Air Berlin: 3 Gründe, warum diese Aktie kein Investment war

Das war für viele Air-Berlin-Aktionäre ein Schock: Die Billig-Fluglinie meldete gestern Insolvenz an. Die Aktie verlor daraufhin zeitweilig bis zur Hälfte ihres Wertes.

Als Investor hätten Sie jedoch spätestens seit Juli 2007 keinen Cent in diesen Titel investieren dürfen.

Das werde ich Ihnen anhand von 3 Gründen aufzeigen, die Sie durchaus zu Ihren Anlage-Grundsätzen machen dürfen:

Was ist passiert?

Der im Jahr 2011 ins Boot geholte Investor, die arabische Airline Etihad, versagte ihrem deutschen Zögling völlig überraschend ab sofort jegliche Finanzhilfe.

Die Air Berlin-Aktionäre fielen deshalb aus allen Wolken, weil Etihad noch vor gar nicht allzu langer Zeit eine Fortsetzung der finanziellen Unterstützung bis in den Herbst des kommenden Jahres versprochen hatte.

Grund 1: Penny-Stocks sind kein Investment

Die Nachricht löste eine Schockwelle für die Air-Berlin-Aktie aus:

Im Xetra-Handel verlor der Titel zeitweilig die Hälfte seines Wertes. Zum Handelsschluss lag das Minus bei -34% und der Kurs bei 0,51 €.

Mit einer Notierung unter 1 € gilt eine Aktie als sogenannter „Pennystock“. Diesen Titel trug Air Berlin indes schon seit September 2015.

Es ist der 1. von 3 Gründen, warum Sie als nach Erfolg strebender Investor die Air-Berlin-Aktie keinesfalls im Depot hätten halten sollen.

Grund 2: Dauerflug in den roten Zahlen

Allerdings war die Billig-Airline auch schon in den Jahren VOR September 2015 kein Investment wert. Dazu reichte ein Blick in das Zahlenwerk des Unternehmens:

Im Geschäftsbericht für das Jahr 2011 findet sich gleich auf Seite 2 das folgende Zitat des damaligen Vorstands-Chefs Hartmut Mehdorn:

„Wir haben die Voraussetzungen für den Turnaround geschaffen.“ Tatsächlich erwies sich diese Annahme nur für das Geschäftsjahr 2012 als zutreffend.

Denn Air Berlin wies in dem genannten Geschäftsbericht für die Jahre 2010 (-1,14 €) und 2011 (-3,20 €) Verluste pro Aktie aus.

Im Jahr 2012 flog die Airline mit 0,06 € pro Aktie tatsächlich hauchdünn in den Turnaround. Danach landete man indes wieder dauerhaft in den roten Zahlen.

Die Verluste vergrößerten sich dabei in jedem Geschäftsjahr von anfänglich -2,71 € auf zuletzt -6,93 € je Anteil!

Aktienkurse werden von Unternehmens-Gewinnen angetrieben

Damit haben Sie Grund Nr. 2, warum die Aktie von Air Berlin kein Investment wert war.

Eine Lektion, die ich übrigens bereits zu Beginn der 1990er-Jahre gelernt habe:

Aktienkurse werden letztlich nur von den Gewinnen getrieben, welche eine Aktiengesellschaft erzielt. Je schneller das Ergebnis wächst, umso stärker erhöht sich das Gewinn-Potenzial.

Und das gilt umgekehrt natürlich auch für Verluste, wie Ihnen der Air-Berlin-Chart gleich weiter unten noch sichtbar macht.

Die Magie des Gewinn-Wachstums

Diesen Zusammenhang verdeutlicht die folgende Grafik:

magie des gewinnwachstums_16-08-2017

Die Magie des Gewinn-Wachstums

In dieser Tabelle wird ein stetiges Gewinn-Wachstum von +25% für einen Beispiel-Konzern angenommen.

Wie sich unter dieser Voraussetzung das Ergebnis je Aktie jährlich erhöht, entnehmen Sie der Spalte „Wachstum p. a.“.

Die rechte Hälfte der Auswertung zeigt Ihnen nun, wie sich dieses Gewinn-Wachstum auf den Aktienkurs auswirkt.

Dabei wurde eine gleichbleibende Bewertung anhand eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von 10 bzw. 25 unterstellt.

Das Erstaunliche: Das Gewinn-Potenzial bleibt bei beiden angenommenen Bewertungen völlig gleich. Schon nach 5 Jahren kann sich der Aktienkurs verdreifachen.

Und ich habe hier NUR ein Gewinn-Wachstum von +25% pro Jahr konstatiert!

In meinem Börsendienst „Die Wachstumsaktien-Strategie“ mache ich mir übrigens genau diese „Magie des Gewinn-Wachstums“ zunutze.

Grund 3: Charttechnik – Seit Juli 2007 war Air Berlin kein Investment wert

Der 3. Grund, warum Sie eine Air-Berlin-Aktie spätestens seit Juli 2007 niemals hätten kaufen sollen, macht Ihnen der Chart sichtbar:

air berlin_16-08-2017

Air Berlin: Seit Juli 2007 nur noch im Sinkflug!

In jenem Monat wurde der anfängliche Aufwärtstrend der Aktie nach unten verlassen. Seither befindet sich der Air-Berlin-Kurs in einem anhaltenden Sinkflug.

16. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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