Aixtron: Halbleiterzulieferer gelingt Rückkehr in die Gewinnzone

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Das Papier vom Halbleiterzulieferer Aixtron schwächelt trotz der Rückkehr in die Gewinnzone mit starken Abverkäufen - aber das Management zeigt sich zuversichtlich. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Trotz eines Kursrückgangs von 15% in den letzten Tagen kann sich die Entwicklung der Aixtron-Aktie sehen lassen. Vor allem die starke Kurserholung seit März, die zwischenzeitlich zu einer Kursverdopplung geführt hat, dürfte die Anleger gefreut haben. Seit dem Jahreswechsel liegen die Papiere immerhin 25% in der Gewinnzone und das hat einen guten Grund: Bereits vor mehreren Wochen hat Firmenboss Bernd Schulte darauf hingewiesen, dass die aktuelle Pandemie so gut wie keine Auswirkungen auf das operative Geschäft hat. Bestätigung fanden diese Aussagen nun in den vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal. Aixtron gelang nämlich die Rückkehr in die Gewinnzone.

Aixtron im Portrait

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des Unternehmens erst einmal näher vorstellen: Aixtron ist ein weltweit führender Anbieter von Beschichtungsanlagen für die Halbleiterindustrie. Die Produkte der Gesellschaft werden von einem breiten Kundenkreis zur Herstellung von leistungsstarken Bauelementen für elektronische und optoelektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt.

Eingesetzt werden diese Bauelemente in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, LEDs, Photovoltaik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen. Zu den Kunden zählen viele namhafte internationale Elektronikkonzerne wie Osram, Philips, Merck, Mitsubishi, Sumitomo oder Samsung sowie zahlreiche kleinere Hersteller mikro- und optoelektronischer Bauelemente.

Schwaches Startquartal abgehakt – Umsatzplus von 37%

Die gerade präsentierten Quartalszahlen zeigten einen beeindruckenden Rebound. Sackten die Umsätze im ersten Quartal noch um 40% in den Keller, gelang Aixtron im zweiten Quartal wieder die Rückkehr auf den Wachstumspfad. Die Umsätze kletterten um 37% auf 56 Millionen Euro in die Höhe.

Auch bei der Profitabilität machte der Halbleiterspezialist ordentliche Fortschritte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 3,3 Millionen Euro deutlich über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals (-1,1 Millionen Euro).

Hoher Auftragseingang sendet Lichtblick

Zuversichtlich stimmte die Konzernführung auch der Auftragseingang, der im abgelaufenen Quartal kräftig zulegen konnte. Nach dem ersten Halbjahr beläuft sich das Auftragsvolumen auf 138,4 Millionen Euro. Das sind 41% mehr als im Vorjahr. Besonders erfreulich: Laut Firmenangaben ist der größte Teil des Auftragsbestands noch zur Lieferung in diesem Jahr vorgesehen.

Ziele dennoch ambitioniert

Trotz der deutlichen Aufhellung bei den Kennzahlen hinkt Aixtron im Jahresvergleich weiter hinterher: Nach sechs Monaten gingen Umsätze von 97 Millionen Euro durch die Bücher. Damit liegt der Technologiekonzern 27% unter Vorjahresniveau. Dennoch zeigt sich Firmenboss Bernd Schulte zuversichtlich und erwartet eine spürbare Dynamisierung der Geschäfte im zweiten Halbjahr. Konkret rechnet Aixtron beim Auftragseingang und Umsatz mit einer Range von 260 bis 300 Millionen Euro im Gesamtjahr. Die EBIT-Marge soll unterdessen auf 10 bis 15% ansteigen. Für Sie zum Vergleich: Im ersten Halbjahr wurde lediglich eine EBIT-Marge von 2% erwirtschaftet.

Dabei will Aixtron vor allem mit neuen Produkten für den Ausbau des 5G-Netzes und der E-Mobilität punkten.

Fazit: Die präsentierten Zahlen zum zweiten Quartal wurden von den Anlegern mit deutlichen Abverkäufen quittiert. Zwar verbesserten sich die Kennzahlen zum ersten Quartal deutlich, aber zur Erreichung der ambitionierten Jahresziele müssen die Geschäfte nochmals kräftig anziehen. Die Konzernführung scheint davon überzeugt, die Anleger momentan weniger.

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Aixtron: Weitgehend immun gegen die aktuelle KriseDer starke Auftragseingang bei Aixtron lässt Anleger hoffen - das Management rechnet mit kräftiger Erholung im zweiten Halbjahr. › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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