helfen sollen, über die Krise hinwegzukommen. Dies ist ein Musterfall, vor dem wir warnen – mit einer besonderen Empfehlung.

Musterhaft ist das Depot, weil die Annahmen über Staatsanleihen zeigen, wie wenig die Krise in den Analysen verändert hat. Im Einzelnen: Staatsanleihen werden immer noch als sicherer wahrgenommen, als sie sind.

Depot ist ein Rendite-Desaster

Das vorgestellte Depot ist ein Rendite-Desaster erster Güte. Wir meinen, dass keine einzige der Anleihen sich in einem Sicherheits-Depot finden sollten. Sehen Sie sich die einzelnen Anlagen an:

  • Deutsche Staatsanleihen bringen bei einer Laufzeit bis Dezember 2012 -0,05% Rendite
  • Schweizer Anleihen mit einer Laufzeit bis Februar 2013 kommen auf eine Rendite von -0,14%.
  • Die US-Anleihen des Depots mit einem Jahr Laufzeit schaffen es in den positiven Bereich: 0,17%.
  • Japanische Anleihen spülen eine Rendite von 0,11% in die Kassen der Investoren
  • Schließlich empfiehlt die Redaktion Großbritannien: Anleihen aus London mit einer Laufzeit von nur noch einem halben Jahr(!) bringen eine Rendite von 0,38%.

Wenn Sie alle Anleihen zusammenfassen, kommt eine Gesamtrendite von ungefähr 0,1% dabei heraus – bei einer Laufzeit von einem Jahr. Das Hauptargument für die Empfehlung ist die Währungssicherheit durch „Streuung“.

„Sicherheit“ durch Streuung

Die scheinbare Sicherheit aber existiert nicht. So haben Sie theoretisch fünf verschiedene Währungen im Depot. Faktisch aber sieht die Welt im schlimmen Krisen-Fall ganz anders aus:

Pfund, Dollar und Euro sind gleichzeitig gefährdet. Der Schweizer Franken verliert seit Jahr und Tag ebenso wie die westlichen Währungen gegenüber Gold. Wenn es zu einer „Lösung“ der Krise kommt – einem ausgewachsenen Crash – wird die weltweite Währungskonstellation neu aufgemischt.

Die alten „Währungen“ und deren Sicherheit sind dann Geschichte. Bleibt dieser „Crash“ aber aus, ist das Depot komplett sinnlos. Renditen von 0,1% sind nach Abzug der Steuern ein reiner Verlustbringer. Das Depot hat einen weiteren Nachteil:

Sie können die Anleihen über die Börsen kaum verkaufen. Daher sind Sie zusätzlich vergleichsweise illiquide – ein weiteres Krisenhindernis.

GeVestor meint: die Autoren des Beitrags zitieren Bill Gross, Chef des größten Renten-Fonds der Welt. Der meint, wir müssten uns alle an niedrigere Renditen gewöhnen. Wir meinen: nein.

Sie müssen sich nicht an negative Renditen „gewöhnen“. Staatsanleihen passen nicht zur Strategie, positive Renditen zu erwirtschaften. Verkaufen Sie diese Papiere, reduziert sich Ihr Risiko. Falls Sie Währungssicherheit suchen, erhöhen Sie den Goldanteil des Vermögens auf 15%.

Gold ist als Währung überall und jederzeit anerkannt – das ist die größte Sicherheit derzeit.

8. Dezember 2011

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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