Abverkauf! Wer hat die Statistik von Sell in May nicht verstanden?

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Wir müssen jetzt nicht mit einer ewigen Korrektur oder einem Crash rechnen. Die Chancen darauf sind lediglich etwas gestiegen, wenn wir uns die Tagescharts anschauen. (Foto: Venturelli Luca / shutterstock.com)

Vor knapp 2 Wochen hatte ich Ihnen noch gezeigt, dass Sell in May in den letzten Jahren eindeutig falsch war. Die Kurse haben nicht von Mai bis November korrigiert. Insofern ist es also sinnlos seine Aktien jetzt zu verkaufen. Doch was machen die Kurse aktuell? Hier zeichnet sich ein anderes Bild. Es entstehen Topping-Formationen. Aber die müssen zum Teil erst noch bestätigt werden. Schauen wir uns im Detail an, wo wir stehen.

Dow Jones: Tageskerzen mit Trendumkehr

Gestern wurde das neue Allzeithoch deutlich abverkauft. Heute fallen die Kurse noch extremer! Sie sehen es. Es ist eindeutig. Das ist das Ende. Die Kurse werden nie wieder steigen. Machen Sie sich bereits für die Mutter aller Crashes.

Oder auch nicht. Weil wir im April eine ähnliche Formation hatten mit etwas kürzeren Kerzen und danach ging es auch weiter hoch. Außerdem haben wir auch noch keine neuen Tiefs gemacht. Sollten die Kurse unter 33.600 notieren, sieht das anders aus. Da sind wir aber noch nicht. Und selbst dann bräuchten wir noch ein tieferes Hoch in der Folge als Bestätigung. Also nur als fiktives Beispiel: Wir fallen jetzt bis auf 33.400 Punkte; steigen danach wieder bis auf 34.400 Punkte und drehen dann wieder nach unten. Dann hätten wir ein tieferes Tief und ein tieferes Hoch.

Die Panik, die jetzt teilweise schon wieder in Börsengruppen auf Telegram, Discord oder Facebook herrscht ist deshalb maßlos übertrieben. Kaum macht der Dow zwei rote Tageskerzen nach einem neuen Allzeithoch – schon ist Land unter? Wohl kaum. Aber es geht auch hier in der Regel nicht um den Dow Jones. Lassen Sie sich davon nicht irritieren.

NASDAQ entscheidet den weiteren Verlauf

Vielmehr sind die Trendsetter aus dem Tech-Bereich diejenigen, die die Anleger ins Zweifeln bringen. Hier haben einige Aktien reichlich Verluste erlitten. Werte wie Teladoc, Palantir, Lemonade und Peloton haben sich seit Anfang des Jahres mehr als halbiert. Das zeigt die NASDAQ nicht wirklich im Chart, aber im Portfolio merken es die Anleger deutlich.

Schauen wir uns den Tageschart des NASDAQ 100 an. Hier geht es schon seit Ende April nach unten. Der Dow Jones hinkt also entweder hinterher oder fährt eine andere Route. Das wird die Zeit zeigen. In der Regel war jetzt Technologie immer am Puls der Märkte und richtungsweisend. Insofern müssen wir wohl etwas mehr auf diese Kerzen achten.

DAX bereits mit bestätigter Trendwende

Das, was oben beim Dow noch kommen kann, hat der DAX bereits abgeliefert. Hier sehen wir im Tageschart ein neues Tief und ein tieferes Hoch, an dem wir gestern gescheitert sind.

Prompt haben wir auch die bärische Insel, über die ich mit Ihnen vor einigen Tagen philosophiert hatte. Jetzt ist sie real und kann für deutlich fallende Kurse sorgen. Im DAX stehen die Zeichen somit schon bärischer als im Dow Jones. Noch ist aber so richtig viel nicht angebrannt.

Fazit:

Ist das der Auftakt für einen holprigen Sommer oder sehen wir den Beginn von etwas Größerem? Neue Allzeithochs gab es heute keine. Das ist neu – zumindest beim Dow Jones. Wir müssen jetzt engmaschig beobachten, wie weit es nach unten korrigiert. Wie schon mehrfach geschrieben: Wenn die Kurse 10 bis 20 Prozent tiefer stehen würden, dürften wir uns auch nicht beschweren. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt mit einer ewigen Korrektur oder einem Crash rechnen müssen. Die Chancen darauf sind lediglich etwas gestiegen, wenn wir uns die Tagescharts anschauen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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