Akamai-Aktie: Investor positioniert sich und sorgt für Kurssprung

Akamai: Gewinn-Rückgang trotz Umsatz-Wachstum – Kann der Einstieg des aktivistischen Investors Elliott wieder Mehrwert für Anleger bringen? (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Nach einer ausgedehnten Schwäche-Phase geht es mit der Aktie des US-Technologie-Konzerns Akamai wieder aufwärts.

Zuerst taumelten die Papiere seit Jahresbeginn von gut 70 Dollar in den Keller, bis bei 45 Dollar der Boden gefunden wurde.

Seither etablierte sich ein Aufwärtstrend, der zuletzt mit dem Einstieg des aktivistischen Hedgefonds-Managers Elliott Management wieder deutlich an Dynamik gewann.

Elliott Management sieht deutliche Unterbewertung

Seit bekannt wurde, dass sich mit Elliott Management ein renommierter aktivistischer Investor bei Akamai eingekauft hat, schnellte der Aktienkurs um weitere 20% bis auf 65 Dollar in die Höhe.

Die Reaktion ist nachvollziehbar, denn Paul Singer von Elliott Management hat immerhin 6,5% aller Akamai-Technologies-Aktien aufgekauft.

Das entspricht einem Aktienpaket mit einem Gegenwert von über 700 Mio. Dollar. Als Grund seines Einstiegs verwies Singer auf die deutliche Unterbewertung des Technologie-Unternehmens.

Trotz eines beachtlichen Wachstums und Gewinn-Margen jenseits der 13%-Marke handelt die Aktie „nur“ mit dem 25-Fachen der Gewinne.

Wer hinter Paul Singer und Elliott Management steckt

Paul Singer ist der Hedgefonds-Manager, der Argentinien in die Knie zwang. Die Karriere des 73-jährigen Apotheker-Sohns begann in den 70er-Jahren.

Singer machte zunächst einen Abschluss in Psychologie und erwarb anschließend einen Doctor juris an der Harvard Law School.

Im Jahr 1977 startete er dann seinen eigenen Hedgefonds mit rund 1 Mio. Dollar Startgeld. Daraus sind bis heute rund 31 Mrd. Dollar geworden.

Seit 1977 hat Singer mit seinem Fonds pro Jahr eine durchschnittliche Rendite von rund 14% erwirtschaftet.

Wadenbeißer setzt auf Aktien und Anleihen

Zunächst konzentrierte sich Singer auf Staatsanleihen von Pleitestaaten wie Peru oder die Republik Kongo.

Er kaufte die Papiere billig auf, verklagte die Länder anschließend zur Zahlung und machte damit satte Gewinne.

Das gleiche Geschäftsmodell funktioniert natürlich auch mit Anleihen und Aktien von Unternehmen.

Als aktivistischer Aktionär nutzt er seine Aktienpakete an Firmen, um dem Management seine strategischen Vorstellungen aufzuzwingen. Gerne reizt er dabei alle juristischen Möglichkeiten aus.

Im deutschsprachigen Raum mischte er u. a. bei diesen Konzernen mit:

  • Actelion,
  • Augusta,
  • Celesio,
  • DMG Mori Seiki,
  • Kabel Deutschland,
  • Schuler,
  • VW
  • und Wella.

Die Akamai Technologies AG im Porträt

Akamai bietet seinen nationalen und internationalen Kunden ein umfangreiches Service-Portfolio zur Auslieferung oder zur Beschleunigung ihrer Internet-Anwendungen oder -Inhalte.

Das US-amerikanische Unternehmen organisiert beispielsweise die Verteilung von Daten-Mengen bei Online-Inhalten.

Dieser Steuerungs-Prozess läuft fast unbemerkt im Hintergrund. Aktuell nutzt Akamai Technologies mehr als 119.000 Server in 80 Ländern dieser Erde.

Beeindruckende Wachstums-Geschichte

In den vergangenen Jahren zeigte der US-Konzern satte Wachstumsraten:

  • Seit 2002 kletterten die Erlöse von 145 Mio. auf zuletzt 2,34 Mrd. Dollar.
  • Zugleich gelang Akamai nach hohen Verlusten zu Beginn im Jahr 2004 der Sprung in die Gewinnzone (34 Mio. Dollar).
  • Im Jahr 2013 erreichte man mit einer Gewinnspanne von 18,60% das höchste Niveau der vergangenen Jahre.

Seither geht es aber schrittweise abwärts: 2016 erzielte der Technologie-Konzern einen Gewinn von 316 Mio. Dollar (Gewinn-Marge: 13,51%).

Diese Entwicklung setzte sich auch im zurückliegenden 3. Quartal fort: Trotz einer Umsatz-Steigerung von 6,4% (621,4 Mio. Dollar) sanken die Gewinne um 11,2% auf 106,66 Mio. Dollar.

Nach dem starken Kurssprung und dem medialen Rummel um den Hedgefonds-Einstieg dürften nun die kommenden Quartalszahlen wieder stärker in den Fokus rücken.

Ob auch hier die Gewinne künftig wieder stärker sprudeln werden, bleibt noch abzuwarten.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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