AeroVironment-Aktie: Drohnenfirma nach Zahlen im rasanten Sinkflug

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AeroVironment-Aktie: Drohnenhersteller nach Zahlen unter Druck. Aktie rutscht nach Gewinneinbruch deutlich ab. Prognose bleibt weiter bestehen (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Innerhalb der vergangenen fünf Wochen hat die Aktie des Drohnenherstellers AeroVironment ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Der zuletzt an Dynamik gewinnende Kursrutsch war auf die vorgelegten Zahlen zum abgelaufenen Quartal zurückzuführen. Trotz stabilen Umsätzen rauschte der Gewinn deutlich in den Keller.

Vom „Tretflugzeug“……

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen und die Prognosen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell von AeroVironment noch näher vorstellen. Bei dem US-Technologie-Konzern handelt es sich um kein Startup-Unternehmen. Gegründet wurde der Konzern bereits im Jahr 1971. Sie werden es nicht glauben: In seinen Anfangs-Jahren macht AeroVironment mit Flugzeugen auf sich aufmerksam, die mithilfe purer Muskelkraft betrieben wurden.

…zum Weltmarktführer für Militärdrohen

Später entwickelten die Ingenieure dann solarbetriebene Flugzeuge bevor der Konzern zum Marktführer für unbemannte Flugzeuge aufstieg. Der Großteil der Einnahmen von AeroVironment stammt aus dem Verkauf unbemannter Überwachungsflugzeuge an das US-Militär. Neben unbemannten Fluggeräten und taktischen Raketensystemen für das Militär expandiert das Unternehmen aber auch in den kommerziellen Drohnenmarkt mit Drohnen, die zur Inspektion von Ölpipelines und zur Überwachung von Nutzpflanzen eingesetzt werden können.

Seit dem letzten Jahr entwickelt die Firma mit dem japanischen Technologie-Riesen SoftBank den ersten Sunglider. Dabei handelt es sich um eine mit Solarstrom betriebene HAPS. Die Abkürzung HAPS (High Altitude Platform Station) bezieht sich dabei auf Systeme, bei denen unbemannte Objekte wie Flugzeuge, die in der Stratosphäre fliegen, wie Telekommunikationsbasisstationen betrieben werden können, um die Konnektivität über weite Bereiche (Radius etwa 200 Kilometer) zu gewährleisten.

Der Sunglider kann damit Mobilfunknetze mit einem Durchmesser von bis zu 200 km aus einer Höhe von 20 km aufbauen. Das liefert vor allem für Gegenden mit Funklöchern einen enormen Mehrwert. Doch auch in den entwickelten Ecken der Welt könnte der fliegende Funkturm eine große Hilfe sein. Zum Beispiel, um bei Bedarf die Bandbreite von 5G-Netzen zu erhöhen.

Umsatz auf Vorjahresniveau

Im abgelaufenen Quartal verharrten die Umsätze mit 87,5 Millionen Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+0,6%). Dabei teilten sich die großen „Umsatzblöcke“ wie folgt auf: 64,2% gingen auf das Konto von kleinen unbemannten Drohnen, 18,7% wurden mit der solarbetriebenen HPS-Station erzielt und weitere 10,8% wurden mit Taktischen Raketensystemen erzielt.

Gewinn geht in die Knie

Auf Grund von höheren Investitionskosten und schwächeren Margen musste AeroVironment aber deutliche Abstriche beim Gewinn verkraften. Unter dem Strich sackte der Nettogewinn auf 10,08 Millionen Dollar zusammen. Für Sie zum Vergleich: Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 17,11 Millionen Dollar in den Büchern.

Prognose bleibt bestehen

Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Konzern einen Umsatz zwischen 390 und 410 Millionen Dollar an. Das wäre ein leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr (367,3 Millionen Dollar). Beim Gewinn je Aktie geht die Konzernführung von 1,65 bis 1,85 Dollar je Aktie aus. Damit errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 in der Mitte der Spannbreite.

Für die Analysten besteht damit noch Raum für Kurssteigerungen. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 85 Dollar, was knapp ein Drittel über dem aktuellen Kursniveau liegt.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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