Absturz im DAX! Sind Sie bereit für den Boden?

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Der DAX ist weiterhin im Abwärtsmodus und am Freitag haben wir ein neues Gap gerissen. Das übergeordnete Ziel sind die 11.100 Punkte, wenn der DAX weiter Schwäche zeigt. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Da ist endlich der Impuls, auf den wir gewartet haben. Trump möchte jetzt gerne auch von Mexiko Zölle kassieren. In der Praxis zwar eher von US-Unternehmen, die in Mexiko produzieren, aber seine Wähler sind begeistert. Die wenigstens denken hier scheinbar mehr als zwei Meter geradeaus. Spätestens im eigenen Geldbeutel werden sich diese ganze Zölle bemerkbar machen. Ob dann immer noch alle jubeln?

Dass braucht uns aktuell aber nicht zu interessieren. Viel wichtiger ist, wohin die Reise des DAX geht. Über den Vatertag gab es gewaltiges Gap nach unten. Zuvor notierten wir noch bei gut 11.900 Punkten. Aktuell hat der DAX den wichtigen Bereich bei 11.750 Punkten nach unten durchschritten. Damit haben wir auch quasi das Gap von Anfang April geschlossen, wenngleich ein neues entstand.

Eingezeichnet im Tageschart seit Jahresbeginn habe ich Ihnen die Fibonacci-Level. Bei rund 11.612 Punkten wäre das 38er Retracement im Angebot. Dieses vermeintliche erste Ziel hat der DAX heute quasi schon abgearbeitet. Doch wie lange geht der Absturz über den Sommer hinweg?

Fallen wir noch weiter, ist am Ende das 62er Retracement das übergeordnete Ziel. Im Bereich um 11.100 Punkte können die Kurse dann wieder nach oben drehen. So viel Distanz ist das gar nicht. Wir liegen derzeit schon 700 Punkte unter dem Jahreshoch! Da fehlen jetzt nur noch gut 600 Punkte und wir wären am möglichen Ziel laut Fibonacci angekommen.

Sell in May 2019 korrekt

Tja, das war der Mai. Von 12.435 Punkten ging es runter auf 11.662. Es war letztlich auch eine überfällige Korrektur, schließlich lief der Markt seit Januar steil nach oben und konnte über 2.100 Punkte zulegen.

Wenn die Bullen jetzt stark sind, kommt der Dreher schon bei der 11.610er Marke. Heute sieht es schon einmal so aus. Theoretisch könnten wir diese Woche sogar noch intraday das Gap bei 11.526 Punkten schließen und dann wieder nach oben steuern. Doch das muss schnell gehen, sonst droht die Gesamtlage zu weiter zu kippen.

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DAX stärker als US-Märkte

Die US-Börsen sehen derzeit ähnlich negativ aus. Auch wenn der DAX in den letzten Tagen etwas stabiler war. Dagegen wird er sich nicht wehren können, wenn die USA weiter nach unten drücken.

Achten Sie also darauf noch nicht ins fallende Messer zu greifen. Sobald der DAX wieder über 11.850 Punkten notiert – auf Tagesschlusskursbasis – wird die Aussicht freundlicher. Über 12.000 noch mehr, weil dann auch der aktuelle Abwärtstrend gebrochen wäre.

In Vorwahljahren macht der DAX übrigens im Mai meist einen Rücksetzer und startet dann ab Mitte Juni wieder voll durch. Aktuell spricht noch nichts dagegen. Die geopolitischen Probleme sind von Trump gemacht und er kann sie auch lösen und die Aktien wieder gen Norden schicken. Allzu sehr wird er die Kurse kaum fallen lassen.

Wer ist so verrückt und spricht jetzt von einem Boden im DAX?

Ich. Also natürlich ist der doch nicht bestätigt, aber es gibt eine gute Chance. Was aber für einen Boden spricht, ist die Verkaufspanik der Kleinanleger. So wurden offenbar ein Drittel der Anleger völlig vom Abverkauf überrascht. Die lesen wohl alle nicht diesen Newsletter. Immerhin 9 Prozent haben sogar auf fallende Kurse gesetzt. Letztlich herrscht aber eine große Verunsicherung bei den Anlegern. Ähnlich groß, wie Ende Dezember, als die Märkte richtig absackten.

Und genau das bietet jetzt die Chance auf eine Bodenbildung. Einerseits haben wir das untere Ende des Trendkanals getestet. Anderseits liegt hier das 38er Retracement der Aufwärtsstrecke seit Januar. Zusätzlich als Bonus herrscht endlich Panik bei den Anlegern. Was wollen Sie als cleverer Börseninvestor denn mehr? Wer jetzt wieder einsteigt, kann sich zumindest nicht vorwerfen, dass es keine Gründe für den Kauf gab. Im Gegenteil.

Natürlich kann Trump mit einem Tweet die Kurse wieder Richtung Süden schicken, jedoch überwiegen aktuell die Vorteile der Antizykliker. Der Angst- und Gier-Indikator des S&P 500 liegt bei 23 Prozent. Damit sind wir im Angst-Bereich. Grund genug, dass die Kurse bald wieder ansteigen können.

Fazit

Noch ist etwas Luft nach unten. Die Woche und auch die nächste können also durchaus noch holprig werden. Doch tendenziell stehen die Vorzeichen für den Juni besser als noch vor einer Woche. Jetzt müssen die Bullen beweisen, dass sie genügend Mumm haben, uns und die Märkte über den Sommer zu retten.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.