Adidas-Aktie: Anleger strafen Sportkonzern trotz Rekord-Ergebnissen ab

Das war ein Lauf: Von unter 60 € Anfang 2015 schoss die Aktie des Sportartikel-Konzerns Adidas um mehr als 180% in die Höhe.

Doch jetzt scheint sich das Blatt zu wenden: Bereits vor 2 Wochen kam der kräftige Aufwärts-Trend abrupt zum Stehen.

Gestern beschleunigte sich der Abverkauf mit der Vorlage der Quartals-Zahlen nochmals deutlich. Mit einem Tages-Minus von über 7% hielt die Aktie klar die rote Laterne im DAX.

Wie die Zahlen einzuordnen sind und warum die Anleger so enttäuscht reagiert haben, erfahren Sie hier.

Erfolgs-Geschichte geht weiter

Auf den 1. Blick ist der massive Abverkauf der Aktie nur schwer nachzuvollziehen.

Denn große Sportereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele haben die Geschäfte des Herzogenauracher Konzerns kräftig angekurbelt.

So kletterten im 3. Quartal die Erlöse immerhin um 14% auf 5,4 Mrd. € in die Höhe. In allen Märkten außer der früheren Sowjetunion konnte Adidas 2-stellige Zuwächse verzeichnen.

Sogar das Sorgenkind Reebok konnte wieder ein Absatzplus erreichen:

Unterm Strich blieben bei dem Sportriesen 387 Mio. € an Gewinn hängen. Das ist ein Anstieg von 15% zum vergleichbaren Vorjahres-Quartal.

Allerdings sorgten negative Währungs-Einflüsse für Bremsspuren. Die Brutto-Marge sank dadurch auf 47,6% (-0,9% zum Vorjahr).

Zweitgrößter Sportkonzern weltweit

Mit den Ergebnissen setzt Adidas seine Wachstums-Geschichte weiter fort.

Für Sie zum Vergleich: Seit 2004 sprangen die Umsätze bis 2015 um 188% auf zuletzt 16,91 Mrd. € an. Damit ist die Adidas-Gruppe der weltweit zweitgrößte Sportartikel-Konzern.

Das Produkt-Sortiment umfasst Sportschuhe, Bekleidung (jeweils ca. 45% des Umsatzes) und Zubehör (rund 10% des Umsatzes).

Die wichtigsten Marken sind:

  • adidas (>75 % des Umsatzes)
  • und Reebok (>10% des Umsatzes)  für Sportschuhe , Sportbekleidung und Accessoires
  • sowie TaylorMade-adidas Golf (~ 9% des Umsatzes) für die Golf-Ausrüstung.

Stark in Entwicklungsländern

Adidas unterhält keine eigene Fertigung, v. a. bei Sportschuhen und Zubehör werden die Waren fast ausschließlich von asiatischen Herstellern bezogen.

Mittlerweile erzielt das Sport-Unternehmen rund 40% der Erlöse in den Schwellenländern. Insbesondere in Russland und China hat die Gruppe eine exzellente Marktposition.

Ausblick wird „nur“ bestätigt

Für das Gesamtjahr steuert Adidas auf ein neues Rekordjahr zu:

Beim Umsatz strebt der Sportgigant eine Verbesserung von fast 20% an. Beim Gewinn könnten die Herzogenauracher erstmals die Milliarden-Marke knacken.

Aber damit haben die verwöhnten Anleger bereits gerechnet. In Folge diverser Anhebungen der Prognosen haben die Investoren die Aktie zuletzt deutlich nach oben getrieben.

Bei 150 € notierten die Papiere bereits mit einem 25%-igen Aufschlag auf den Erzrivalen Nike.

Dass die Bäume nicht bis in den Himmel wachsen, hat sich nun einmal mehr bewahrheitet. Die hohen Erwartungen wurden mit dem bestätigten Ausblick nicht erfüllt.

4. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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