Airbus-Aktie: Flugzeugbauer nach Großauftrag im Höhenflug

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Die Flugzeugmesse in Paris liefert zwar Kurs-Impulse, wie unser Experte Richard Mühlhoff weiß, aber das Potenzial der Airbus-Aktie ist begrenzt. (Foto: vaalaa / Shutterstock.com)

Die vergangenen Jahre waren gute Jahre für die Airbus-Anleger – den Eindruck muss man zumindest gewinnen, wenn man sich den Aktienkurs näher ansieht:

Auf Sicht von 5 Jahren ging es um satte 188% nach oben. Aktuell notieren die Papiere auf dem höchsten Stand seit dem Börsengang vor gut 17 Jahren.

Auch der Vergleich zum europäischen Börsen-Index Eurostoxx 50 macht deutlich, dass Beschwerden über die Kurs-Entwicklung absolut fehl am Platz sind.

Denn der Index kommt im gleichen Zeitraum gerade mal auf ein Kursplus von 62%.

Den jüngsten Kursschwung löste die aktuelle Luftfahrtmesse in Paris aus. Dort konnte sich der europäische Flugzeugbauer einen renommierten Großauftrag sichern.

Größter Luft- und Raumfahrt-K0nzern Europas

Airbus gilt als Europas größtes Luft- und Raumfahrt-Unternehmen sowie als einer der größten Rüstungs-Konzerne weltweit.

Der  Flugzeug-Hersteller ist in diesen Bereichen tätig:

  • in der zivilen Luftfahrt,
  • im Bereich der Verteidigungs-Technologie,
  • beim Bau von Hubschraubern,
  • in der Raumfahrt,
  • bei der Konstruktion und Fertigung von Transport- und Kampfflugzeugen
  • sowie den dazugehörigen Dienstleistungen.

Zur Airbus Group gehören unter anderem der zivile Flugzeugbauer Airbus, der Hubschrauber-Hersteller Eurocopter und das Raumfahrt-Unternehmen Astrium.

Umsatz mehr als verdoppelt

Die Umsatz-Entwicklung konnte sich dabei durchaus sehen lassen: Seit 2002 kletterten die Erlöse von 29,9 auf zuletzt 66,5 Mrd. €.

Aus einem Verlust von 266 Mio. € wurde ein Gewinn von 995 Mio. €. Allerdings lag die Gewinnspanne mit 1,49% zuletzt deutlich tiefer als im Vorjahr (4,18%).

Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete der Flugzeugbauer einen Umsatz-Anstieg auf 13 Mrd. € (+7% zum Vorjahr).

Auf Grund von Sondereffekten aus dem Verkauf des Verteidigungs-Elektronik-Geschäfts sprang der Gewinn deutlich stärker auf 608 Mio. € nach oben (+52%).

Ambitionierte Prognosen der Konzernführung                                                               

Die Investment-Story ist schnell erzählt: Immer mehr Menschen nutzen Flugzeuge als Transportmittel.

Besonders die neu entstehende Mittelschicht in den Schwellenländern könnte dazu beitragen, dass die sportlichen Prognosen der Airbus-Führung zumindest teilweise eintreffen.

Die Firma geht nämlich davon aus, dass in den kommenden 20 Jahren 34.900 neue Passagier-Flugzeuge nachgefragt werden.

Allerdings zeigt sich, dass nicht alle Flugzeuge des Konzerns hiervon profitieren dürften.

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Das Dickschiff der Lüfte mutiert zum Ladenhüter….     

Denn die Prognosen zum Airbus A380, dem weltgrößten Flugzeug, stellen sich rückblickend als viel zu sportlich heraus:

Jedes Jahr wollte Airbus 2 neue Fluggesellschaften als Kunden gewinnen, das Absatzziel lag bei stolzen 750 Flugzeugen. Über 30 oder 40 Jahre sollte das Modell im Einsatz bleiben.

Mittlerweile hat sich Ernüchterung breitgemacht und die Konzernführung prüft, wie sie die Produktionsrate reduzieren kann.

Sie müssen wissen: Seit mehr als 15 Monaten gab es keine Bestellung mehr.

Die Gründe sind schnell gefunden: Der Flieger mit seinen 4 Triebwerken rechnet sich nur bei annähernder Vollbesetzung und kann auf Grund der Größe nicht alle Flughäfen ansteuern.

Kein Wunder also, dass zahlreiche Experten das Flugzeug als zu teuer und unflexibel abstempeln.

Jetzt will der Konzern seinen Riesenjet A380 aufhübschen und eine spritsparende Variante an den Start bringen.

Durch den Anbau riesiger, abgeknickter Flügelenden könne der Treibstoff-Verbrauch des weltgrößten Passagierjets um 4% schrumpfen, heißt es.

Zusammen mit Veränderungen in der Kabine, die Platz für mehr Fluggäste schaffen, könnten diese die Kosten bei dem als Entwicklungs-Studie vorgestellten A380plus je Sitzplatz um13% senken.

Flugzeugmesse weckt Hoffnungen     

Zugleich weckte ein gerade gemeldeter Großauftrag die Hoffnungen der Anleger.

Denn der Flugzeug-Finanzierer des US-Konzerns General Electric, Gecas, bestellte gerade 100 Mittelstreckenjets aus der modernisierten A320neo-Modellfamilie.

Laut Preisliste hat der Auftrag einen Gesamtwert von etwa 10,8 Mrd. US-Dollar (9,6 Mrd. €). Allerdings sind bei Flugzeug-Bestellungen hohe Preisnachlässe üblich.

Analysten sehen nach Kursrally nur noch begrenztes Potenzial

Nach dem rasanten Kurs-Anstieg sehen die Experten nur noch sehr begrenztes Aufwärts-Potenzial:

Sie erwarten einen Gewinn-Anstieg von 3,4 auf 4,6 € pro Aktie im kommenden Jahr. Damit ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 für 2018.

Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 80,50 € aber nur 5% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.