Absturz im VDAX: Signal für fallende DAX-Kurse?

Der VDAX beschreibt die Volatilität im DAX:

Schwanken die Kurse im Aktienindex stark, so zeigt der VDAX hohe Wert. Tritt der DAX förmlich auf der Stelle, gehen die Kurse das VDAX in den Keller.

Sie können diesen Wert auch mit den Promille eines Autofahrers vergleichen:

Ist er konzentriert und nüchtern, fährt er geradeaus (VDAX = 0). Ist er dagegen betrunken, zieht er Schlangenlinien und schwankt (VDAX = hoch).

VDAX als Frühindikator für den Crash

Zum Vergleich:

Der VDAX hat sich in den vergangenen 5 Jahren hauptsächlich im Bereich zwischen 15 und 30 Punkten bewegt. Sein letztes Hoch hatte er im Juni 2016 bei knapp 40 Punkten.

Das Mehrjahres-Tief verlief bei rund 12 Punkten und stammt vom 4. Juli 2014.

Genau an diesem Tag prallte der DAX zum 3. Mal innerhalb weniger Wochen an der 10.000 Punkte-Marke nach unten ab.

Die Volatilität war zu diesem Zeitpunkt also auf dem Tiefpunkt. Diese geringe Bewegung im Markt sollte der Startschuss für einen baldigen Abverkauf sein.

Eingeläutet wurde dies mit einem neuen Tiefpunkt im VDAX. Es dauert nur gut 1 Monat:

Am 11. August 2014 war der DAX auf etwa 8.900 Punkte gefallen – das sind 10% Verlust in 5 Wochen! Nach einer kleinen Erholung ging es im Oktober 2014 sogar runter bis auf 8.350 Punkte.

Aktuell haben wir VDAX-Werte um die 12 Punkte. Am Freitag waren es sogar 10,73 im Tief! Das ist ein Mehrjahres-Tief und könnte vor kommendem Unheil warnen.

Was spricht gegen einen baldigen Kursverlust im DAX?

Zum Glück gibt es relativ viele Anzeichen dafür, warum der Tiefpunkt im VDAX noch kein Omen für die nächste DAX-Apokalypse ist.

Schließlich haben wir bereits mehrere Tage die 12.000 Punkte hinter uns gelassen.

Wir sind zwar nur wenige Punkte davon entfernt, aber immerhin gibt es derzeit konstant Schlusskurse über dieser Marke.

Außerdem verläuft der DAX stabil über seinen Aufwärts-Trendlinien. Im Tageschart spitzt sich das zwar allmählich zu, aber es gibt auf jeden Fall noch keinen Bruch von Trendlinien.

Insofern dürfen Sie als Anleger zwar schon langsam eine Augenbraue hochziehen, aber dennoch weiterhin ruhig schlafen.

Der VDAX ist nur einer von vielen Signalgebern, warum der DAX abstürzen könnte. Die anderen Signale halten sich derzeit noch bedeckt oder sorgen vielmehr für Optimismus.

Ausschlaggebend beim VDAX ist nämlich eines: Wir wissen noch nicht, ob wir schon das derzeitige Tief gesehen haben.

Es kann durchaus sein, dass die Volatilität weiterhin niedrig bleibt und vielleicht sogar noch weiter fällt.

Deshalb reicht es, wenn Sie die Information im Hinterkopf behalten, dass wir uns momentan in sehr schwankungsarmen DAX-Zeiten befinden.

Volatilität mit Optionen handeln

Beim Optionen-Handel können Sie natürlich auch auf die Schwankungs-Breite des Marktes setzen.

Beispielsweise werden seit 2006 Optionen auf den CBOE Volatility Index kurz „VIX“ in Chicago gehandelt. Der VIX bildet die erwartete Schwankungs-Breite des S&P 500 ab.

Selbst die Betreiber sprechen auf CBOE.com von einer negativen Korrelation mit Aktienindizes.

Somit spricht auch dies dafür, dass ein Tiefpunkt im VIX oft genug ein Hochpunkt an den Märkten darstellt und damit fallende Kurse die Folge sind.

20. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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