Aixtron-Aktie: Totgeglaubte leben länger

Wer hätte das gedacht:

Kaum ein Anleger hätte der Aixtron-Aktie nach der missglückten Übernahme durch einen chinesischen Investor solch ein fulminantes Comeback zugetraut.

Immerhin sind die Papiere des angeschlagenen deutschen Spezialmaschinenbauers in ihrem Wert seit Jahres-Anfang von 3 € geradezu auf über 9,75 € explodiert.

Den letzten Schub erhielt die Aktie durch positive Analysten-Kommentare der Deutschen Bank, die dem Konzern für 2018 wieder die Rückkehr in die Gewinnzone zutrauen.

Aixtron im Porträt

Aixtron ist ein weltweit führender Anbieter von Beschichtungs-Anlagen für die Halbleiter-Industrie.

Dessen Produkte werden von einem breiten Kundenkreis zur Herstellung von leistungsstarken Bauelementen für elektronische und optoelektronische Anwendungen genutzt.

Eingesetzt werden diese Bauelemente beispielsweise in:

  • der Display-Technik,
  • der Signal- und Lichttechnik,
  • Glasfaser-Kommunikations-Netzen,
  • drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen,
  • LEDs
  • oder auch in der Photovoltaik.

Von den rund 800 Mitarbeitern entfällt ca. 1/3 auf den Forschungs-und Entwicklungs-Bereich.

Rund 90% der Umsätze erzielt der deutsche Technologiebetrieb in asiatischen Märkten (insbesondere in China, Taiwan und Korea).

Spezialmaschinenbauer auf Achterbahnfahrt

Der Blick in die Bilanz der Firma verlangt einiges an Standfestigkeit:

Von 2005 – 2010 ging es nämlich explosionsartig nach oben; die Umsätze sprangen regelrecht von 139,4 auf 783,7 Mio. € in die Höhe.

Aus einem Jahres-Verlust von 53,4 Mio. € wurde ein Gewinn in Höhe von 192,5 Mio. €.

Doch dann endete der große Investitions-Zyklus der Abnehmer-Branche abrupt; jahrelang litt das Unternehmen unter einer schwächelnden Nachfrage.

Aixtron musste zahlreiche Tiefschläge verkraften

Auch die geplante Expansion nach China konnte die Firma nicht aus dem Tal der Tränen befreien. Zugleich gab es gleich mehrere Tiefschläge:

  • Im Jahr 2015 hat ein chinesischer Kunde einen Großauftrag storniert, weil er mit der Qualität der ausgelieferten Maschinen nicht zufrieden war.
  • Als im vergangenen Jahr dann die Übernahme zum Preis von 6 € je Aktie durch den chinesischen Investor Grand Chip Investment scheiterte, schien der Untergang fast schon besiegelt.

Umsatz-Schwund und Verluste setzen sich fort

Unterdessen ging es operativ ungebremst abwärts: Zuletzt brachte man es nur noch auf knapp 200 Mio. € Umsatz.

Gewinne? – Fehlanzeige! Immerhin verharrte der Spezialmaschinenbauer die vergangenen 4 Jahre tief in der Verlustzone.

Doch damit könnte nun Schluss sein:

  • Wenn es nach den Experten der Deutschen Bank geht, dürfte Aixtron spürbaren Rückenwind durch die Smartphone-Märkte und den Boom bei Elektro-Fahrzeugen erhalten.
  • Zugleich hat das Technologie-Unternehmen seine Fixkosten-Basis deutlich heruntergeschraubt.

Aktie nach der Kurs-Explosion hochriskant – Nur für spekulative Anleger geeignet

Während die Deutsche Bank mit ihrer Studie den Höhenflug der Aktie stark beschleunigt hat, zeigt sich der Rest der Experten eher skeptisch:

Der Großteil der Analysten stuft die Aktie als zu teuer ein.

Das ist auch kein Wunder: Auf Basis der durchschnittlichen Gewinn-Erwartungen für 2018 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mittlerweile bei über 130.

So verwundert es auch nicht weiter, dass die Analysten mit einem mittleren Preisziel von 6 € bei dem Papier ein deutliches Abwärts-Risiko ausmachen.

12. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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