Aixtron: Nach Übernahme-Flop wieder im TecDAX

Seit Freitag ist es amtlich:

Nachdem die Papiere von AIXTRON im Dezember den TecDAX verlassen mussten, steht nun in 3 Wochen die Rückkehr in den Technologie-Index der Deutschen Börse bevor.

Das hat der Arbeitskreis Aktien-Indizes der Deutschen Börse am Freitag entschieden.

Nach der gescheiterten Übernahme durch chinesische Investoren versucht der Konzern nun einen Neuanfang.

Unternehmens-Portrait

Die im fränkischen Herzogenaurach angesiedelte Aixtron SE ist ein deutsches Maschinenbau-Unternehmen.

Der Konzern produziert Anlagen zur Herstellung von Verbindungs-Halbleitern und anderen Multikomponenten-Materialien.

In den vergangenen 5 Jahren wurde die Aixtron-Aktie arg gebeutelt; von 30 € ging es auf 3 € abwärts.

Das rief chinesische Investoren auf den Plan, 2016 einen Übernahme-Versuch zu starten. Aus diesem Grund musste die Aixtron-Aktie den TecDAX-Index verlassen.

Die Akquisition wurde aber wegen Sicherheits-Bedenken der USA im Dezember aufgegeben – die Aktie fristet seitdem ein Schattendasein.

Eine Belebung der Geschäfte – verbunden mit positiven Ergebnissen – dürfte frühestens 2018 einsetzen.

Rosige Zeiten sind erst einmal nicht zu erwarten

Für das laufende Jahr dürfte sich das Ergebnis zunächst erst einmal verschlechtern:

Auf Grund der hohen Investitionen in die Forschung und Entwicklung wird mit einem höheren Verlust gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Nach der geplatzten Übernahme durch das chinesische Unternehmen Grand Chip Investment ist jedoch eine Partnersuche in vollem Gang.

Sollte diese erfolgreich sein, dürften die hohen Vorlauf-Kosten für die Investitionen geringer ausfallen – und ein über den Erwartungen ausfallendes Ergebnis die Folge sein.

Auf jedem Fall soll es 2018 wieder deutlich besser laufen; dann dürfte der Konzern wieder nachhaltig profitabel sein und es dürfte ein positives Betriebs-Ergebnis erzielt werden.

Jahres-Ergebnis 2016 konnte positiv überraschen

Immerhin fielen die letzten Quartals- und Jahreszahlen gar nicht so schlecht aus, wie von vielen Marktbeobachtern zunächst befürchtet wurde.

So konnte der Umsatz 2016 nahezu stabil gehalten werden und beim Verlust gab es eine kleine positive Überraschung: Insgesamt sanken die Erlöse nur um 1% auf 196,5 Mio. €.

In diesem Jahr wird eine Range zwischen 180 und 210 Mio. € in Aussicht gestellt. Der Verlust sank unterdessen im abgelaufenen Jahr um 18% auf 24 Mio. €.

Bei diesem Ergebnis kann es auch nicht verwundern, dass es keine Dividende für die Anteilseigner gibt.

Übernahme-Fantasie bleibt bestehen

Ich kann mir vorstellen, dass schon bald wieder Übernahme-Fantasien in die Kurse einkehren werden, denn mit 370 Mio. € Börsenwert ist Aixtron nur noch einen Bruchteil früherer Jahre wert.

Dann könnten die Aktien wieder einen Schub erleben. Ob es tatsächlich so weit kommt, bleibt allerdings abzuwarten.

Von daher sehe ich die Aixtron-Aktie als sehr spekulatives Investment an. Falls Sie zu den konservativen Anlegern zählen, sollten Sie lieber die Finger von der Aktie lassen.

8. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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