Adidas Aktie: WM der Ausrüster

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Adidas vs. Nike – der Konkurrenzkampf der Teamausrüster befeuert auch die WM in Russland. Wer hat wo die Nase vorn? (Foto: OlegDoroshin / Shutterstock.com)

Ein Auftakt nach Maß sieht anders aus: Entgegen der langjährigen Statistik und wohl vor allem entgegen der Erwartungen der meisten Fans hat die deutsche Fußballnationalmannschaft, immerhin amtierender Weltmeister, beim ersten Spiel in Russland gepatzt. Der Sieg ging am Sonntagnachmittag bekanntlich nach Mexiko.

Das ist ärgerlich für die DFB-Auswahl und ein bisschen vielleicht auch für Adidas, den Teamausrüster des Weltmeisters und auch des Vize-Weltmeisters Argentinien. Mit der mexikanischen Mannschaft, die allerdings ebenfalls in Adidas-Leibchen aufläuft, verband man bislang weniger Glamour.

Als Ausstatter fast gleichauf

Und doch gilt die Fußball-WM als wichtige Imagekampagne für Adidas und seinen Top-Konkurrenten Nike. Kaum ein anderes sportliches Großereignis hat weltweit eine ähnliche Strahlkraft. In Sachen Mannschaftsausstattung sind zudem beide Sportartikel-Giganten gleichermaßen stark vertreten: Zwölf Teams tragen Trikots mit den drei Streifen von Adidas, zehn Mannschaften setzen auf Nike.

Puma kommt mit der Schweiz, Uruguay, Senegal und Serbien nur noch auf vier Teams und ist damit inzwischen ziemlich weit abgeschlagen auf Rang drei der Ausrüster. Die in den vergangenen Jahren hochgejubelte US-Marke Under Armour ist in Russland gar nicht vertreten.

Mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi setzen auch die beiden derzeit größten Fußball-Superstars auf unterschiedliche Marken: Während sich der Portugiese auch persönlich von Nike ausrüsten lässt, ist der Argentinier ein Adidas-Werbegesicht. Beide sind also auch beim Privatsponsoring dem jeweiligen Ausrüster ihres Nationalteams treu, was jedoch nicht bei allen Spielern der Fall ist.

Beim DFB beispielsweise laufen die Spieler in unterschiedlichen Schuhen auf. Dort ist elfmal Nike und elfmal Adidas vertreten – Marco Reus setzt als einziger auf Puma. Auf alle WM-Teams bezogen hat Nike jedoch leicht die Nase vorn, geschätzt etwa 60 Prozent der Spieler tragen Schuhe mit dem „Swoosh“.

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Adidas Aktie: Einziger Fifa-Partner

Adidas stellt dafür den offiziellen WM-Ball „Telstar“, der bei allen Spielen zum Einsatz kommt und sich zum Verkaufsschlager mausern soll. Zudem rüstet der Hersteller aus Herzogenaurach die Schiedsrichter aus – und ist als einziger Sportartikelhersteller offizieller Fifa-Partner, der somit auch bei allen Spielen werben darf.

Doch so stark beide Marken auch bei dem Turnier vertreten sind – konkrete Zahlen dazu, wie sich die WM auf die eigenen Umsätze auswirken wird, wollten beide Konzerne im Vorfeld nicht prognostizieren.

Zwar dürften die Verkäufe von Bällen, Schuhen und den extra teuren WM-Trikots im Umfeld der WM durchaus angekurbelt werden, doch im Gegensatz zu Brasilien 2014 hält sich die Euphorie in Russland deutlich in Grenzen, zumal das riesige Land wirtschaftlich in Schwierigkeiten steckt und sich seit geraumer Zeit mit Sanktionen der USA und der EU herumschlagen muss.

Dementsprechend bleibt die Weltmeisterschaft wohl in erster Linie eine gigantische Marketingmaschine für beide Ausrüster, die zuletzt jeweils ohnehin mit starken Geschäftszahlen punkten konnten.

Dennoch ist die Adidas Aktie zuletzt hinter ihr Jahreshoch zurückgefallen und sucht nun neue Impulse – während die Nike Aktie im Dauerlaufmodus seit Monaten aufwärts tendiert.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.