Adidas Aktie: Was hilft gegen den Coronablues?

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Bundesliga abgesagt, EM verschoben, Olympia nun auch noch – für Adidas brechen harte Zeiten an. Die Aktie fängt sich zuletzt. (Foto: chrisdorney)

Eigentlich hätte das Jahr 2020 wieder ein starkes Jahr mit sportlichen Großereignissen werden sollen – doch Corona bringt alles durcheinander.

Es ist ein Desaster für den europäischen Fußball: Die wichtigsten Ligen sind ausgesetzt, ob die Meisterschaften in dieser Saison überhaupt noch zu Ende gespielt werden können, steht in den Sternen. Die englische, spanische, italienische, französische und deutsche Fußballliga sind normalerweise ein Garant für hohe Einnahmen auf Seiten der UEFA und der Vereine, aber auch für etliche Sponsoren und Sportartikelhersteller.

Inzwischen ist klar: Auch die Fußball-Europameisterschaft der Herren sowie die ursprünglich für diesen Sommer geplanten Olympischen Spiele sind vorerst abgesagt, beide Events sollen – nach aktuellem Stand – im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Adidas: Ausfälle durch abgesagte Sportevents

Für den deutschen Sportartikelhersteller Adidas ist diese Gemengelage eine Katastrophe, obgleich der Konzern betont, die Verschiebung der Veranstaltungen ausdrücklich zu unterstützen. Adidas fungiert als Ausstatter zahlreicher Sportler und Mannschaften und erzielt rund um Großveranstaltungen wie EM, WM oder Olympia regelmäßig zusätzliche Einnahmen, etwa durch den Verkauf von Trikots, Sportschuhen oder Fußbällen. All das fällt nun flach, auch die Fanartikel vieler Fußballclubs sind derzeit eher Ladenhüter, Laufschuhe und Sportkleidung wenig gefragt, da auch Fitnessstudios zurzeit geschlossen sind.

Adidas selbst zieht nun drastische Maßnahmen. Das Unternehmen kündigte an, ab April für seine geschlossenen Läden keine Miete mehr zahlen zu wollen. Weitere Handelsketten wie Deichmann oder H&M ziehen nach.

Mieten werden gestundet

In ihrem umfassenden Maßnahmenpaket, das Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat in dieser Woche im Eilverfahren auf den Weg gebracht haben, werden solche Regelungen explizit berücksichtigt. Das eigentliche Recht des Vermieters, eine fristlose Kündigung auszusprechen bei drei aufeinanderfolgenden ausbleibenden Monatsmieten wird für zwei Jahre ausgesetzt. Voraussetzung ist, dass der Mieter coronabedingt in den Zahlungsengpass geraten ist und nicht schon vorher mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Ein Haken, insbesondere für kleinere Betriebe, besteht allerdings darin, dass die Mieten nicht komplett entfallen, sondern lediglich eine Verschiebung der Zahlung gewährt wird. Bis 2022 müssen die ausstehenden Beträge nachgezahlt werden. Je nach Höhe der Miete und Entwicklung der Umsätze kann das für kleinere Betriebe zum Problem werden.

Adidas Aktie fängt sich

Großkonzerne wie Adidas hingegen werden sich eine Stundung der Mieten locker leisten können. Aktuell ist man in Herzogenaurach bestrebt, den Onlinehandel auszubauen, der bislang lediglich 15 Prozent des Gesamtgeschäfts ausmacht. Auch sollen bestehende Vertriebskooperationen mit Schuhhändlern wie Footlocker oder Zalando gestärkt werden.

Dem Abwärtstrend an der Börse kann sich auch die Adidas Aktie nicht entziehen. Im Laufe der aktuellen Woche konnte sich der Kurs allerdings etwas stabilisieren: Innerhalb eines Monats hat die Adidas Aktie zwar rund 17 Prozent verloren, auf Wochensicht steht aber ein Plus von gut 25 Prozent.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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