Adidas-Aktie: Wie es nach der Wachstums-Abflachung weitergeht

Das Amerika- und China-Geschäft von Adidas sorgen beim Herzogenauracher Sportartikel-Giganten für kräftigen Rückenwind. Hier mehr dazu: (Foto: Lutsenko Oleksandr)

Lange kannte die Adidas-Aktie nur einen Weg: nach oben. Alleine seit Anfang 2015 kletterten die Papiere in diesem Sommer von 55 € bis auf knapp 200 € nach oben.

Damit gehörte die Aktie zu den besten Werten im gesamten DAX. Doch mit den deutlich gestiegenen Kursen wuchsen auch die Erwartungen der Anleger.

Es ist also kein Wunder, dass es nach den gerade vorgelegten Geschäftszahlen auch einmal zu einem Rücksetzer bis in den Bereich von 180 € kam.

Denn auch bei Adidas wachsen die Bäume nicht in den Himmel…

China-Boom und Amerika-Geschäft sorgen für Rückenwind

Dabei lesen sich die Zahlen auf den 1. Blick sogar ausgesprochen gut. Alleine im 3. Quartal verbesserten sich die Umsätze um 8,7% auf 5,7 Mrd. €.

Ohne negative Währungs-Effekte hätte das Plus sogar bei 12% gelegen. Allerdings waren die Experten im Vorfeld der Zahlen sogar noch von einem stärkeren Wachstum von 14% ausgegangen.

Auch der Blick auf den Gewinn kann sich eigentlich sehen lassen. Hier ging es um mehr als 1/3 auf 549 Mio. € nach oben.

Besonders dynamisch verlief die Entwicklung in China, wo die Umsätze um 30% auf gut 1 Mrd. € anstiegen.

In Amerika lagen die Wachstumsraten zwar unter dem Vorquartal (26%), mit 23% Zuwachs verzeichneten die Herzogenauracher aber weiterhin deutliches Wachstum.

Online-Handel wird immer wichtiger

Auch wenn Adidas keine genauen Absatz-Zahlen für das 3. Quartal veröffentlicht hat.

Die gemeldeten Zuwachsraten von 39% zeigen Ihnen, das der Online-Handel immer weiter an Bedeutung gewinnt.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte Adidas einen Online-Umsatz von 1 Mrd. €, was gut 5,2% der Gesamt-Erlöse entsprach.

Firmenchef Rorsted will diesen Anteil in den kommenden Jahren kräftig nach oben fahren.

Russland-Geschäft macht weiterhin Sorgen

So gut es in Nordamerika und China lief, so schlecht laufen die Geschäfte in Russland.

Vor dem Hintergrund des weiterhin anhaltend schwachen Konsum-Klimas sackten die Umsätze um 17% in den Keller. Allerdings macht Russland nur gut 3% der Gesamt-Erlöse aus.

Dennoch: Besserung sieht Rorsted auf Grund der anhaltenden Sanktionen und des niedrigen Ölpreises vorerst nicht.

Unterdessen will Adidas mit Kostensparmaßnahmen gegensteuern und im Jahres-Verlauf gut 200 Läden schließen.

Gesamtjahres-Ziele bestätigt

Für das Gesamtjahr zeigt sich das Management hingegen weiterhin zuversichtlich.

Adidas erwartet unverändert ein währungsbereinigtes Umsatz-Plus zwischen 17 und 19%. Beim Gewinn will der Sportriese zwischen 1,36 und 1,39 ein Plus von 26-28% erzielen.

Fazit

Auch wenn die Wachstumsraten im 3. Quartal im Vergleich zum 1. Halbjahr nachgelassen haben, ist der Konzern mit den 3 Streifen weiterhin in Top-Form.

Mit weiterem Wachstum und einer Verbesserung der Gewinn-Margen ist der Sport-Gigant Nike dicht auf den Fersen.

Einzig die mittlerweile sportliche Bewertung – aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): 26 – könnten den Aufwärtstrend begrenzen.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.