Airbus mit guten Zahlen, aber …

Airbus lieferte gute Quartalszahlen ab. Es gibt allerdings 2 Probleme, die Ihnen hier von unserem Experten Sascha Mohaupt erläutert werden: (Foto: EQRoy)

Gestern wurde an der deutschen Börse nicht gehandelt.

Und auch heute befinden sich die einheimischen Märkte in einer Art Dornröschenschlaf (auf Grund des Feiertages in einigen Bundesländern).

Die Quartalsberichts-Saison geht indes unvermittelt weiter.

So veröffentlichte gestern Airbus sein Zahlenwerk. Diese Zahlen fielen im Grunde genommen recht positiv aus, es gibt allerdings ein kleines “Aber”:

Airbus im Unternehmens-Portrait

Die Airbus Group, die lange unter dem Namen EADS firmierte, ist das größte Luft- und Raumfahrt-Unternehmen in Europa und das zweitgrößte weltweit.

Doch auch in der Rüstungs-Industrie ist der Konzern fest verwurzelt. Zum Repertoire von Airbus zählen diese Bereiche:

  • zivile Luftfahrt,
  • Verteidigungs-Technologie,
  • der Bau von Hubschraubern,
  • Hardware für die Raumfahrt,
  • Konstruktion und Fertigung von Transport- und Kampfflugzeugen
  • sowie die in diesen Bereichen dazugehörigen Dienstleistungen.

Quartalszahlen fallen positiv aus

Die Zahlen zum 3. Quartal sorgten an der Börse für eine kleine positive Überraschung:

So stieg der Umsatz um 2% auf 14,2 Mrd. €. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Ebit) gab allerdings um 4% auf 697 Mio. € nach.

Der Gewinn unter dem Strich konnte sich nahezu versiebenfachen. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass letztes Jahr eine ungewöhnlich hohe Steuerlast am Ergebnis gezehrt hatte.

Für das Gesamtjahr wurden die bisherigen Prognosen bekräftigt. Der operative Gewinn und der Gewinn je Aktie soll demnach im mittleren 1-stelligen Prozentbereich gesteigert werden.

Sondereffekte sowie der Kauf und Verkauf von Konzernteilen sind dabei aber herausgerechnet.

Strafzahlungen und Triebwerks-Probleme

Es gibt allerdings ein paar kleine Wehrmutstropfen:

Wie die Luft- und Raumfahrtindustrie für Wachstum sorgtDie Geschichte Luft- und Raumfahrt: ein Beispiel, wie technologischer Fortschritt für stetes Wirtschaftswachstum und Perspektiven sorgt. › mehr lesen

So gibt es Ermittlungen von Korruptions-Fahndern in Großbritannien und den USA, die sich nachhaltig auf das Zahlenwerk auswirken dürften.

Wie hoch mögliche Strafzahlungen sind, darüber wurden keine Angaben gemacht.

Ferner gibt es Triebwerks-Probleme:

Gerade beim Mittelstrecken-Jet A320neo sorgten diese dafür, dass es nicht zu der geplanten Auslieferung der anvisierten 200 Maschinen kommen wird.

Insgesamt hat der Konzern in diesem Jahr bislang übrigens 454 Maschinen ausgeliefert – ein Rückgang von 8 Flugzeugen im Vergleich zum Vorjahr.

Für Langfrist-Anleger ein interessanter Wert

Mit Kursen jenseits der 85-€-Marke befindet sich die Aktie in der Nähe ihrer Allzeit-Höchststände. Dennoch fallen die fundamentalen Kennziffern noch recht positiv aus:

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 20 ist die Aktie fair bewertet. Auch die Dividendenrendite von knapp 2% ist akzeptabel.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie in einem intakten Aufwärtstrend. Aus diesem Grund rechne ich mit einer weiteren Aufwärts-Bewegung.

Das Unternehmen ist ohnehin recht gut aufgestellt:

Die Zahl der Flugpassagiere dürfte in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

So sprechen einige Experten davon, dass sich diese in den nächsten 20 Jahren verdoppeln dürften.

Aus diesem Grund spricht langfristig einiges für weiter steigende Kurse.

Kurzfristig könnten die angesprochenen Probleme jedoch zu einem Rücksetzer führen, der langfristigen Anlegern eine günstige Einstiegs-Chance bieten würde.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.