Adidas kauft eigene Aktien zurück

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Sportartikelhersteller Adidas kauft eigene Aktien zurück. Erfahren Sie, warum Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen und was das für Sie als Anleger bedeutet. (Foto: Lenscap Photography / Shutterstock.com)

Der im DAX gelistete deutsche Sportartikelriese Adidas hat gestern mitgeteilt, in der vergangenen Woche eine erhebliche Anzahl eigener Aktien zurückgekauft zu haben.

Bevor Sie gleich erfahren, warum Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen und wie sich Aktienrückkäufe auswirken (können), sollen Sie noch genaue Zahlen zu den Rückkäufen von Adidas aus der vergangenen Woche erfahren.

Adidas hat in der vergangenen Woche insgesamt 60.365 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 311,94 Euro zurückgekauft. Damit hat das Unternehmen aus Herzogenaurach in Summe für knapp 19 Mio. Euro eigene Aktien zurückgekauft.

Im Rahmen des von 2018 bis 2021 laufenden Aktienrückkaufprogramms hat Adidas bislang fast 8,5 Mio. eigene Aktien zurückgekauft. Alleine in der 3. Tranche seit dem 7. Januar dieses Jahres hat das Unternehmen gut 167.000 eigene Aktien erworben. Schauen wir uns nun an, warum Unternehmen Aktien zurückkaufen und wie sich Aktienrückkäufe auswirken.

Aktienrückkäufe: Gründe und Auswirkungen

Die drei häufigsten Gründe für Aktienrückkäufe sind folgende:

  1. Das Unternehmen will den eigenen Aktienkurs aufpolieren und zeigen, dass man im Unternehmen die eigene Aktie für unterbewertet hält.
  2. Das Unternehmen, das eigene Aktien zurückkauft, will damit die Aktionäre bei Laune halten, da es sich dabei gewissermaßen um eine zusätzliche Ausschüttung (neben den Dividenden) handelt.
  3. Ein reifes Unternehmen kann mit Aktienrückkäufen dafür sorgen, dass trotz Gewinnstagnation der Gewinn je Aktie steigt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt. So wird die Aktie wieder attraktiver.

Nun zu den Folgen von Aktienrückkäufen: Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsensprache sagt man weniger brutal einzieht), hat das mehrere positive Wirkungen.

  1. Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).
  2. Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividenden-Rendite.
  3. Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  4. Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Sie sollten nicht nur auf Aktienrückkäufe achten

Aktienrückkäufe können sich also durchaus positiv auswirken und tun dies in sehr vielen Fällen auch. Dennoch sollte ein Aktienrückkauf-Programm für Sie als Anleger nicht als alleiniges Kaufargument für eine Aktie reichen.

Wählen Sie daher Aktien aus, die den Spagat aus Aktienrückkäufen, Dividenden-Ausschüttungen, ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder schaffen. Damit stehen Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf der Gewinnerseite.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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