Activision Blizzard: Spieleentwickler setzt trotz Rekordergebnis den Rotstift an

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Activion Blizzard-Kurs auf Achterbahnfahrt. Der Spielehersteller lässt trotz Rekordergebnis den Rotstift kreisen. (Foto: Casimiro PT)

Jahrelang galt die Activision Blizzard-Aktie unter den Anleger als ein Garant für Gewinne. Der Entwickler von Computer- und Videospielen legte operativ eine beeindruckende Erfolgsgeschichte aufs Parkett. Von 1998 bis 2018 explodierten die Umsätze von 312 Millionen Dollar auf zuletzt über 7 Milliarden Dollar. Zu Hochzeiten verdiente der US-Konzern Gewinnspannen von über 20%. Wer als Anleger Geduld bewies und lange investiert blieb, konnte mit der Aktie hohe Renditen einfahren. Von 1998 bis Oktober 2018 kletterte der Aktienkurs von unter einem Dollar bis auf 83,39 Dollar in der Spitze.

Doch seither stockt es im Getriebe. Seit Oktober fiel die Aktie zwischenzeitlich um mehr als 50%. Über 30 Milliarden Dollar an Marktwert wurden innerhalb weniger Monate ausradiert.

Mit den gerade vorgelegten Zahlen konnten die Papiere wieder ein wenig Boden gut machen und notieren momentan gut 15% über ihrem kürzlich markierten Jahrestief.

Activision Blizzard im Portrait 

Activision Blizzard ist ein US- Computer- und Videospiele-Konzern. Das Unternehmen entstand aus der Fusion des Publishers Activision mit Vivendi Universal Games. Letzerer brachte auch den Computerspiel-Entwickler Blizzard Entertainment in den neuen Konzern ein, der wegen seiner Bekanntheit Teil des Firmennamens wurde.

Das Unternehmen konzentriert sich auf die Bereiche Action, Adventure, Sport, Rollen- und Strategiespiele. Das Portfolio von Activision Blizzard umfasst Bestseller im Videospielbereich wie Call of Duty, Skylanders, World of Warcraft, StarCraft und Diablo. ActivisionBlizzard entwickelt und veröffentlicht Spiele auf allen führenden interaktiven Plattformen und seine Spiele sind in den meisten Ländern der Welt erhältlich. Im Februar 2016 gab das Unternehmen die Übernahme des Entertainment-Unternehmens King Digital Entertainment bekannt.

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Spielespezialist erreicht höchsten Umsatz der Firmengeschichte

Zuerst zum Positiven: Sowohl im Weihnachtsquartal als auch im kompletten zurückliegenden Geschäftsjahr hatte Activision Blizzard neue Rekordwerte beim Umsatz erreicht. So ging im Schlussquartal mit 2,38 Milliarden Dollar soviel Umsatz durch die Bücher wie noch nie zuvor (+16% zum Vorjahresquartal). Beim Nettogewinn blieb mit 650 Millionen Dollar im Jahresvergleich 11% mehr hängen.

Das Gesamtjahr schloss der Konzern mit einem Umsatz von 7,5 Milliarden Dollar und einem Reingewinn von 1,8 Milliarden Dollar ab.

Trübe Prognose für 2019

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Unternehmen hingegen sehr zurückhaltend und erwartet keine Fortsetzung des Wachstumstrends. Unter dem Strich sollen nur noch gut 6 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet werden und damit 20% weniger als im Vorjahr. Der Grund liegt auf der Hand: Es fehlen große Spiele-Veröffentlichungen, die Geld in die Kassen spülen. Zugleich sorgt die Konkurrenz durch das kostenlose und extrem populäre Online-Spiel „Fornite“ für Gegenwind.

Dem voraussichtlich schwachen Jahr begegnet der Konzern mit einem erhöhten Fokus auf die großen und Spiele wie „Call of Duty“ und „Candy Crush“, „Overwatch“ und „Diablo“. Die Zahl der Entwickler dieser Spiele soll um ein Fünftel ausgebaut werden. Gleichzeitig setzt Activision Blizzard auf massive Sparmaßnahmen. Insgesamt sollen rund 8% aller Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. Die Sparmaßnahmen sollen vor allem weniger erfolgreiche Projekte sowie Verwaltung und Verkauf treffen und dürften die Bilanz voraussichtlich mit 150 Millionen Dollar belasten.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.