Airbus weiter im Steigflug?

Steigende Passagierzahlen und höhere Rüstungs-Ausgaben – die langfristigen Aussichten für die Airbus-Aktie stehen gut. Hier alles Weitere: (Foto: EQRoy)

Die Flugzeugbauer blicken derzeit recht optimistisch in die Zukunft.

Das Unternehmen Airbus rechnet damit, dass sich in den kommenden 20 Jahren das Passagier-Aufkommen mehr als verdoppeln wird.

Allein das wäre Grund genug, den Konzern einmal näher zu betrachten. Die Tatsache, dass iesder auch im Rüstungs-Segment vertreten ist, sorgt für ein zusätzliches Interesse.

Airbus: Das Unternehmen

Die Airbus SE, die zwischen dem Jahr 2000 und 2013 unter dem Namen EADS (European Aeronautic Defence and Space) firmierte, ist Europas größter Luft- und Raumfahrt-Konzern und zudem Europas zweitgrößte Rüstungs-Gesellschaft.

Das Unternehmen beschäftigt knapp 140.000 Mitarbeiter an mehr als 100 Entwicklungs- und Produktions-Standorten weltweit.

Für Verteidigung gerüstet

Zu Wochenbeginn gab es Meldungen, die aufhorchen ließen: Zwar ist längst bekannt, dass – nicht nur die europäischen Staaten – ihre Rüstungs-Ausgaben steigern werden.

Doch jetzt steht fest, dass auch Airbus davon profitieren dürfte:

Der Luft- und Raumfahrt-Konzern entwickelt derzeit einen neuen europäischen Kampfjet der nächsten Generation, der Drohnen, Kampfflugzeuge, Satelliten sowie Kommando- und Kontroll-Flugzeuge verbindet.

Dieses “Future Combat Air System” (FCAS) könnte dem Bericht zufolge in Deutschland sowohl den Eurofighter als auch den Tornado ersetzen und würde so langfristig für steigende Umsätze sorgen.

Die letzten Quartalszahlen konnten nicht ganz überzeugen

Die Zahlen zu Beginn des Jahres wurden unterdessen zunächst verhalten aufgenommen: Im 1. Quartal konnte der Umsatz um 7% auf 13 Mrd. € steigen.

Dabei wuchsen die Erlöse mit Zivil-Flugzeugen um 13%. Insgesamt kletterte der Gewinn um 52% auf 608 Mio. €.

Airbus mit guten Zahlen, aber …Airbus lieferte gute Quartalszahlen ab. Es gibt allerdings 2 Probleme, die Ihnen hier von unserem Experten Sascha Mohaupt erläutert werden: › mehr lesen

Der Gewinnsprung geht allerdings v. a. auf den Sondereffekt aus dem Verkauf des Verteidigungs-Elektronik-Geschäfts zurück.

Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) brach hingegen um mehr als die Hälfte auf 240 Mio. € ein, was durch eine vorläufige aggressive Preis-Politik begründet wird.

Kennzahlen „in Ordnung“

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 20 und einer Dividendenrendite von 1,9%  ist der Wert recht moderat positiv bewertet.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Wert in einem intakten Aufwärtstrend. Die nächste Widerstandslinie ergibt sich aus den bisherigen Höchstständen bei knapp 77 €.

Langfristige Entwicklung stimmt hoffnungsvoll

Glaubt man den jüngsten Aussagen der Airbus-Spitze, so werden in den Jahren 2017 – 2036 voraussichtlich rund 34.900 neue Passagierjets und Frachtflugzeuge nachgefragt werden.

Dies sind gut 1.800 Maschinen mehr als vor einem Jahr für die Zeit bis 2035 prognostiziert wurden.

Dabei dürften gerade die Mittelstreckenjets wie beispielsweise der A320 einen verstärkten Nachfrageschub erfahren.

Eine Unsicherheit bleibt

Einen Unsicherheitsfaktor gibt es aber: Das ist die politische Krise um das Emirat Katar im Nahen Osten. Derzeit macht das kleine Emirat rund 13% der Aufträge aus.

Sollte sich die Situation dort weiter zuspitzen und weitere Sanktionen auch die staatliche Fluglinie Qatar Airways – immerhin eine Großkundin von Airbus – treffen, so wäre ein deutliches Minus an der Börse sicherlich die Folge.

Auf Grund der zunehmenden Nachfrage nach Flugzeugen und der Steigerung des Verteidigungs-Etats verschiedener Staaten bin ich für die Aktie jedoch auf lange Sicht recht optimistisch.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.