Achten Sie auf diese Verkaufs-Signale im DAX!

Weder Trump noch EZB konnten die Märkte beeindrucken; Stillstand in allen Indizes ist die Folge.

Wie angekündigt, ging es bei Trumps Aussagen lediglich um seine Pläne. Diese waren soweit bekannt und insofern kein Grund die Börse zu erschüttern.

Letztlich wird es eine Reaktion auf die Steuerreform geben – aber eben erst, wenn diese schwarz auf weiß im Gesetzbuch steht.

DAX droht zu wackeln

Als die Indizes weltweit nach der 1. Wahlstufe in Frankreich nach oben gehüpft sind, fehlen diese Woche definitiv die Anschlusskäufe.

Das Niveau konnte zwar einigermaßen gehalten werden, jedoch sind die Kurse seit Montagabend eingeschlafen.

Der französische CAC40 hat heute ein sattes Plus von 0,02 % – genauso wie der DAX. Wir hätten auch Dienstag bis Freitag Feiertage haben können. Dann wäre gefühlt genauso viel passiert.

Doch lassen Sie sich nicht von der vermeintlichen Ruhe des DAX täuschen. Ein Rücklauf – eventuell sogar unter die gerissene Kurslücke ist möglich.

Dazu schauen wir uns im folgenden Tageschart das Bollinger Band an. Dieser Indikator zeichnet visuell die Durchschnittskurse in der statistischen Normalverteilung.

Sie als Anleger können damit bestimmen, in welchem Bereich sich die Kurse mit großer Wahrscheinlichkeit bewegen werden.

Im Chart eingezeichnet ist die Standard-Einstellung des Bollinger Bands. In der Mitte die SMA 20, also die Durchschnitts-Linie aus den letzten 20 Tagen.

Gelb und Blau sind die Standard-Abweichungen; und damit der Bereich, in dem sich die Kurse meist bewegen werden.

chart1

Wie Sie sehen, hat der DAX in diesem Jahr bereits mehrere kleine Ausbrüche nach oben über die gelbe Linie geschafft.

Allerdings ging es danach meist wieder zurück an die Mittellinie und 3x sogar fast an die untere blaue Linie. Der DAX zeigt aktuell ein ähnliches Muster.

Insofern ist das wahrscheinlichere Szenario, dass mind. die SMA 20 erst einmal wieder berührt wird, bevor es weiter nach oben gehen kann.

Slow Stochastics zeigt überkauften DAX

Einen 2. Indikator habe ich Ihnen auch noch in den Chart gelegt:

Der Slow-Stochastic-Indikator (SSTOC unter dem Chart) signalisiert einen überkauften Zustand, sobald die Linien im Bereich 70 – 80 liegen.

Die grüne gepunktete Linie beim SSTOC stellt den Wert 80 dar. Insofern sind wir bereits ordentlich überkauft.

Das alleine ist natürlich noch kein Verkaufs-Signal. Deshalb gilt es noch Ruhe zu bewahren. Vielmehr wird es ernst, sobald die rosa Linie die untere grüne Linie von oben nach unten kreuzt.

Auch dies können Sie in der Vergangenheit im Chart beobachten: zuletzt Anfang April.

Dort ist exakt ein solches Signal über der grün gepunkteten Linie entstanden und die Kurse sind in der Folge von 12.375 auf unter 12.000 Punkte gefallen.

Eine Kreuzung der beiden Linien innerhalb der Extreme, also zwischen den Werten 20 und 80 können Sie eher ignorieren. Der SSTOC ist eher in überkauften oder überverkauften Situationen hilfreich.

Nichtsdestotrotz: Ein Verlusttag im Tag könnte dieses Signal bereits liefern. Der Slow-Stochastic-Indikator verrät aber nicht, wann die Entscheidung kommt.

Theoretisch kann der DAX also auch noch ein paar Tage weiter stagnieren oder sogar steigen. Wenn das Verkaufs-Signal letztlich kommt, wird es Zeit sich richtig zu positionieren.

Verfallen die meisten Optionen wertlos?

Es gibt beim Optionen-Handel ein hartnäckiges Gerücht. Demnach sollen etwa 80% aller Optionen wertlos verfallen.

Für Neulinge in dem Bereich wirkt dies natürlich abschreckend – wie kann ich schließlich einen Gewinn machen, wenn 80% meiner Wertpapiere sowieso am Ende keinen Wert mehr haben?!

Fakt ist:

  • Etwa 30 – 35% aller Optionen laufen am Ende ohne Wert aus.
  • Rund 55 – 60% werden vor dem Ablauf geschlossen.
  • Nur 10% der Optionen werden tatsächlich genutzt, um das Recht des Aktienkaufs oder -verkaufs zu nutzen.

Somit sind die Zahlen schon einmal weniger dramatisch. Doch das alleine sagt noch gar nichts über einen möglichen Profit aus.

Sie traden beispielsweise viele Kalender Spreads, bei denen Ihre Kontrakte unterschiedliche Laufzeiten haben.

Dann werden Sie oft genug die 1. Option auslaufen lassen und durch den Zeitwert an dem länger laufendem Kontrakt verdienen.

Würden Sie nie vorzeitig beide mit Profit verkaufen, hätten Sie 50% Optionen, die wertlos verfallen.

Das Spiel mit den Optionen ist zu komplex, um mit derartigen Behauptungen (80%) irgendein Argument belegen zu können.

Damit erzeugen meist Verkäufer von Handels-Systemen Angst bei Ihren potentiellen Kunden, die deshalb kaufen, um nicht auch zu den „80% Verlierern“ zu gehören.

Jetzt wissen Sie, warum dies kein Verkaufs-Argument ist und warum Sie deshalb um solche Anbieter einen Bogen machen sollten.

28. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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