Akasol-Aktie: Börsengang des Batterieherstellers in den Startlöchern

Akasol-Aktie: Batteriespezialist wagt Sprung aufs Parkett. Miniumsatz trifft auf riesigen Auftragseingang. Wachstumsphantasie durch E-Mobilität (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Das Klima an den weltweiten Börsen hat sich zuletzt wieder deutlich aufgehellt. Trotz politischer Sorgen in Italien, dem begonnenen Zinserhöhungszyklus in den USA und den schwelenden Streitigkeiten im Handelsstreit marschierten die Aktienindizes stramm aufwärts. Kein Wunder, dass sich auch das Umfeld für Börsengänge damit deutlich verbessert hat.

Nach dem fulminanten Börsengang des taiwanesischen Technologieriesen Foxconn Industrial Internet und Ayden, dem teuersten Fintech-IPO aller Zeiten, wagt mit Akasol nun auch wieder ein deutsches Unternehmen den Sprung auf das Börsenparkett. Medienberichten zufolge könnte die Börseneinführung sogar noch im Juni über die Bühne gehen.

Akasol peilt Wachstum im E-Mobility-Bereich an

Dabei handelt es sich bei Akasol um kein junges Startup. Der Darmstädter Spezialist mit Fokus auf Batteriesysteme für elektrische Antriebsstränge ist seit mittlerweile fast 30 Jahren im Geschäft. Ursprünglich wurde das Unternehmen als gemeinnütziger Verein von Professoren und Studenten der Technischen Universität Darmstadt gegründet. Heute sieht sich Akasol als ein führender Entwickler und Hersteller von Hochleistungs-Lithium-Ionen Batteriesystemen, die vor allem in Nutzfahrzeugen, Zügen und Schiffen zum Einsatz kommen.

Die Kundenliste des Konzerns kann sich durchaus sehen lassen. Mit Rolls-Royce, Daimler, Volvo und Bombardier zählen zahlreiche Großkonzerne zu den Abnehmern der Systeme.

Überschaubarer Umsatz – ordentlicher Auftragsbestand

Bei Akasol müssen Sie wissen. Trotz der langen Historie handelt es sich um ein ausgesprochen kleines Unternehmen. Im vergangenen Jahr erzielte Akasol gerade einmal einen Umsatz von 14,5 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis (EBIT) lag bei 1,1 Millionen Euro, was einer EBIT-Marge von 7,3% entspricht. Für Sie zum Vergleich: Im Jahr zuvor lag der Umsatz bei 13,4 Millionen Euro. Unter dem Strich also überschaubare Zuwachsraten, was sich allerdings bald ändern sollte.

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Für die Zukunft geht der Konzern nämlich von deutlich kräftigeren Zuwächsen aus. Dafür spricht auch der hohe Auftragsbestand von zuletzt immerhin 1,45 Milliarden Euro, der bis ins Jahr 2024 reicht. Der Kapazitätsaufbau ist vor dem Hintergrund von Großaufträgen von Volvo und Daimler zu sehen. Deren Elektrobusse sollen mit den Batteriesystemen der Darmstädter angetrieben werden. Zusätzlich soll ab 2019/20 bei der Daimler-Tochter Frightliner die Serienproduktion für E-Lkw beginnen.

Umsatzplus von 65% erwartet

Laut Medienberichten könnte in diesem Jahr ein Umsatz von 24 Millionen Euro erreicht werden. Das wäre ein Plus von satten 65%. Bis zum Jahr 2022 könnten dann deutlich über 300 Millionen Euro Umsatz durch die Bücher gehen. Experten gehen davon aus, dass die Vorsteuermarge dann auf über 10% klettern könnte.

Emissionserlös soll zusätzliches Wachstum finanzieren

Der Bruttoemissionserlös soll bei rund 100 Millionen Euro liegen. Dazu will Akasol bis zu 2,1 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 150.000 Aktien der bisherigen Aktionäre bei neuen Anlegern unterbringen. Die Zeichnungsspanne wird zwischen 48,50 und 64,50 Euro liegen. Mit den erzielten Einnahmen aus dem Börsengang will Akasol seine ambitionierten Wachstumspläne finanzieren und den geplanten Kapazitätsausbau vorantreiben. Bis 2020 will Akasol seine jährliche Produktionskapazität von 300 MWh auf 600 MWh verdoppeln.

Fazit: Ob der Börsengang von Akasol ein Erfolg wird, dürfte nicht zuletzt von der Preisspanne abhängen, zu der die Aktien ausgegeben werden. Für das Unternehmen spricht die Positionierung in einem spannenden Wachstumsmarkt und die gute Planbarkeit auf Grund des hohen Auftragsbestands.

Ein Blick auf den erfolgreichen Börsengang des ähnlich positionierten Wettbewerbers Voltabox zeigt Ihnen, dass die Anleger momentan ein Faible für Trendthemen wie E-Mobilität haben. Doch erscheint das Potenzial am oberen Ende der Preisspanne (Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 50) überschaubar zu sein. Auf diesem Niveau eignet sich das Papier nur für spekulative Anleger.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.