Adobe Systems und Electronic Arts trotzen der Corona-Krise

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Adobe Systems und Electronic Arts werden nicht durch die Corona-Krise belastet, die Geschäfte laufen unvermindert weiter. (Foto: jejim / shutterstock.com)

Adobe Systems hat für das 1. Halbjahr beeindruckende Zahlen vorgelegt und meine hohen Erwartungen weit übertroffen. Der Umsatz stieg um 16,4% auf rund 6,2 Mrd. $. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von fast 60% auf 4,23 $ pro Aktie gelungen. Besonders gut lief es im Bereich Digital Media. Hier konnten die bekannten Software-Lösungen neue Rekorde erzielen. Die Strategie geht auf.

Adobe möchte die Welt kreativer machen und bietet dafür die richtigen Lösungen

Durch flexible Abonnement-Modelle werden hohe einmalige Verkaufspreise vermieden, die oft abschreckend wirkten. Ein monatliches Abonnement-Modell wird deutlich attraktiver wahrgenommen, obwohl Adobe unterm Strich mehr verdient. Zudem sind die Zahlungsströme kontinuierlicher und damit besser planbar.

In Sachen Produkt macht Adobe keiner etwas vor. Der Software-Konzern ist unbestrittener Marktführer bei Grafik-Programmen. Gleichzeitig sind die PDF-Verarbeitungsprogramme aus der heutigen Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken. Adobe ist eine Institution und weiß seine Marktmacht gezielt auszuspielen, um weiterzuwachsen und jeden Konkurrenten weit hinter sich zu lassen.

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben dem Konzern nicht geschadet

Im Gegenteil: Da die Digitalisierung weltweit noch stärker an Fahrt aufgenommen hat, werden auch innovative Software-Lösungen vermehrt nachgefragt. Für 2020 rechnen ich mit weiteren Rekorden beim Umsatz und Gewinn. Die hohe Bewertung, gemessen an KGV und PEG, ist noch vertretbar.

Unternehmensporträt

Das im Jahr 1982 gegründete Softwarehaus Adobe Systems ist nicht nur durch sein plattformübergreifendes PDF-Format populär. Auch im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist das Unternehmen mit Photoshop und zahlreichen anderen Softwarewerkzeugen sehr gut vertreten. Insgesamt ist Adobe heute in den 3 Kerngeschäftsbereichen tätig: Digital Media, Digital Marketing und Print and Publishing.

Electronic Arts hat das Geschäftsjahr mit Rekordergebnissen abgeschlossen

Der Umsatz stieg um 11,9% auf rund 5,5 Mrd. $. Unterm Strich konnte ein Gewinn von mehr als 3 Mrd. $ ausgewiesen werden. Der Gewinn hat sich fast verdreifacht. Die Grundlage für diese Erfolge lieferten vor allem die altbekannten Spieleklassiker wie FIFA, The Sims, Need for Speed oder Star Wars.

Electronic Arts verfügt über ein breites Spektrum an erfolgreichen Evergreens, die regelmäßig als Neuauflage oder Erweiterung erscheinen und jedes Mal die Kassen klingeln lassen. Ein weiterer wichtiger Baustein der profitablen Wachstumsstrategie sind digitale Güter, die im Spiel kostenpflichtig – gegen reales Geld – erworben werden können. So können beispielsweise kosmetische Veränderungen oder zusätzliche Erweiterungen im Spiel freigeschaltet werden.

Electronic Arts setzt auf cloudbasiertes Gaming

Um noch schneller zu wachsen, setzt Electronic Arts künftig verstärkt auf strategische Partner. Auf der cloudbasierten Gaming-Plattform Stadia sollen fünf der wichtigsten EA-Spiele spielbar gemacht werden. Die Plattform wird von der Google-Mutter Alphabet betrieben. Cloudbasiertes Gaming gilt als einer der wichtigsten Zukunftstrends im Gaming-Bereich. Auch NVIDIA und Sony sind in diesem Bereich positioniert.

In der Corona-Pandemie zählt Electronic Arts zu den klaren Gewinnern

Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen haben sich viele Nutzer die Zeit mit Computerspielen vertrieben. Neben diesen kurzfristigen Effekten entdeckt vielleicht auch ein Spieler die alten Klassiker langfristig für sich wieder.

Unternehmensporträt

Die 1982 gegründete Electronic Arts (EA) ist der weltweit führende Anbieter von interaktiver Spiele-Software für den PC (wie EA Sports oder Harry Potter) und für Videospiel-Konsolen (PlayStation, Xbox und Nintendo GameCube). Daneben betreibt der Konzern die Online- und E-Commerce-Division EA.com und bezieht Abonnementgebühren.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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