Accuray-Aktie: Mit Robotern den Krebs besiegen

Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weltweit stark an. Bis 2030 rechnet die Weltgesundheits-Organisation WHO mit 21,6 Mio. neuen Krebs-Fällen.

Für Sie zum Vergleich: Im Jahr 2012 gab es 14 Mio. Neuerkrankungen. Die meisten Patienten (>60%) werden dabei mithilfe der traditionellen Strahlen-Therapie behandelt.

Genau hier setzt der Technologie-Konzern Accuray an. Was er genau macht, welche Rolle die Robotik hier spielt und wie sich die Geschäfte der Amis entwickeln, werde ich Ihnen jetzt im Detail erläutern.

Krebs-Behandlung mit höchster Präzision

In den letzten Jahren wurden im Bereich der Strahlen-Therapie zahlreiche Innovationen entwickelt. Sie haben dazu geführt, dass die Strahlung heute sehr präzise auf den Tumor gerichtet werden kann.

Daher haben viele Patienten nur geringe Nebenwirkungen und können ihrem täglichen Leben weiterhin fast uneingeschränkt nachgehen.

Accuray setzt dabei mit dem selbst entwickelten „CyberKnife System“ auf eine innovative Form der Strahlen-Therapie.

Dahinter verbirgt sich ein Roboter, der den Tumor mit einer hohen Dosis „beschießt“ und das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich schont.

Während sich der Patient auf der Liege befindet, gibt der Roboter einzelne Strahlen-Dosen aus verschiedenen Richtungen ab und bestrahlt den Tumor damit extrem präzise.

Dieses Vorgehen ist mit einer Operation „ohne Skalpell“ vergleichbar. Die Radiochirurgie ist auch für Patienten geeignet, die bereits mit einer Strahlen-Therapie behandelt wurden.

Sie kann außerdem eine Alternative für Patienten darstellen, die sich keiner Operation unterziehen können oder möchten.

Darüber hat Accuray eine weitere Innovation im Köcher: die Kombination aus bildgeführter und intensitätsmodulierter Strahlen-Therapie.

Mit dieser Form der Radiotherapie kann die gesamte Bandbreite von verschiedenen Krebs-Indikationen behandelt werden.

Trotz Umsatzplus von über 2000% noch keine Gewinne in Sicht

Mit seiner innovativen Technologie hat Accuray ein beeindruckendes Wachstum hingelegt.

In 2004 lagen die Erlöse noch bei 19 Mio. Dollar. Im vergangenen Geschäftsjahr stiegen die Umsätze bereits auf 397,8 Mio. Dollar. Gewinne wurden zuletzt aber keine mehr erwirtschaftet.

Während Accuray von 2008 bis 2010 hauchdünn profitabel war, wurden seit 2011 immerhin 304 Mio. Dollar verbrannt.

Das Wachstum dürfte dabei nicht das Problem darstellen. Der gesamte Strahlen-Markt für Therapie hat in 2015 ein Volumen von 4,4 Mrxd. Dollar erreicht.

Experten rechnen für die kommenden Jahre zudem mit konstanten Zuwächsen von 2 bis 3% pro Jahr.

Accuray sieht große Chancen in China

Derzeit verdient der US-Konzern rund die Hälfte seiner Erlöse mit dem Produkt-Verkauf und die andere Hälfte mit Service-Leistungen.

Alle 10 Jahre muss ein Strahlen-Therapie-System ausgetauscht werden. Bei neuen Vertrags-Abschlüssen hat Accuray eine Erfolgsquote von 75 bis 80%.

Mit steigender Kunden-Basis entwickelt sich auch das Folge-Geschäft dementsprechend positiv.

Besondere Wachstums-Chancen sieht die Robotik-Firma in China. Prognosen zufolge könnte hier die Anzahl der Krebs-Erkrankungen bis 2025 auf 4,4 Mio. ansteigen (vs. 3,4 Mio. in 2015).

Dies ist auch gut nachvollziehbar, wenn Sie bedenken, dass sich die Anzahl der über 65–jährigen innerhalb der nächsten 15 Jahre in China verdoppeln soll.

Wettbewerb schläft nicht

Accurays Technologie ist zweifellos hochinteressant. Aber auch die beiden schärfsten Wettbewerber Elekta aus Schweden und Varian aus den USA versuchen den Markt aufzurollen.

Mit Varian kämpft Accuray übrigens gegen einen wahrlich mächtigen Platzhirsch (Umsatz: 3,09 Mrd. Dollar; Gewinn: 411 Mio. Dollar).

Jetzt kommt es darauf an, wie schnell dem Unternehmen der Sprung in die Gewinn-Zone gelingt.

Für 2016 peilt die Konzern-Führung bei Erlösen zwischen 395-410 Mio. Dollar einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 25 bis 35 Mio. Dollar an.

Das ist zwar deutlich mehr als im Vorjahr (10,9 Mio. Dollar), dürfte unterm Strich aber noch nicht für schwarze Zahlen reichen.

15. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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