Agrarmarkt: Diesem Markt gehört die Zukunft

Der Preisanstieg bei Agrarpreisen dürfte weiter anhalten. Lesen Sie hier die Hintergründe und welche Unternehmen davon profitieren. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wir werden noch alle die Auswirkungen des aktuellen trockenen Wetters zu spüren bekommen. Das warme sonnige Wetter erfreut zwar den Normalbürger bereits seit 2 Monaten, die Bauern sehen jedoch große Teile der Ernte in Gefahr.

Bereits jetzt ist es abzusehen, dass die diesjährige Erntesaison in Deutschland besonders mager ausfallen wird. Stellenweise wird mit Ernterückgängen von bis 50 % gerechnet.

Wettersituation in allen Agrarregionen spürbar

Nun, der Agrarmarkt ist ein globaler Markt, und da könnte man doch denken, dass eine schlechte deutsche Ernte problemlos ausgeglichen werden könnte. Unter idealen Voraussetzungen ist dies richtig. Doch die Wetterkapriolen ziehen sich über nahezu alle wichtigen Agrarregionen hindurch.

So sind die USA als weltweit größter Weizenproduzent einerseits von starken Regenfällen betroffen und andererseits in anderen Gebieten von ebenfalls lang anhaltenden Dürreperioden.

Agrarmarkt: Weizenpreis hat sich verdoppelt

Allein aufgrund der wetterbedingten Effekte konnte man beispielsweise beim Weizen in den letzten Monaten deutliche Preissteigerungen beobachten. Auf Sicht der letzten 12 Monate hatte sich der Weizenpreis sogar nahezu verdoppelt.

Die aktuellen Ernteaussichten gepaart mit Spekulationen, die von weiter steigenden Rohstoffpreisen ausgehen, lassen den Schluss zu, dass die jetzigen Preisniveaus auch weiteres Upside-Potenzial haben.

Wenn man aber die langfristigen Effekte hinzuzieht, muss man davon ausgehen, dass die Rohstoffpreise weiter ansteigen werden. Denn die Agrarbranche wird in den nächsten Jahren von unterschiedlichen so genannten Makrotrends geprägt sein.

Steigende Weltbevolkerung ein Grund für die Preisexplosion

Allen voran muss die steigende Weltbevölkerung genannt werden, die eine zukünftig erhöhte Nachfrage nach Agrarprodukten mit sich bringen wird. Darüber hinaus lässt sich auch ein Wandel der Ernährungsgewohnheiten hin zu tierischer Nahrung feststellen.

Die Herstellung tierischer Nahrung ist dabei um das Vielfache intensiver und bindet damit gleichzeitig ein Vielfaches an Agrarressourcen.

Dem steht jedoch ein nur begrenztes Flächenangebot gegenüber und damit ein nur begrenztes Angebot an Agrarrohstoffen.

Zusätzliche Steigerungen nicht mehr möglich

Zwar konnte die Ausbringungsmenge in den letzten Dekaden durch Produktivitätssteigerungen erhöht werden, es besteht jedoch eine natürliche Produktivitätsbarriere, die zusätzliche Steigerungen nicht mehr zulassen wird.

Hinzu kommen noch weitere begrenzende Effekte wie beispielsweise die zunehmende Nutzung von Agrarflächen für die Herstellung von Biokraftstoffen.

Agarunternehmen profitieren von dieser Situation

Es ist anzunehmen, dass die Agrarunternehmen angesichts der steigenden Preissituation besonders von diesem Vorgaben profitieren dürften. Börsennotierte Profiteure könnten beispielsweise die KTG Agrar AG, Tonkens Agrar AG oder die Agrarius AG sein.

Alle 3 Gesellschaften haben sich auf den großflächigen Anbau von Agrarprodukten spezialisiert.

Weiterer Profiteur von der Lage auf dem Agrarmarkt ist der Düngemittel- und Salzproduzenten K+S AG, der sich derzeit noch im MDAX befindet und mittlerweile aber als heißer DAX-Kandidat gilt.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt