Ado Properties und Adler Real Estate schaffen neuen Wohnungsriesen

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Ado Properties und Adler Real Estate bringen Fusion auf die Zielgerade: Zusammenschluss soll drittgrößten Wohnimmobilienkonzern Deutschlands schaffen. Bislang zeigt sich das Management trotz Corona-Krise zuversichtlich. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Mitten in der weiter fortschreitenden Coronakrise sind zwei Unternehmen auf dem besten Weg, sich zum drittgrößten Wohnimmobilienkonzern in Deutschland zusammenzuschließen. Nach dem neusten Stand ist die Übernahme der Adler Real Estate durch Ado Properties auf der Zielgeraden. Inzwischen haben 92% der Anleger dem Kaufangebot der Luxemburger zugestimmt. Mit dem Anteil der eigenen Aktien liegt die Quote sogar bei 94%. Das kombinierte Unternehmen soll den Namen Adler Real Estate Group tragen und ist ein Kandidat für den MDAX.

Fusion schafft neues Schwergewicht auf dem Immobilienmarkt

Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Riese auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Mit rund 75.000 Wohnungen und einer Bewertung von über 8,5 Milliarden Euro steigt der Konzern zum drittgrößten Player auf. Dabei soll die Fusion vor allem das Geschäftsmodell verbreitern.

Sie müssen wissen: Ado Properties besitzt vor allem Wohnungen in Berlin, während das Portfolio von Adler primär aus Lagen in Städten aus der zweiten Reihe in Nordrhein-Westfalen besteht. Nach dem Zusammenschluss wollen beide Unternehmen zudem den Berliner Projektentwickler Consus Real Estate schlucken, der dann für Nachschub an Mietwohnungen deutschlandweit sorgen soll.

Synergien von 25 Millionen Euro angepeilt

Mit dem Deal soll aber auch die Effizienz deutlich gesteigert werden, da der Immobilienbestand deutlich größer ist und vor allem durch die Nutzung einer gemeinsamen IT Einsparungen ermöglicht werden sollen. Auf Sicht der kommenden zwei Jahre rechnen die beiden Firmen mit einem möglichen Synergiepotenzial von 25 Millionen Euro.

Auswirkungen der Corona-Krise noch ungewiss

Die Fusion erfolgt in einer Zeit, in der auch die Immobilienkonzerne die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Laut Maximilian Ricker, der Co-Vorstand der neuen Gesellschaft, werden die wirklichen Effekte aber erst im Mai sichtbar. Dann wird sich zeigen, wie stark die wirtschaftlichen negativen Belastungen bei den Mietern auch auf die Bilanz des Konzerns durchschlagen.

Große deutsche Wohnungskonzerne wie LEG oder Deutsche Wohnen haben bereits angekündigt, ihren Mietern entgegenzukommen. Konkret könnte also auf Mieterhöhungen verzichtet werden oder Mietstundungen bei Härtefällen erfolgen.

Bislang herrscht noch Zuversicht

Bislang hält das Konzernmanagement die Folgen noch für überschaubar. Allerdings macht sich mittelfristig der Mietendeckel negativ bemerkbar. Für das laufende Jahr peilt Ado Properties gemeinsam mit Adler Real Estate Nettomieteinnahmen in der Größenordnung von 280 bis 300 Millionen Euro an. Der sogenannte FFO (Fund From Operations), der sich aus dem Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern abzüglich der Gewinne aus Verkäufen zusammensetzt, soll zwischen 105 und 125 Millionen Euro liegen.

Dabei rechnet das Unternehmen mit Belastungen aufgrund des Berliner Mietendeckels von 1 Millionen Euro in diesem und 9 Millionen Euro im kommenden Geschäftsjahr (bezogen auf den FFO). Unter dem Strich fallen 35% der Mieterträge beider Gesellschaften unter die neue Regelung.

Minderheitsbeteiligung an Consus

Die neue Adler Real Estaate Group erhält über eine Minderheitsbeteiligung Zugriff auf den Projektentwickler Consus. Bei Consus handelt es sich um einen klassischen Projektentwickler, also um risikoreicheres Geschäft. Derzeit verfügt Consus über einen aktuelles Bestandsvolumen von rund 12 Milliarden Euro. In den kommenden drei Jahren soll das Volumen um 25% gesteigert werden. Mit dem Zugriff auf den Entwickler soll in den kommenden Jahren dann auch der Zugriff auf weitere Mietobjekte erfolgen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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