Aixtron: US-Präsident Obama sagt Übernahme ab

Die bereits seit Längerem auf der Kippe stehende Übernahme des TecDax-Unternehmens Aixtron durch den chinesischen Investor Grand Chip Investment ist vorerst geplatzt.

Barack Obama, der noch amtierende US-Präsident, erteilte der Übernahme eine Absage.

Noch bis Ende Oktober dieses Jahres deutete alles darauf hin, dass die Übernahme ohne größere Nebengeräusche über die Bühne gehen würde.

Sogar eine Unbedenklichkeits-Erklärung durch das Bundeswirtschaftsministerium war schon ausgestellt worden. Doch Ende Oktober wurde diese überraschenderweise widerrufen.

Darum sind die USA gegen die Aixtron-Übernahme

Die USA befürchten, dass China Aixtron-Produkte auch militärisch nutzen könnte. Das Weiße Haus schloss sich der Empfehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen CFIUS an.

Grund für die Blockade des Geschäfts seien damit verbundene „Risiken für die nationale Sicherheit“ der USA, teilte das Finanzministerium in Washington mit.

Bei der geplanten Aixtron-Übernahme hatte die US-Regierung deshalb ein Mitspracherecht, da die Firma aus Herzogenrath bei Aachen auch eine Zweigstelle in Kalifornien mit rund 100 Mitarbeitern hat.

Die Behörde CFIUS hatte sich Mitte November klar gegen die Übernahme durch die Chinesen ausgesprochen, den Fall aber an das Weiße Haus weiter verwiesen.

Die jetzige Entscheidung Obamas bezieht sich zwar nur auf das US-Geschäft von Aixtron.

Ein Firmensprecher hatte aber erst am Freitag erklärt, wenn Obama die Übernahme des US-Geschäfts untersage, „ist die Transaktion in der jetzigen Form geplatzt“.

Daher ist durch das Veto der Übernahme des US-Geschäfts von Aixtron mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die komplette Übernahme des mittelständischen deutschen Chipanlagenbauers durch den chinesischen Investor geplatzt.

Bundesregierung prüft Aixtron-Übernahme weiter ergebnisoffen

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und sein Ministerium hatten, wie bereits erwähnt, zunächst eine Unbedenklichkeits-Erklärung in dieser Sache abgegeben, diese aber später wieder zurückgenommen.

Im Zuge dessen wurde eine erneute Prüfung angekündigt, die jetzt unabhängig von dem Veto aus dem Weißen Haus weiter laufen soll; das betonte zumindest ein Sprecher des Ministeriums.

Inwieweit sich die Bundesregierung gegen das Veto der US-Amerikaner hinwegsetzen kann, ist offen. Ein Sprecher des Ministeriums betonte zwar, dass das Wirtschaftsministerium unabhängig entscheide.

Ich bezweifle jedoch, dass innerhalb des Ministeriums ernsthaft darüber nachgedacht wird, sich gegen das US-Veto zu stemmen.

Wenn die Übernahme nicht zustande kommt – wovon derzeit stark auszugehen ist – und sich auch sonst kein Investor findet, sieht es nach Meinung einiger Experten düster für Aixtron aus.

Schwere Zeiten für Aixtron und seine Aktionäre

In dem Fall droht nach Einschätzung aus Firmenkreisen ein kräftiger Umbau und die Trennung von Technologie-Bereichen. „Die Firma würde deutlich kleiner“, hieß es.

Zwar soll es Hoffnung auf die Belebung wichtiger Märkte geben, doch Aixtron soll ohne Übernahme oder ohne einen Investor wohl nicht die finanziellen Mittel haben, um die Zeit bis dahin durchzustehen.

Keine guten Aussichten also für Aixtron-Aktionäre…

5. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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