Ahlers überzeugt mit hoher Dividende

Dividendenrenditen von vier oder mehr Prozent sind für Anleger noch immer eine Seltenheit. Der Modekonzern Ahlers bietet seinen Aktionären derzeit sogar rund 4,6%. Doch wie groß sind die Kurschancen? Zuletzt stagnierte der Kurs ein wenig. Ob dies fundamental gerechtfertigt ist, haben wir für Sie analysiert.

Doch zunächst einige Informationen zu Ahlers. Der Konzern hat nämlich mehr Marken zu bieten, als viele glauben. Der Männermode-Hersteller Ahlers wurde 1919 von Adolf Ahlers gegründet und ist von seinem Sohn Jan Ahlers 1987 an die Börse gebracht worden.

Ahlers gehört neben Hugo Boss zu den größten Herrenausstattern Europas. Zu Ahlers gehören Marken wie Otto Kern, Pionier und Jupiter. Zudem ist Ahlers der führende Lizenznehmer für Pierre Cardin. Mit Baldessarini hat sich Ahlers den Luxusbereich erschlossen.

Operativer Verlust deutlich gesenkt

Ahlers hat sich im 3. Quartal vom schwachen Branchentrend abgekoppelt und meldete für die ersten 9 Monate ein Umsatzwachstum von 7,9%. Gleichzeitig stieg der Gewinn um rund ein Viertel.

Die Premium-Marken Pierre Cardin und Baldessarini wuchsen um 8,2% auf 128,6 Mio € und die Sparte Jeans & Workwear infolge der starken Nachfrage nach der Marke Jupiter sogar um 10,4% auf 53 Mio €.

Lediglich Men’s & Sportswear erreichte mit 16,3 Mio € nicht ganz das Vorjahresniveau, reduzierte aber dank geringerer Kosten den operativen Verlust deutlich. Die Aufgabe des Standorts Sindelfingen und die Integration der Marke Gin Tonic in die Zentrale in Herford haben sich ausgezahlt.

Ahlers hat eine Wachstumstrategie

Für das Gesamtjahr hatte das Management ein Umsatzwachstum von 5 bis 6% und einen Gewinnanstieg von 5 bis 10% prognostiziert. Aufgrund dessen und der starken Cashflow- Entwicklung halten wir auch eine Anhebung der Dividende für möglich.

In diesem Jahr erwarten wir erneut einen kräftigen Ergebnisanstieg, zumal Sonderaufwendungen nach Abschluss der Gin-Tonic-Restrukturierung entfallen und die operativen Kosten durch die Standortschließung sinken.

Zudem sollte die Shop-in-Shop-Expansion im Einzelhandel für höhere Umsätze sorgen. Geplant ist daneben der Ausbau des wachstums- und margenstarken Online-Geschäfts. Der Konflikt mit Russland dürfte sich jedoch negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken.

Zum einen wird die Auslieferung der Ware erschwert, zum anderen sinkt die Kaufkraft der Konsumenten durch die Rubel-Abwertung. Das Timing belassen wir bei 3 Sternen, weisen aber auf die hohe Dividende hin. Dies kann für langfristig ausgerichtete Anleger durchaus den Ausschlag geben.

26. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt