Achtung, Ihre Bank schaut jetzt besonders genau hin!

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Achtung, Überziehungen! Wenn Sie das Limit Ihres Kontokorrentkredits überschreiten, ist das heute kein Kavaliersdelikt mehr. Die Überziehung kann zum Stolperstein […] (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Achtung, Überziehungen! Wenn Sie das Limit Ihres Kontokorrentkredits überschreiten, ist das heute kein Kavaliersdelikt mehr. Die Überziehung kann zum Stolperstein bei Ihrer nächsten Kreditverhandlung werden, auch wenn dahinter keine ernsthaften finanziellen Probleme stecken. Unangekündigte Überziehungen führen heute automatisch zu einer schlechteren Ratingeinstufung – und dafür zahlen Sie mit saftig erhöhten Zinssätzen. Behalten Sie Ihr Limit deshalb immer im Auge und beachten Sie diese Punkte zur Schadens- Fortsetzung ? begrenzung, wenn sich Überziehungen nicht vermeiden lassen.

Keine Überziehung ohne Vorankündigung!

Jede ungenehmigte Überziehung wird vom Computer der Bank automatisch gespeichert. Nimmt die Bank ein Rating für Ihr Unternehmen vor, fließt die ungenehmigte Überziehung negativ in Ihre Bewertung ein.

Niemals ohne Ankündigung überziehen! Wenn Sie nicht an einer Überschreitung des vereinbarten Limits vorbeikommen, nehmen Sie vorher mit Ihrer Bank Kontakt auf und versuchen Sie, die Überziehung genehmigen zu lassen.

Das sind die gefährlichen Zeiträume!

Gefährlich werden Überziehungen besonders dann, wenn sie länger andauern oder häufig vorkommen. Wenn Sie Ihr Limit für mehrere Monate überschreiten, läuten bei der Bank die Alarmglocken und Herabstufungen im Rating sind unvermeidbar.

Halten Sie sich an diese Richtwerte: Möglichst nie länger als 3 Monate am Stück und möglichst nicht dreimal länger als einen Monat überziehen.

Auf die kritischen Grenzen achten!

Die Bank duldet Überziehungen nur bis zu gewissen Grenzen. Wenn Sie diese Grenzen überschreiten, müssen Sie mit einem unangenehmen Anruf rechnen.

Überschreiten Sie Ihr Kontokorrentlimit niemals um mehr als 20 Prozent und möglichst niemals länger als 3 Monate. Behalten Sie auch das Verhältnis von Geldeingängen und Überziehung im Auge: Die Überziehung darf nicht größer sein als die Geldeingänge im letzten Quartal.

Versuchen Sie bei häufigem Überschreiten Ihres Limits, einen höheren Kontokorrentkredit zu bekommen. Am besten stehen Sie da, wenn Sie Ihren Kredit im Durchschnitt nur zu 70 Prozent ausschöpfen.

Überziehungskredit – der gefährliche Selbstbedienungskredit

Noch immer hält eine Reihe von Bankkunden den Überziehungskredit für eine bequeme Möglichkeit, sich über einen Liquiditätsengpass hinwegzuhelfen.

Unter einem Überziehungskredit ist ein Kredit zu verstehen, bei dem das von der Bank verbindlich zugesagte Kreditlimit „überzogen“ wird.

In der Praxis funktioniert ein Überziehungskredit so, dass die Bank beispielsweise ein Limit von 100.000 õ zugesagt hat, der Kreditnehmer aber einen höheren Kreditbetrag „einfach“ in Anspruch nimmt.

Da die Banken in bestimmten Toleranzgrenzen mit solchen Kontoüberziehungen einverstanden sind, wird diese Möglichkeit auch von einer Reihe von Kreditnehmern immer wieder genutzt.

Leider hat dieser „Selbstbedienungskredit“ unangenehme Nebenwirkungen, die Sie beachten sollten.

Der Bankcomputer registriert jede Kontoüberziehung und speichert sie. Wenn die Bank jetzt das Rating für Sie erstellt, erfolgt die automatische Einbeziehung der gespeicherten Kontodaten. Jede Kontoüberziehung geht somit als Negativpunkt in das Rating ein.

Vermeiden Sie die Negativwirkung eines Überziehungskredits. Wenn Sie einen höheren Kredit – auch nur vorübergehend – benötigen, als Sie über die zugesagte Linie erhalten können, sollten Sie nicht einfach Ihr Konto überziehen, sondern sich vorher mit Ihrer Bank in Verbindung setzen und die benötigte Überziehung genehmigen lassen, damit die Negativwirkung entfällt.

Wenn Ihnen die Überziehung zugesagt ist, können Sie diesen Kreditteil getrost in Anspruch nehmen, denn jetzt handelt es sich um eine „genehmigte“ Überziehung ohne negative Nebenwirkungen.

Das Kontokorrentkonto – eine der Hauptinformationsquellen der Bank

Wenn Sie also Ihr Konto nicht vereinbarungsgemäß führen, sammeln Sie Negativpunkte – vor allem beim Rating.

Dabei ist es gleich, aus welchen Gründen Sie sich nicht an die getroffenen Vereinbarungen halten. Bei Kleinbetrieben sind es oft Nachlässigkeiten, bei größeren Unternehmen handelt es sich hin und wieder auch um „Machtdemonstrationen“.

Sie halten sich nicht an Vereinbarungen, wenn Sie Ihr Konto häufiger überziehen, ohne die Überziehung vorher mit der Bank abzusprechen.

Nicht vereinbarungsgemäß handeln Sie auch, wenn Sie die Bank nur nach mehrfachen Mahnungen und dann auch nur widerwillig und unvollständig über die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Unternehmens informieren.

Wenige Punkte sind bereits ausreichend, Ihre Ratingnote für den Teilbereich „Kontoführung/Kundenbeziehung“ spürbar zu verschlechtern. Bei einigen Banken schlägt eine dauerhafte Kontoüberziehung sogar negativ auf die Gesamtratingnote durch.

Gleichzeitig verschlechtert sich auch Ihre Ratingnote für den Managementbereich, denn ein Management, das sich so verhält, kann nicht mehr mit guten Ratingnoten rechnen.

Die Folgen: Die Bereitschaft der Bank zur Kreditgewährung und zu günstigen Konditionen nimmt spürbar ab. Sie haben es künftig schwerer bei Kreditanträgen und zahlen auch einen höheren Zinssatz.

Wann eine Kontoüberziehung für die Bank zu einem „Warnsignal“ wird

Die Sparkassen-Finanzgruppe hat beispielsweise für ihr Rating so genannte Warnsignale definiert.

Auf Grund konkreter Warnsignale wird die standardmäßig ermittelte Ratingnote herabgestuft. Das heißt, dass eine Kontoüberziehung eine spürbare Verschlechterung der Ratingnote zur Folge haben kann.

Im Einzelnen haben die Sparkassen folgende Warnsignale festgelegt:

Leistungsstörungen einmalig mindestens 2 Monate minus 1 Ratingklasse 3 oder mehr mindestens je 1 Monat minus 1 Ratingklasse 3 oder mehr mindestens je 2 Monate minus 2 Ratingklassen einmalig mindestens 3 Monate maximal Ratingklasse 13
Scheck- oder Lastschriftrückgaben in den letzten zwölf Monaten 3 oder mehr Lastschrift-Rückgaben mangels Deckung minus 1 Ratingklasse Scheckrückgaben maximal Ratingklasse 13 Wechselproteste maximal Ratingklasse 13 * Sparkassen-Ratingklassen siehe weiter unten

Die Sparkassen-Finanzgruppe hat noch weitere negative Warnsignale definiert:

  • Kündigung des Kreditrahmens bei einer anderen Bank

  • Kontopfändung länger als 5 aufeinander folgende Arbeitstage

  • körperliche/geistige Beeinträchtigung des alleinigen Firmeninhabers, welche die Unternehmensführung gefährdet

  • bekannt gewordene Betrugsfälle im Unternehmen

  • negative Auskünfte, wenn es sich um einen Neukunden handelt

Damit eine angemessene Überschreibung des Standardratings erfolgt, wird eine Bilanzauswertung mit den veränderten Werten simuliert.

Liegt der Sparkasse beispielsweise nur eine veraltete Bilanz vor, bedeutet dies bereits ein Minus von 1 oder 2 Ratingklassen.

Damit Sie die Auswirkungen auf die Ratingeinstufungen nachvollziehen können, stellen wir nachfolgend die Ratingskala der Sparkassen-Finanzgruppe dar. Zur besseren Einschätzung/Vergleichbarkeit haben wir die Sparkassennoten der Benotung von Standard & Poor’s gegenübergestellt.

Ratingnoten Standard & Poor’s Sparkassen-Finanzgruppe AAA 1 AA+ 2 AA 2 AA– 2 A+ 3 A 3 A– 3 BBB+ 4 BBB 5 BBB– 6 BB+ 7 BB 8 BB– 9 B+ 10
  • Investitionsvorhaben mit signifikanten Auswirkungen auf die zukünftige Kapitaldienstfähigkeit

  • aktuelle hohe Forderungsverluste

  • erforderliche, aber nicht vorgenommene Teilwertabschreibungen

Beachten Sie kritische Kreditgrenzen beim Überziehungskredit

Wenn Sie auf Ihrem Kontokorrentkonto einen höheren als den Ihnen zugesagten Kreditbetrag in Anspruch nehmen, spricht die Bank von einem Überziehungskredit.

Im Regelfall toleriert die Bank eine Kontoüberziehung bis zur Höhe von 20 Prozent des zugesagten Kreditbetrags.

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Die kritische Kreditgrenze für Überziehungskredite wird von den meisten Banken folgendermaßen definiert:

  • Wenn die Überziehung 20 Prozent des Kontokorrentkreditlimits überschreitet

  • Wenn die Überziehung länger als 3 bis 4 Monate andauert

  • Wenn die Überziehung höher ist, als die Summe der Geldeingänge (Haben-Umsätze) im letzten Quartal

  • Wenn die Überziehung sich ständig erhöht und die des letzten Quartals um mehr als 10 Prozent übersteigt

Beachten Sie, dass diese Punkte von den meisten Banken bereits als „Warnsignale“ beim Rating definiert sind und dazu führen, dass Kreditnehmer um 1 oder 2 Noten niedriger eingestuft werden, was wiederum zu entsprechend schlechteren Konditionen führt.

Beispiel: Wenn Sie auf Grund von Warnsignalen von der Ratingstufe BB auf B herabgestuft werden, haben Sie unter Umständen mit einer Zinserhöhung von 2 Prozentpunkten zu rechnen. Bei einer Kreditsumme von 100.000 õ bedeutet dies bereits einen Mehraufwand von 2.000 õ.

Wenn die Überziehung 20 Prozent des Kontokorrentkreditlimits überschreitet

Die Bank hat Ihnen ein Kreditlimit von 200.000 õ eingeräumt. Erst wenn Sie mehr als 240.000 õ Kredit in Anspruch nehmen, das heißt Ihr Konto um mehr als 20 Prozent überziehen, bewerten dies die meisten Banken als kritisch.

In diesem Fall setzt sich der zuständige Bankmitarbeiter mit Ihnen in Verbindung, verlangt im Regelfall zeitnahe Finanzbuchhaltungsunterlagen und eine Erklärung, bis wann Sie die Überziehung wieder zurückzahlen. War die Überziehung nicht vorher genehmigt, sammeln Sie Negativpunkte beim Rating.

Überziehen Sie nicht länger als 3 Monate

Wenn Sie Ihren Kontokorrentkredit um weniger als 20 Prozent und kürzer als ein Vierteljahr überziehen, wird dies von den meisten Banken kommentarlos hingenommen.

Überziehen Sie Ihr Konto jedoch länger als 3 Monate ununterbrochen, bewertet dies die Bank als Liquiditätsschwäche. Sie vermutet Liquiditätsprobleme und wird ihr Engagement aufmerksam beobachten. Dies ist dann eines der ernsten Warnsignale mit entsprechenden Konsequenzen.

Wenn die Überziehung höher ist als die Summe der Geldeingänge des letzten Quartals

Ihre Bank beobachtet aufmerksam Ihre Umsätze, die Sie über Ihr Kontokorrentkonto abwickeln. Dabei interessieren sie ganz besonders die Haben-Umsätze, das heißt alle Geldeingänge. Für Ihre Bank ist wichtig, dass bei Ihnen laufend Gelder eingehen.

Wenn dies der Fall ist, kann sie beruhigt sein, denn sie sieht, dass bei Ihnen die Umsätze stimmen und Ihre Kunden bezahlen.

Gehen über mehrere Wochen keine Gelder ein, oder sinken die Geldeingänge stark ab, ist dies für die Bank Anlass zur Sorge.

Deshalb setzen die Banken häufig Beziehungspunkte zwischen dem Haben-Umsatz und einer Kontoüberziehung. Ist Ihre Kontoüberziehung höher als der Haben-Umsatz des letzten Quartals, ist dies für Ihre Bank ein Alarmsignal.

Wenn die Überziehung ständig steigt

Die Bank hat Ihnen ein Kontokorrentkreditlimit von 300.000 õ eingeräumt. Ihre Kreditinanspruchnahme hat sich folgendermaßen entwickelt:

1. Quartal Vorjahr 290.000 õ 2. Quartal Vorjahr 310.000 õ 3. Quartal Vorjahr 330.000 õ 4. Quartal Vorjahr 350.000 õ 1. Quartal laufendes Jahr 370.000 õ 2. Quartal laufendes Jahr 395.000 õ

Die Beobachtung Ihrer Bank: Die Überziehung ist ständig angestiegen.

Im 1. Quartal des laufenden Jahres betrug sie 70.000 õ. Im 2. Quartal des laufenden Jahres sogar 95.000 õ, das heißt, die Überziehung ist im 2. Quartal um 25.000 õ = 35,7 Prozent angestiegen.

Die Berechnung:

25.000 õ × 100 = 35,7% -------------------------------- 70.000 õ

In diesem Fall hat die Überziehung eine kritische Grenze überschritten. Im 1. Quartal des laufenden Jahres hat sie die Grenze von 20 Prozent im Verhältnis zur Kreditzusage überschritten, und im 2. Quartal ist sie um mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal angestiegen. Jetzt wird die Bank aktiv.

Wenn Sie Ihr Kontokorrentkonto häufiger überziehen (müssen), sollten Sie Ihre Bank auf eine Erhöhung des Limits ansprechen. Die Tatsache, dass Ihre Bank Sie das Konto überziehen lässt, deutet darauf hin, dass Sie ihr auch für den überzogenen Betrag als kreditwürdig erscheinen und dass deshalb einer Limiterhöhung nichts im Wege steht. Lassen Sie deshalb Ihr Limit erhöhen, es kommt Ihnen bei der Ratingeinstufung zugute.

Da der Haben-Umsatz ein wichtiges Beurteilungskriterium darstellt, ist es umso günstiger, je mehr und je schneller Geld zu Ihren Gunsten eingeht.

Das richtige Verhältnis zwischen Inanspruchnahme und Limit beim Kontokorrentkredit

Auch wenn es für Sie bisher noch nicht sichtbar wurde: Ihre Bank beobachtet sorgfältig Ihr Kontokorrentkonto.

Im Regelfall ermittelt die Bank den niedrigsten und den höchsten Kontokorrentsaldo einer Periode.

Anhand der Schwankungsbreite sieht sie, ob es Ihrem Unternehmen liquiditätsmäßig gut geht oder ob Sie unter Liquiditätsanspannungen zu leiden haben.

Achten Sie darauf, dass Sie die Ihnen zugesagte Kontokorrentkreditlinie nicht dauerhaft mit mehr als 70 Prozent in Anspruch nehmen. Damit beweisen Sie der Bank, dass Ihr Unternehmen liquide ist. Für diesen Fall erhalten Sie eine erstklassige Ratingnote für die „Kontoführung“.

Unterhalten Sie Kontoverbindung zu mehreren Banken

Wenn Sie mit mehreren Banken in Kontoverbindung stehen, sollten Sie mit der Ausnutzung der Ihnen zugesagten Kontokorrentkreditlinien gezielt umgehen.

Variieren Sie Ihre Inanspruchnahmen von Bank zu Bank. Nehmen Sie lieber auch das Limit bei einer zweiten Bank in Anspruch, als dass Sie dort das Konto ausgeglichen halten und dafür bei der ersten Bank Ihr Limit permanent voll ausschöpfen.

Doppelter Vorteil durch zeitweisen Kontoausgleich

Legen Sie besonderen Wert darauf, Ihr Kontokorrentkonto im Laufe eines Jahres mehrmals auszugleichen. Dies zeigt Ihrer Bank, dass die Liquidität bei Ihrem Unternehmen intakt ist.

Wenn Sie dagegen Ihr Limit ständig in voller Höhe ausschöpfen, schließt Ihre Bank auf eine Liquiditätsanspannung. Sie nimmt an, dass Sie stets erst nach erfolgtem Geldeingang fällige Zahlungen leisten.

Wenn es Ihnen sogar gelingt, Ihr Konto für 8 bis 14 Tage ins Guthaben zu bringen, erreichen Sie zusätzlich einen Gewerbesteuervorteil. Sie unterbrechen dadurch Ihre Dauerschulden und vermeiden, dass Ihnen die Hälfte der Dauerschuldzinsen zum Gewerbeertrag hinzugerechnet wird.

Wechseln Sie mit Kontoüberziehungen von Bank zu Bank

Wenn Sie beispielsweise Kontoverbindung zu 3 Banken unterhalten, sollten Sie nicht bei einer Bank Ihr Limit überziehen und dafür die Limite der anderen Banken „schonen“, sondern besser durch eine entsprechende Steuerung versuchen, bei keiner der 3 Banken zu überziehen.

Falls Sie in der Situation sind, dass Sie überziehen „müssen“, sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht bei einer Bank länger als 3 Monate am Stück überziehen und sich bei den anderen Banken im Rahmen Ihres Limits bewegen.

Variieren Sie in diesem Fall auch mit dem Faktor Zeit. Zahlen Sie die Überziehung nach 2 Monaten auf dem einen Konto zurück, und überziehen Sie dafür ein anderes Konto.

Spielen Sie aber bei Kontoverbindung zu mehreren Banken stets mit offenen Karten, und versuchen Sie nicht, die Kontoverbindung zu anderen Instituten „geheim“ zu halten.

So verhalten Sie sich am besten, wenn Sie eine kritische Kreditgrenze überschritten haben

Wenn Sie, trotz aktiven Kontomanagements, eine der kritischen Kreditgrenzen überschritten haben, können Sie davon ausgehen, dass Ihre Bank diesen Bereich besonders genau beobachtet.

Weisen Sie gegebenenfalls auf die besondere Situation Ihres Betriebes hin, die eine höhere Kreditierung erforderlich macht.

Wenn Sie Ihrer Bank zwingende Gründe für das Überschreiten der kritischen Kreditgrenze nennen, ist diese im Regelfall auch bereit, Ihnen die benötigten höheren Kredite zur Verfügung zu stellen. Es ist jedoch unumgänglich, dass Sie Ihre Bank entsprechend informieren.

Neben der reinen Kontoüberziehung haben die Banken noch weitere so genannte „kritische Kreditgrenzen“ definiert. Diese Kreditgrenzen werden von den Banken besonders beobachtet und bei Überschreiten negativ bewertet.

Kreditgrenze, die von der Bank Kreditart kritisch beobachtet wird Normales Wenn der Kontokorrentkredit weni- Kontokorrentkreditlimit ger als 8- bis 10-mal pro Jahr durch den Umsatz umgeschlagen wird. Überziehung des Wenn die Überziehung mehr als 20% Kontokorrentkreditlimits des Kontokorrentkreditlimits beträgt. Wenn die Überziehung länger als drei bis vier Monate andauert. Wenn die Überziehung höher ist als die Summe Ihrer Haben-Umsätze im letzten Quartal. Wenn die Überziehung ständig höher wird und die Überziehung des letzten Quartals um mehr als 10% übersteigt. Betriebsmittelkredite Wenn die Gesamtbetriebsmittelkreinsgesamt dite höher liegen, als 30 bis 40% des Bank-Haben-Umsatzes im letzten Geschäftsjahr. Kontokorrentkredit- Wenn die Kontokorrentkreditinaninanspruchnahme spruchnahme ständig höher liegt als 70% des zugesagten Limits. Kapitaldienst Wenn der gesamte Kapitaldienst mehr als 80% des aktuellen Cash- Flow verbraucht.

Checkliste: Ratinggerechtes Verhalten in punkto Kontoführung

@ Halten Sie sich stets an vertragliche Vereinbarungen. @ Tätigen Sie keine Kontoüberziehung ohne vorherige Absprache. @ Die Top-Bewertung für Ihr Kontokorrentkonto erreichen Sie, wenn Sie durchschnittlich nicht mehr als 70 Prozent der zugesagten Kreditlinie auch ausschöpfen. @ Achten Sie darauf, dass Sie einen 8- bis 12-maligen Umschlag des Limits durch Ihren Kontoumsatz erzielen. @ Erfüllen Sie pünktlich alle gegebenen Zusagen. @ Informieren Sie die Bank immer frühzeitig und umfassend. @ Besprechen Sie strategische Entscheidungen vorher mit der Bank. @ Führen Sie neben dem jährlichen Bilanz- und Ratinggespräch noch 2 bis 4 weitere Informationsgespräche mit der Entscheidungsebene der Bank. @ Reichen Sie der Bank Zahlen über die unterjährige Entwicklung ein. @ Bei besonderen betrieblichen Ereignissen (z.B. Einweihung Neubau) sollten Sie einen Bankenvertreter einladen.

Ein Beitrag von „Finanzierungs-Berater“-Chefredakteur Martin Dieter Herke. Er ist Bankkaufmann und selbstständiger Unternehmensberater. E-Mail: M.D.Herke@t-online.de


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.