Agrarrohstoffe: Den neuen Trend mit Aktien richtig ausnutzen

Die Revolutionen in Nordafrika waren der Beginn für den sichtbaren Teil der Nahrungsmittelkrise. Dies haben wir bereits zum Jahresanfang beschrieben. Nicht nur die Politik treibt, sondern auch der Hunger. Dieser Trend ist langfristig, da das Bevölkerungswachstum ungebremst weiter geht. Daher sind Agrarrohstoffe ein langfristig neuer Trend, den Sie mit Aktien nutzen können.

Einzelne Rohstoffe: Zockerwerte

Allerdings haben die vergangenen Jahre bereits gezeigt, dass die Märkte weiterhin auch von Spekulanten dominiert werden. Ob Sie auf Weizen gesetzt haben, auf Zucker, auf Soja: die Preise können stets stark steigen – und schnell wieder sinken.

Sie sind aus Sicht der meisten Investoren unkalkulierbar. Unternehmen beschäftigen spezialisierte Händler, die sich am Markt bewähren müssen. Um sich abzusichern, tätigen sie in der Regel Termingeschäfte mit festen künftigen Preisen. Daher sind auch wir am Markt für einzelne Rohstoffe vorsichtig.

Besser ist es, Unternehmen im Depot zu haben, die von Agrarrohstoffen profitieren. Dies sind besonders die Produzenten, die dann am Markt die Preise für Nahrungsmittel im Idealfall sogar kontrollieren können.

Einzel-Unternehmen: um die Ecke denken

Nahrungsmittelkonzerne, die von steigenden Preisen und einem gewaltigen Bevölkerungswachstum profitieren, sind rar gesät. Viele Produzenten sind Preisnehmer: bei den Rohstoffen als Einkäufer und an den Märkten als Verkäufer. Großkonzerne wie Nestle aber beherrschen den Markt.

Sowohl als Einkäufer können Sie Preise teilweise mitbestimmen, als auch als Verkäufer. Ganze Märkte für spezialisierte Nahrungsmittel sowie ganze Regionen sind fest in der Hand der Schweizer.

Auch Spezialfirmen mit deren besonderen Sparten profitieren: um die Ecke gedacht. Denn Düngemittelhersteller wie Kali + Salz haben ein Gut, das die Produktivität steigert. Deshalb ist K+S, wie das Unternehmen aus Kassel heute heißt, ein weiterer Profiteur. Diese Aktie wird langfristig zulegen – jenseits von Tagesspekulationen.

Traktorenhersteller interessant

Aber auch Maschinenhersteller werden von den neuen Trends profitieren. So denken wir an Traktorenhersteller – im weitesten Sinne – die in der Lage sind, mit gigantischen Maschinen die Feldbewirtschaftung besser zu organisieren als Andere. Weltmarktführer wie Deere aus den USA – zudem ist dieses Unternehmen günstig bewertet.

Agrrohstoffe selbst jedoch können Sie theoretisch auch über Zertifikate handeln. Dies bleibt aber Zockerei – und hat gerade mit Hebelprodukten viele Investoren bereits Geld gekostet.

GeVestor.de meint: Der Trend zu Agrarrohstoffen ist unübersehbar. Allerdings ist es am besten, „um die Ecke zu denken“, um dies langfristig mit Aktien richtig auszunutzen. Ansonsten stehen Sie mit Spekulanten an einem Terminmarkt – und können in viel zu vielen Fällen verlieren.

Ein weiterer Tipp zu Düngemitteln, Traktoren oder Nahrungsmittelherstellern: Konzentieren Sie sich auf die Aktien der Weltmarktführer, steigen die langfristigen Chancen. Es wird auch darauf ankommen, wer Preise durchsetzen kann.

27. Juni 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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