Achtung: Vielleicht eine profitable Idee für Sie?

Die jüngste Entwicklung beim Währungspaar Euro / US-Dollar war schon bemerkenswert: Der Euro ist deutlich gestiegen, obwohl er eigentlich hätte sinken sollen.

Doch nun scheint die Realität das Währungspaar wieder einzuholen.

Und das ist für Anleger, die in US-Aktien investieren (möchten), nicht nur eine wichtige, sondern auch gute Nachricht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) führt ihre Nullzins-Politik fort.

Die amerikanische Notenbank FED (Federal Reserve) erhöhte jüngst zum 3. Mal innerhalb der letzten 15 Monate den Leitzins um 0,25% (insgesamt inzwischen +0,75%).

Falls Sie sich fragen, was das mit dem Euro / USD zu tun hat: eine Menge!

Der Zins-Unterschied prägt das Verhältnis zweier Währungen

Die Politik der Notenbanken zielt selbstverständlich fast immer auf die eigene Wirtschaft.

Aber sie beeinflusst eben ganz nebenbei auch das Verhältnis von Währungen zueinander:

Wenn die Zinsen eines Landes nennenswert höher liegen, als die anderer Staaten, dann führt das zu einem Kapital-Zufluss von außen, da hier ja mehr Rendite zu verdienen ist.

Die erhöhte Nachfrage sorgt dann für eine Aufwertung der Währung.

Da sich der Abstand der Leitzinsen in den USA und Europa mithin deutlich vergrößert hat, müsste die Nachfrage nach US-Dollar aufgrund der höheren Attraktivität also eigentlich zunehmen.

Tatsächlich ist der Euro gegenüber dem US-Dollar jedoch im März von 1,0550 auf bis zu 1,0864 geklettert – ein Plus von immerhin +3,0%.

Leitzins und Marktzins

Ist die Vergrößerung des Abstandes zwischen den Leitzinsen beider Währungen vielleicht nicht in dem vom Markt gebildeten Zins angekommen?

Schauen wir diesbezüglich einmal auf einen Rendite-Vergleich 10-jähriger Staatsanleihen.

Da es keine Datenreihe einer „europäischen“ Anleihe gibt, habe ich auf die Rendite der deutschen Staatsanleihen zurückgegriffen:

Würde es entsprechende Euro-Mix-Anleihen geben, dann wäre die Differenz gewiss kleiner – aber immerhin sind die Relationen ähnlich.

vergleich staatsanleihen usa vs brd_29-03-2017

Renditevergleich 10-jährige Staatsanleihen USA und Deutschland

Sie sehen es selbst:

Der Rendite-Unterschied ist mit aktuell exakt +2,0% zugunsten des US-Dollar so hoch wie noch nie in den zurückliegenden 12 Jahren.

Allerdings:

Die von mir eingezeichnete blaue Box macht sichtbar, dass sich der Abstand im bisherigen Jahresverlauf nicht weiter ausgedehnt hat – trotz der jüngsten Leitzins-Anhebung der FED.

Von dieser Seite gab es mithin keine nennenswerte Beeinflussung des Währungspaares zugunsten des US-Dollars. Der Anstieg des Euro bleibt somit ein wenig mysteriös.

Charttechnik spricht für wieder schwächelnden Euro

Allerdings dürfte sich der Rendite-Unterschied in den beiden Währungen nun bald wieder bemerkbar machen.

Darauf jedenfalls lässt die Charttechnik schließen, wie Ihnen die folgende Grafik zeigt:

euro-usd_29-03-2017

Euro / USD: Es zeichnet sich eine Trendwende ab.

Mit dem blauen Kreis habe ich für Sie hervorgehoben, dass das Währungspaar am Montag den seit 2014 bestehenden Abwärtstrend erreicht hatte und prompt wieder nach unten drehte.

Im unteren Teil der Grafik ist der Schwung-Indikator, das Momentum, eingeblendet:

Hier sieht es ganz nach einem Bruch des seit Dezember laufenden Aufwärtstrends aus (gelber Kreis).

Fazit und Empfehlung

Wer als Euro-Anleger in US-Aktien investiert für den spielt die Entwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar eine durchaus bedeutende Rolle:

Fällt der Euro gegenüber dem US-Dollar, dann profitieren Sie als Anleger davon nämlich mit einem zusätzlichen Währungs-Gewinn.

Die sich aktuell abzeichnende Schwäche des Euro ist mithin eine gute Nachricht für die Inhaber von US-Aktien.

Und es ist möglicherweise eine profitable Idee für Sie, falls Sie mit einem Einstieg in US-Aktien liebäugeln.

29. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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