Abstieg! Der DAX auf dem Weg in die 2. Liga

Im direkten Vergleich verliert der DAX das Duell gegen den S&P 500 eindeutig. Der DAX hatte viele Chancen, aber konnte sie einfach nicht verwandeln. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der DAX hat eine sehr durchwachsene Woche hingelegt. Was zuerst nach einer Rallye aussah, endete in einer breiten Seitwärtsphase. Wer intraday nach Trades gesucht hat, wird sich in der Regel bald verabschiedet haben. Bei solch einem „Schreddermarkt“ kann der Trader auch einmal eine Auszeit nehmen. Es geschieht es kaum etwas.

S&P 500 im direkten Vergleich zum DAX

Für die US-Indizes – allen voran den S&P 500 – lief diese Woche sehr gut. Am Ende steht wohl ein Plus von über 2 Prozent da, während der DAX ein leichtes Minus aufweist.

Vergleichen wir einmal die beiden Indizes direkt im Chartverlauf in dieser Woche. Blau ist der DAX.

Wie sie sehen, konnte sich der S&P 500 wesentlich vom DAX trennen und seine Chancen verwandeln. Über 2 Prozent im Plus, auf Jahressicht immerhin noch 3 Prozent vorne – davon können DAX-Anleger aktuell nur Träumen. Auf Jahressicht liegen wir hier 11 Prozent im Minus, denn wir notieren etwa 1.200 Punkte unter dem Jahresstart im DAX. Auch mittelfristig sieht der deutsche Aktienindex deshalb aus, als würde nicht gewinnen können.

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Zur Champions League der großen Indizes sollten nur die zählen, die in einem bullischen Börsenumfeld auch in der Lage sind Treffer zur erzielen. Das schafft unser DAX aber seit geraumer Zeit nicht mehr. Das Hoch haben wir zuletzt Ende Januar erlebt. Seitdem driftet der DAX seitlich bis abwärts. Und nicht einmal diese Woche konnte er sich an dem Aufwind beteiligen. Erneut haben die US-Indizes ihn alt aussehen lassen und ausgekontert.

Was bedeutet das für die Jahresendrallye?

Der DAX bleibt weiterhin angeschlagen. Wer gute Chancen auslässt, wird zwangsweise absteigen. Dass der DAX bis Ende des Jahres Richtung 13.000 Punkte läuft, ist etwa so wahrscheinlich, wie dass das Spiel Dortmund gegen FC Bayern am Samstag 0:0 ausgeht. Ich habe nachgeschaut: Das gab es laut Statistik übrigens in 119 Duellen nur 6 Mal.

Es scheint so, als würde irgendetwas den DAX nach unten ziehen. Aus dieser misslichen Lage heraus wirken auch die 12.000 Punkte schon schier unerreichbar. Machen Sie sich deshalb gefasst, dass der DAX mit seinem Schreddermarkt vielleicht sogar nur die 11.860 Punkte anlaufen kann und wir das dann als Jahresendrallye verbuchen müssen.

Im Moment fehlt hier eindeutig der Antrieb und die Bullen nehmen scheinbar auch sofort Gewinne mit, so dass die Kurse gar nicht groß steigen können. Sollten wir dennoch nächste Woche über 11.650 Punkten notieren, wäre dies ein gewaltiger Schritt nach Norden. Ansonsten werden wir wohl weiterhin diesen Bereich als oberen Widerstand sehen und Richtung Süden eventuell noch die 11.300 Punkte mitnehmen. Danach kann es dann wieder nach oben gehen. Allerdings braucht der DAX jetzt ein Signal von außen. Aus eigener Kraft wird hier wenig geschehen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.