Adidas-Aktie: Sportartikel-Riese lässt die Korken knallen

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Der Aktienkurs des Herzogenauracher Sportartikel-Riesen Adidas befindet sich gerade auf dem höchsten Niveau der gesamten Firmengeschichte. (Foto: Lutsenko Oleksandr)

Wer hätte das gedacht:

Nach der sensationellen Entwicklung der Adidas-Aktie hatten sich zuletzt immer mehr Skeptiker zu Wort gemeldet, die vor der hohen Bewertung der Aktie warnten.

Aber 1. kommt es anders und 2. als man denkt.

Denn mit den gerade vorgelegten Ergebnissen hat der Herzogenauracher Konzern seine Anleger abermals begeistern können:

Ein deutlicher Gewinnsprung und eine erhöhte Jahres-Prognose ließen die Anleger jubeln.

Die Aktie schob sich mit einem Tages-Plus von über 8% an die Spitze der DAX-Werte und baute damit ihre grandiose Gewinn-Serie aus.

Mittlerweile haben die Papiere seit Jahresbeginn über 25% zugelegt und notieren auf dem höchsten Niveau der gesamten Firmen-Geschichte.

Auf Sicht der vergangenen 5 Jahre summieren sich die Gewinne auf über 200%.

Adidas mit Umsatz-Plus von 19% im 2. Quartal

Ohne Zweifel:

Die vorgelegten Ergebnisse waren wahrlich beeindruckend. So kletterte der währungsbereinigte Umsatz im 2. Quartal auf 5 Mrd. €. Das entspricht einem kräftigen Zuwachs von 19%.

Im Gegenzug verbesserte sich das Betriebs-Ergebnis um 18% auf 505 Mio. €.

Das ist umso beeindruckender, da der Sportartikel-Hersteller im vergleichbaren Vorjahres-Quartal noch einen Einmal-Ertrag von knapp 70 Mio. € wegen der vorzeitigen Aufhebung des Sponsoren-Vertrags mit dem FC Chelsea verbucht hatte.

Jahres-Prognose wird deutlich nach oben geschraubt

Nach dem sensationellen Quartal zeigt sich die Konzern-Führung ausgesprochen zuversichtlich und schraubt die Jahresziele deutlich nach oben.

Statt wie bisher ein Umsatz-Plus von 12 – 14% peilt der Nike-Rivalen jetzt einen Zuwachs von 17 – 19% an.

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Auch bei der Gewinn-Entwicklung tut sich einiges. Denn hier rechnet Adidas jetzt mit einer Steigerung um 26 – 28% auf 1,39 Milliarden Euro an. Das sind satte 11% mehr als bisher.

Umbau-Maßnahmen machen sich bemerkbar

Dabei profitiert der Sportkonzern mit seinen 3 Streifen nicht nur von der ungebrochen hohen Nachfrage nach Sportprodukten, insbesondere Schuhe.

Das gestiegene Gesundheits-Bewusstsein facht die Nachfrage stark an.

Zugleich verschwimmen die Grenzen zwischen Mode und Sport immer mehr, was für zusätzliches Absatz-Potenzial sorgt.

Auch die operativen Prozesse wurden unter die Lupe genommen und Umbau-Maßnahmen durchgeführt, die zu mehr Effizienz führen.

Gleichzeitig arbeitet Adidas daran, sein Produkt-Portfolio zu straffen und auf die gewinnbringenden Geschäfte zu fokussieren.

Eishockey-Geschäft wird verkauft

Schon seit Längerem versucht sich Adidas auf seine Kernmarken Adidas und Reebok zu konzentrieren. Jetzt hat man einen weiteren Schritt zur Bereinigung des Portfolios getan:

Gerade wurde für 95 Mio. € die Eishockey-Marke CCM an die Beteiligungs-Gesellschaft Birch Hill Equity Partners verkauft.

Bereits im Mai wurde die Abgabe der Golf-Bereiche Taylor Made, Adams Golf und Ashworth zum Kaufpreis von 390 Mio. € bekanntgegeben.

Allerdings konnte Adidas die einzelnen Bereiche nur zu niedrigen Preisen losschlagen. Das wird sich mit rund 200 Mio. € negativ in der Bilanz niederschlagen.

Nike spielt bei der Gewinnmarge in einer anderen Liga

Trotz des aktuellen Erfolgs hinken die Herzogenauracher dem Erzrivalen Nike immer noch stark hinterher, was die Gewinnmargen angeht.

Für dieses Jahr erwarten die Analysten bei Adidas eine Gewinn-Rendite von 6%. Für Sie zum Vergleich: Nike dürfte auf 11,4% kommen.

Allerdings hat Adidas Chef Kasper Rorsted ambitionierte Ziele:

Mit mehr Automatisierung in der Produktion, Verschlankung der Vertriebsweg und Kostensparmaßnahmen will er den Abstand zu Nike schon bald deutlich verringern.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.