Aixtron: Weitgehend immun gegen die aktuelle Krise

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Der starke Auftragseingang bei Aixtron lässt Anleger hoffen - das Management rechnet mit kräftiger Erholung im zweiten Halbjahr. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Ein Blick auf den Aixtron-Aktienkurs offenbart Erstaunliches: seit dem Jahreswechsel pendeln die Papiere trotz Corona-Krise und zwischenzeitlichem Ausverkauf wieder um die Nulllinie und das hat seinen guten Grund. Geht es nach dem Firmenboss Bernd Schulte, so hat die aktuelle Pandemie nämlich so gut wie keine Auswirkungen auf das operative Geschäft. Ein positiver Auftragseingang und die Entspannung in China sollten für eine spürbare Erholung im zweiten Halbjahr sorgen.

Aixtron im Portrait

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des Unternehmens erst einmal näher vorstellen: Aixtron ist ein weltweit führender Anbieter von Beschichtungsanlagen für die Halbleiterindustrie. Die Produkte der Gesellschaft werden von einem breiten Kundenkreis zur Herstellung von leistungsstarken Bauelementen für elektronische und optoelektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt.

Eingesetzt werden diese Bauelemente in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, LEDs, Photovoltaik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen. Zu den Kunden zählen viele namhafte internationale Elektronikkonzerne wie Osram, Philips, Merck, Mitsubishi, Sumitomo oder Samsung sowie zahlreiche kleinere Hersteller mikro- und optoelektronischer Bauelemente.

Umsatzeinbruch im Startquartal

Zum Jahresstart machten sich bei Aixtron allerdings noch die Verzögerung einiger Auslieferungen nach China sowie die Verschiebung von Installationen in China negativ bemerkbar. Zudem stand die Entwicklung noch im Zeichen des schwachen Auftragseingangs aus Mitte 2019. Mit 41 Millionen Euro gingen immerhin 45% weniger an Umsätzen im ersten Quartal durch die Bücher.

Vor Zinsen und Steuern fiel ein Verlust von 1,1 Millionen Euro an, nachdem Ende 2019 noch ein positives Vorsteuerergebnis von mehr als 14 Millionen Euro erwirtschaftet wurde. Unter dem Strich fiel lag Nettoverlust nach den ersten drei Monaten bei 0,8 Millionen Euro und damit weitgehend im Rahmen der Erwartungen.

Auftragseingang zieht spürbar an

Positiv stimmten hingegen die Auftragseingänge, die um 28% auf 68,8 Millionen Euro nach oben schnellten. Insgesamt summiert sich der Auftragsbestand per Ende März auf 146 Millionen Euro. Das liegt ein Viertel über dem Jahresendstand und sorgt für eine gute Planungssicherheit. Gefragt sind aktuell vor allem LED-Anlagen, die allerdings in der Regel margenschwächer sind, sowie Anlagen zur Herstellung von Lasern zur optischen Datenübertragung und 3D-Sensoren, etwa für Smartphones. Zudem profitiert Aixtron vom Ausbau des neuen 5G-Mobilfunkstandards.

Aixtron bestätigt Jahresplanung

Unterdessen hat die Konzernführung die Jahresprognose bestätigt. Beim Umsatz wird eine Bandbreite zwischen 260 und 300 Millionen Euro ins Visier genommen. Unsicher ist weiterhin, ob der seit langem im Raum stehende Großauftrag im OLED-Bereich auch wirklich kommt. Sie müssen wissen: Ein Pilotkunde aus Südkorea entwickelt und testet eine Anlage mit Aixtron zur Produktion von OLED-Bildschirmen.

Bislang machte sich das Gemeinschaftsprojekt vor allem in höheren Entwicklungskosten bemerkbar. Laut Firmenboss Felix Grawert macht das Projekt aber gute Fortschritte. Unabhängig von der unsicheren Komponente peilt Aixtorn bei einer Bruttomarge von 40% eine Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen (EBIT) zwischen 10 und 15% an.

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Aixtron: 2019 besser als erwartet, aber….Aixtron: Hightech-Maschinenbauer meldet satten Gewinnrückgang. Konzernführung zeigt sich dennoch zuversichtlich. Zukunft des OLED-Geschäftsbereichs weiter unklar › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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