Aixtron: 2019 besser als erwartet, aber….

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Aixtron: Hightech-Maschinenbauer meldet satten Gewinnrückgang. Konzernführung zeigt sich dennoch zuversichtlich. Zukunft des OLED-Geschäftsbereichs weiter unklar (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Schwache Nerven sollten Anleger, die sich bei dem Hightech-Maschinenbauer Aixtron engagieren wollen, besser nicht haben. Ein Blick auf den Kurschart zeigt nämlich eine alles andere als langweilige Entwicklung: Explodierte der Kurs von 2017 bis 2018 regelrecht von 3,2 bis auf über 19 Euro, folgte im Anschluss eine scharfe Korrektur, die den Kurs wieder bis auf unter 7,5 Euro drückte. Die dynamische Erholung des Aktienmarktes in 2019 (TEC-DAX: +22%) ging an den Aixtron-Papieren vollkommen vorbei (-3,5%).

Seither entwickelte sich die Aktie aber deutlich besser als der breite Aktienmarkt. Seit Beginn liegen die Papiere, trotz Corona-Krise, noch 7% in der Gewinnzone.

Aixtron im Portrait

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des Unternehmens erst einmal näher vorstellen: Aixtron ist ein weltweit führender Anbieter von Beschichtungsanlagen für die Halbleiterindustrie. Die Produkte der Gesellschaft werden von einem breiten Kundenkreis zur Herstellung von leistungsstarken Bauelementen für elektronische und optoelektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt.

Eingesetzt werden diese Bauelemente in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, LEDs, Photovoltaik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen. Zu den Kunden zählen viele namhafte internationale Elektronikkonzerne wie Osram, Philips, Merck, Mitsubishi, Sumitomo oder Samsung sowie zahlreiche kleinere Hersteller mikro- und optoelektronischer Bauelemente.

Chipanlagenbauer mit versöhnlichem Jahresabschluss

Auch wenn die Umsätze im Schlussquartal um 15% auf 75,1 Millionen Euro zurückgingen, so konnte Aixtron zumindest seine zurückhaltende Prognose erreichen. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verzeichnete der Herzogenrather Konzern einen Rückgang um 31% auf 14,4 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb dann ein Nettogewinn von 12,2 Millionen Euro übrig. Das entspricht einer Verschlechterung um 32% und kommt einer Gewinnspanne von 16,2% gleich.

Im Gesamtjahr gingen bei Aixtron Umsätze in Höhe von 259,6 Millionen Euro (2018: 268,8 Millionen Euro) durch die Bücher. Das Vorsteuerergebnis lag mit 39 Millionen Euro rund 6% unter dem Vorjahresniveau, der Jahresüberschuss betrug 32,5 Millionen Euro (-29% zum Vorjahr).

Bestellungen gehen durch die Decke

So sehr die Zahlen von Rückgängen geprägt waren, die Analyten zeigten sich mit den Ergebnissen zufrieden. Vor allem das starke Bestellplus von 56% wurde positiv ausgelegt. Für das laufende Jahr rechnet der Chipanlagenbauer mit einem leichten Umsatzplus auf 260 bis 300 Millionen Euro. Die große Spannbreite zeigt Ihnen allerdings, dass die Prognose mit einer hohen Unsicherheit behaftet ist. Nach wie vor ist nicht sicher, ob sich das Geschäftsfeld OLED (organische Leuchtioden) zum Erfolg bringen lässt. Die Tests eines großen südkoreanischen Technologiekunden mit der Anlage zur Herstellung von OLED-Bildschirmen dauern nach wie vor an.

Rückläufige Gewinnmarge erwartet

Unterdessen plant die Konzernführung mit weiteren Investitionen in den OLED-Geschäftsbereich. Nach einer EBIT-Marge von 15% im Vorjahr rechnet Aixtron im laufenden Jahr mit einer Bandbreite zwischen 10 bis 15%. Die aktuelle Prognose beinhaltet jedoch keine möglichen Verwerfungen, die durch ein Anhalten der Corona-Krise entstehen könnten.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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