Ärmel hochkrempeln: Lösungen müssen her

Es wird Zeit in der Flüchtlingskrise endlich Lösungen zu finden. Hier sind sie. (Foto: Birgit Reitz-Hofmann)

Sie sehen, hören und lesen es jeden Tag: Die Flüchtlingskrise ist das dominierende Thema in Deutschland. Und in Europa.

Lösungen müssen her

Wie wir Ihnen bereits gesagt haben: Bislang tut sich die Europäische Union schwer damit, das anhaltende Asyldrama zu lösen.

Die Einstellung: Wir geben ein bisschen Entwicklungshilfe, ansonsten schauen wir zu und hoffen, dass es gut geht, reicht längst nicht mehr aus. Das wissen Sie inzwischen selbst. Lösungen müssen her. Und zwar jene, die wir Ihnen nachfolgend präsentieren.

Bekämpfung der Fluchtursachen

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) will vor allem die Fluchtursachen bekämpfen, damit sich die Menschen gleich gar nicht auf den Weg nach Europa machen. Außerdem sollen die Aufnahmeregionen stabilisiert und reintegriert werden.

Wissen Sie, was das im Klartext heißt? Friedliche Lösungen von gewaltsamen Konflikten sollen gefunden werden, um Eskalationen zu vermeiden.

Neben einer politischen Sicherheit soll auch die wirtschaftliche Stabilität vor Ort gefördert werden. Etwa mit schnell wirksamen Beschäftigungs- und Ausbildungsprogrammen, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die Lebensbedingungen zu verbessern.

Hilfe für die Nachbarländer

Nachbarländer, wie etwa der Libanon, in die die meisten Flüchtlinge ausweichen, werden mit deutschen und europäischen Investitionen in Infrastrukturen unterstützt. Allerdings dürfen Sie dahingehend ein großes Problem nicht vergessen:

Die Konkurrenzsituation zwischen den Hinzugekommenen und der heimischen Bevölkerung, die oft auftritt. So kommt es mitunter zu Streitigkeiten um Nahrungsmittel, Wasser, dem Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem sowie dem Arbeitsmarkt.

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Unterstützung und Wiederaufbau

Sie wissen: Vor allem mit Hilfe Russlands ist es inzwischen gelungen, die Terrormilz Islamischer Staat größtenteils aus Syrien zu vertreiben. Der US-amerikanisch geführten Allianz gelang dies im Irak.

Jetzt muss der nächste Schritt sein, diese Kriegsländer wieder zu befrieden. Danach können sich die einheimischen Regierungen und die internationale Gemeinschaft dem Wiederaufbau widmen. Und damit eine Rückkehr für die Millionen Flüchtlinge in diese Regionen erst wieder ermöglichen.

Das gehört zur Wahrheit dazu: Rückkehr nach Flucht unwahrscheinlich

Verstehen Sie das nicht falsch: Wenn sich die Menschen erst einmal außerhalb ihrer Heimatländer, größtenteils also in Europa, niedergelassen haben, ist eine Rückkehr sehr unwahrscheinlich.

Sehen Sie, diese Kinder gehen dann hier in den Kindergarten und in die Schule. Die Eltern haben vielleicht einen Arbeitsplatz. Deshalb ist es unwahrscheinlicher, dass sie in ein Land zurückkehren, das gerade erst einen Krieg beendet hat.

Dieser Auffassung ist auch Paul Collier, Professor für Ökonomie und Direktor des Centre for the Study of African Economies an der Universität Oxford.

Wirtschaftswissenschaftler: Europa beraubt Menschen

Collier geht sogar noch einen Schritt weiter und meint, Europa würde Syrien genau jener Menschen „berauben“, die das Land am meisten braucht. Und das wäre nichts anderes als eine auf intellektueller Faulheit beruhende Wohlfühlpolitik für Gutmenschen.”

Ebenso könnte man Arbeitsplätze für Flüchtlinge in den Nachbarstaaten fördern.“ Der Professor mahnt: Was auch immer Europa tue, es müsse diese Politik der Verlockung beenden.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.