Air Berlin: Jagen Sie der Übernahme-Chance nicht hinterher

Lufthansa gibt Air Berlin-Übernahme-Spekulationen einen Korb. Der Dauer-Übernahme-Kandidat sollte von Ihnen unbedingt gemieden werden. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Das Übernahme-Geschäft eröffnet Anlegern sehr große Gewinn-Chancen.

Gleichzeitig bieten weit fortgeschrittene Übernahmen sicherheitsorientierten Anlegern attraktive Investitions-Möglichkeiten.

In der Vorwoche hatte ich Ihnen geschrieben, dass der Übernahme-Prozess nicht mit der Übernahme-Offerte beendet ist, sondern dann erst beginnt.

Die Jagd nach attraktiven Zielen beginnt sogar noch eher. Wer die Übernahme-Prämie auf den Aktienkurs kassieren will, die im Schnitt bei rund 30% liegt, der muss schon vorher investiert sein.

Denn hat sich erst einmal rumgesprochen, dass die Chance auf einen Deal groß ist, dann preist der Markt die Extra-Chance ein. Ihr Potenzial wird dadurch geringer.

Worauf Sie bei Übernahme-Gerüchten achten sollten

Kursieren Übernahme-Gerüchte, lohnt es sich für Sie, diese zu prüfen.

Doch Vorsicht: Auch wenn Sie die Gerüchte als glaubwürdig einstufen, leitet sich daraus nicht automatisch eine Investitions-Chance ab!

  1. Chance: Prüfen Sie, was für Sie noch zu holen ist. Manchmal wird eine Übernahme-Chance zu stark eingepreist. Der Deal wird als sehr wahrscheinlich eingestuft und der Aktienkurs steigt über den Angebots-Preis. Unter Umständen haben Sie dann den sicheren Verlust eingekauft.
  1. Ursprung: Auch wenn sich für Sie ein schlüssiges Bild ergibt. Achten Sie auf die Seriosität der Quelle. In dubiosen Internetforen werden für Laien überzeugend wirkende Übernahme-Stories zu hochriskanten Pennystocks (Aktien unter 1 €) zusammengebastelt, um den Kurs in die Höhe zu treiben.
  1. Betrug: Erhalten Sie von Unbekannten Übernahme-Informationen per Telefon (aus dem Ausland) „zugesteckt“, ist es eine klassische Betrugsmasche und ein Fall für die Kripo.
  1. Stand-Alone-Wert: Achten Sie darauf, in welcher Verfassung der Übernahme-Kandidat sich befindet. Spekulationen auf angeschlagene Übernahme-Kandidaten sind riskant. Fragen Sie sich, wie viel Ihr Unternehmen noch wert sein könnte, wenn der Deal scheitert.

Air Berlin: Seit 2011 keine geeignete Übernahme-Spekulation

Besonders der 4. Punkt ist wichtig. Denn die Situation, dass Sie über die Medien von einer nahenden Übernahme erfahren ergibt sich häufiger.

Wie wichtig es ist, zu prüfen was Sie da kaufen, zeigt ein aktuelles Beispiel:

Seit mehreren Jahren ranken sich Übernahme-Gerüchte um Deutschlands zweitgrößte Luftfahrt-Gesellschaft Air Berlin.

Während es lange hieß, dass Großaktionär Etihad einen Deal anstrebt, rückte zuletzt die Lufthansa als potenzieller Bieter in den Fokus.

Doch die Lufthansa gab den Spekulationen heute, am 26.06.2017, einen Korb.

Unternehmens-Chef Carsten Spohr nannte gleich 3 Gründe, warum, die Lufthansa nicht zeitnah Air Berlin übernehmen werde:

Neben dem hohen Schuldenberg und dem zu hohen Kosten-Niveau sprächen auch kartellrechtliche Gründe gegen einen Deal.

Die Aktie reagierte mit einem 4%-Abschlag auf die Nachricht. Das alleine ist zu verkraften, wenn sich die Übernahme-Chance verflüchtigt. Doch stellt sich die Frage, ob es dabei bleibt.

Operativ hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren wenig Gründe für eine Investition geliefert. Immer wieder musste der Großaktionär Etihad mit Finanzspritzen aushelfen.

Der Aktienkurs hat gegen den steigenden Markt verloren.

Fall Air Berlin: Ausblick und Fazit

Der Konzern peilt zwar für 2018 wieder operative Gewinne an, doch ob das Ziel erreicht wird, ist im hart umkämpften Markt mit Ryanair, Lufthansa/Eurowings und Easyjet ungewiss.

Kommt es zu einer erneuten Enttäuschung, könnte die Aktie weiter unter Druck geraten. Mittelfristig ist sogar der Fortbestand des Unternehmens in Gefahr.

Anleger, die auf einen Deal spekulieren, sollten sich fragen, ob Übernahme-Chance und Investitions-Risiko in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen.

Aus unserer Sicht lohnt es sich derzeit nicht, bei Air Berlin der seit Jahren anhaltenden Übernahme-Chance hinterherzujagen.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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