Adidas-Aktie: Sportkonzern durchbricht die Milliarden-Marke

Wer hätte das gedacht: Jahrelang interessierten sich die wenigsten Anleger für die Aktie des deutschen Sportartikel-Herstellers Adidas.

Doch die Situation hat sich längst gewandelt. Auf Sicht von 1 Jahr zeigt der Riese mit den 3 Streifen ohnehin mit +64% die beste Performance aller DAX-Werte.

Seit Beginn 2015 haben sich die Papiere sogar verdreifacht. Den jüngsten Kursschub verdankt das Unternehmen seine gerade vorgelegten Jahreszahlen und seiner sportlichen Prognose.

Neuer Firmenchef legt Rekordstart hin

Viel besser hätte es für den neuen Konzernchef Kasper Rorsted wohl kaum laufen können. Denn der Däne kann mit einem durchaus imposanten Zahlenwerk glänzen.

Um Fremdwährungs-Effekte bereinigt verbesserten sich die Erlöse immerhin um 18% auf 19,3 Mrd. Dollar im vergangen Geschäftsjahr.

Beim Gewinn ging es sogar um 41% auf 1 Mrd. € nach oben. Damit erreichte der Sportkonzern das höchste Niveau der kompletten Firmengeschichte.

Gründe für die guten Ergebnisse gab es gleich mehrere:

Zum einen profitierten die Herzogenauracher von niedrigeren Beschaffungs-Kosten und höheren Verkaufs-Preisen.

Zudem kurbelten Großereignisse wie die Olympiade und die Fußball-Europameisterschaft die Geschäfte an.

Auch die Aktionäre sollen am Erfolg teilhaben; die Dividende soll nämlich um 25% auf 2 € je Aktie erhöht werden.

Adidas auch 2017 im Dauersprint

Für 2017 geht Rorsted von einem währungsbereinigten Umsatz-Plus von 11 – 13% aus. Konkret könnte damit ein Umsatz von mehr als 21 Mrd. € herausspringen.

Im Gegenzug soll der Gewinn auf bis zu 1,225 Mrd. € nach oben klettern; das entspricht einem Zuwachs von 18 – 20%.

Das hohe Wachstums-Tempo soll auch noch eine Zeit lang anhalten:

Bis 2020 will Adidas die Einnahmen verglichen mit 2015 jährlich im Schnitt um 10 – 12% zulegen, der Gewinn soll sogar um bis zu 22% im Schnitt wachsen.

Strafferes Sortiment und mehr Produktion in den Absatzmärkten

Wie Adidas die Ziele erreichen wird, ist jetzt auch klar:

Das umfangreiche Produkt-Sortiment soll nämlich deutlich zusammengestrichen werden. Neben dem Verkauf der Golfsparte soll auch die Eishockey-Marke CCM Hockey verkauft werden.

Zudem will der Konzern die Produktion zu einem Großteil wieder zurück in die Hauptabsatzmärkte verlegen.

In Deutschland und in den USA zieht Adidas sogenannte „Speed-Factories“ auf – hochautomatisierte Fertigungsstätten, in denen neue Turnschuh-Modelle auch in Kleinstserien produziert werden können.

Mit diesen auf die Kunden zugeschnittenen Artikeln will Rorsted 2020 mehr als die Hälfte seines Umsatzes machen.

Mehr Online-Umsatz geplant

Auch im profitablen Online-Geschäft will Adidas einen Zahn zulegen:

Statt der bisher von vorherigen Firmenchef Hainer bis 2020 angestrebten jährlichen 2 Mrd. € soll der Direktverkauf bis dahin 4 Mrd. € in die Adidas-Kasse spülen.

Als einen seiner Schwerpunkte sieht Rorsted die Restrukturierung der US-Tochter Reebok; die zeigte zuletzt zwar wieder Wachstum, steckt aber weiterhin in den roten Zahlen fest.

Dauer-Rivale Nike spielt dennoch in einer anderen Liga.

Ohne Zweifel hat Adidas eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hingelegt: Seit 2012 verbesserte sich die Netto-Gewinnmarge von 3,5% auf 5,27%.

Damit ist der Sportkonzern dennoch meilenweit abgeschlagen hinter seinem Erzrivalen Nike; der US-Konzern brachte es zuletzt sogar auf eine Gewinnmarge von 11,6%.

Die Anleger haben die sportlichen Ziele des deutschen Konzerns aber bereits eingepreist.

Mit einem Kurs Gewinn Verhältnis (KGV) von 28 hat Adidas seinen Wettbewerber Nike (21) schon überrundet – kein Wunder also, dass viele Analysten das Kurs-Potenzial als ausgereizt ansehen.

10. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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