Adidas Aktie auf Richtungssuche

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Die Q3-Bilanz fiel erwartungsgemäß durchwachsen aus, nun hofft Adidas auf ein starkes Schlussquartal und rechnet mit einem Rekordjahr. (Foto: Lenscap Photography / Shutterstock.com)

Die Adidas Aktie zählt auch in diesem Jahr wieder zu den Top-Werten im Dax. Seit Jahresbeginn hat das Papier um rund 50 Prozentpunkte zugelegt. Kein Wunder, immerhin rechnet der Vorstand um den Vorsitzenden Kasper Rorsted für 2019 mit einem Rekordjahr.

Die Hoffnung liegt dabei allerdings ganz auf dem Schlussquartal, denn die Zahlen der bisherigen Bilanzen fallen zum Teil eher durchwachsen aus. Seit der Präsentation des Zahlenwerks zum ersten Halbjahr kommt die Aktie kaum noch vom Fleck, stattdessen bewegt sie sich innerhalb einer relativ geringen Spanne mal aufwärts, mal abwärts.

Hoffnung auf starkes Weihnachtsgeschäft

Angekurbelt werden soll das Geschäft im 4. Quartal vor allem durch das Weihnachtsgeschäft und die beginnende Vermarktung der Sportartikel rund um die anstehende Fußball-Europameisterschaft 2020. Den offiziellen Ball hat Adidas zusammen mit seinen Q3-Zahlen bereits vorgestellt, in den kommenden Wochen folgen nun die Trikots diverser Nationalmannschaften, die dann wohl auch häufiger unterm Weihnachtsbaum landen dürften.

Zudem hat der Sportartikelhersteller einige Kosten vom vierten ins dritte Quartal verschoben, was die Weihnachtszahlen zusätzlich zum glänzen bringen dürfte. In Q3 hingegen verbucht der Konzern aus Herzogenaurach sowohl einen geringeren Gewinn als auch eine niedrigere Marge als im Vorjahreszeitraum.

Lieferengpässe in den USA sorgen für höhere Frachtkosten

Der Gewinn fiel zwischen Juli und Ende September im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2 Prozent auf 644 Millionen Euro, die operative Marge ging um 1,3 Prozentpunkte auf 14 Prozent zurück. Kurioserweise gehen die schwächeren Zahlen unter anderem auf eine gestiegene Nachfrage zurück: Weil Adidas den Run auf eigene Produkte in den USA unterschätzt hatte, musste die entsprechende Ware aus anderen Regionen per Luftfracht eingeflogen werden. Das sorgte zum einen für Lieferengpässe, zum anderen für höhere Frachtkosten.

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Am Heimatmarkt Europa muss das Unternehmen zudem nachsteuern. Hier hatte man zu lange auf frühere Erfolgsmodelle gesetzt, die bei den Kunden jedoch nicht mehr ganz so begehrt waren. Zum Teil musste die Ware dann günstiger verkauft werden als erhofft, was auf die Marge drückt.

Höhere Nachfrage in den USA und China

Zudem ist die Konkurrenz stark: Lokalrivale Puma punktete zuletzt mit zweistelligen Wachstumsraten. Wer bei Puma zugreift, lässt das Adidas-Äquivalent links liegen, sodass die Stärke des einen nicht zuletzt auf Kosten des anderen geht. Kein Wunder also, dass Adidas seine Marketingaktivitäten weiter ankurbelt – doch auch das verursachte zuletzt höhere Ausgaben.

Dennoch kann sich Adidas über zunehmende Beliebtheit seiner Produkte vor allem in den USA und China freuen. Hier stiegen die Einnahmen überdurchschnittlich um 11 Prozent, während die Erlöse im dritten Quartal insgesamt währungsbereinigt um 6 Prozent zulegten.

Für das Gesamtjahr rechnet Adidas mit einem Gewinn von rund 1,9  Milliarden Euro nach gut 1,7 Milliarden im vorangegangenen Jahr.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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