Aixtron: Aktuelle Zahlen überzeugen nicht

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Die Aixtron-Aktie dürfte in den vergangenen Jahren nur wenigen Anlegern Freude bereitet haben. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Das in Herzogenrath bei Aachen ansässige Unternehmen Aixtron brachte vielen Aktionären in den vergangenen Jahren wenig Freude. Nachdem das Unternehmen vor wenigen Tagen aktuelle Zahlen vorgelegt hatte, bewegte sich die Aktie einmal mehr in Richtung Süden.

Bevor wir uns gleich mit den jüngsten Zahlen und den Perspektiven des Unternehmens beschäftigen, blicken wir zunächst auf die Geschichte und das Geschäftsmodell von Aixtron. Das Unternehmen entwickelt und baut Anlagen für die Halbleiter- bzw. Wafer-Beschichtung.

In der noch jungen Unternehmensgeschichte gab es immer wieder Höhen und Tiefen. Entsprechend starke Kursschwankungen verzeichnete auch die Aixtron-Aktie.

Spin-Off der RWTH Aachen

Gegründet wurde Aixtron als Ausgründung bzw. Spin-Off aus der Rheinisch-Technischen Hochschule Aachen. Drei Mitarbeiter des Instituts für Halbleitertechnologie der RWTH Aachen wagten 1983 den Schritt in die Selbstständigkeit.

Aixtron startete mit der Produktion von Anlagen, die Halbleiter bzw. elektronische Bauelemente herstellen. Die mit den Aixtron-Anlagen hergestellten Halbleiter bzw. Wafer werden z.B. in den Bereichen Lasertechnologie, Glasfasernetze, Mobilfunknetze und Solarzellen eingesetzt.

In den Folgejahren wurde bei Aixtron stetig an der Entwicklung neuer Beschichtungstechnologien gearbeitet. Aktuell bietet das Unternehmen zwei Anlagentypen an, die auf unterschiedlichen Produktionsverfahren basieren.

Börsengang als Aixtron AG

Im Herbst 1997 ging die Aixtron AG im damaligen Börsensegment Neuer Markt in Frankfurt an die Börse. Im März 2005 wurde das Unternehmen auch an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet. Der Ausflug an die US-Börse wurde aber nach knapp 11 Jahren, Ende 2016, wieder beendet. Die Aixtron-Aktien sind heute Bestandteil des SDax sowie des TecDax.

Aixtron hat in seiner jungen Geschichte bereits mehrere Mitbewerber übernommen. 1999 wurde die britische Thomas-Swan Scientific Equipment Ltd. und die schwedische Epigress AB gekauft. 2005 übernahm Aixtron die US-amerikanischen Genus Inc. und 2007 kaufte Aixtron die britische Nanoinstruments Ltd.

Nachdem Aixtron tief in die roten Zahlen gerutscht war, stand das Unternehmen Anfang 2016 selbst zum Verkauf. Der Übernahmeversuch durch einen chinesischen Investor scheiterte letztendlich an einem Veto der deutschen und der US-amerikanischen Aufsichtsbehörden. Daraufhin zogen die Chinesen ihr Angebot, über das sie sich bereits mit Aixtron geeinigt hatten, Ende 2016 zurück.

2017 verkaufte Aixtron seine ALD/CVD-Produktlinie an die US-amerikanische Eugene Technology, Inc., die der südkoreanischen Eugene Technology Co., Ltd. gehört. Das Geschäft mit OVPD-Anlagen gliederte Aixtron in die Tochtergesellschaft APEVA aus. An dieser Tochtergesellschaft beteiligte sich im Oktober 2018 der südkoreanische Automatisierungsspezialist IRUJA im Rahmen eines Joint-Ventures.

Aixtron in Zahlen

Aixtron beschäftigt aktuell gut 600 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 268,8 Mio. Euro erwirtschafteten. Damit konnte der Vorjahresumsatz um 16,6% gesteigert werden. Zuletzt (im 3. Quartal 2019) war der Umsatz jedoch im Vergleich zum Vorjahresquartal rückläufig und auch beim Auftragseingang enttäuschte Aixtron.

Aus meiner Sicht ist die Aixtron-Aktie für kurzfristig agierende Trader durchaus interessant, für längerfristig orientierte Anleger jedoch nicht.

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Aixtron: Halbleitertechnik made in GermanyDie Aixtron Aktie ist im deutschen Technologie-Index TecDAX sowie an der NASDAQ gelistet und ist ein wichtiger Vertreter der Halbleiterindustrie. › mehr lesen


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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