Aktie des Tages: Eckert & Ziegler

Wie ich Ihnen bereits gestern hier im „Schlussgong“ mitgeteilt habe, findet in dieser Woche in der deutschen Banken- und Finanzmetropole Frankfurt am Main die wichtigste Analysten- und Investorenveranstaltung des Jahres statt.

Es handelt sich dabei um das „Deutsche Eigenkapitalforum“ (EKF), welches in diesem Jahr zum 18. Mal von der Deutsche Börse AG veranstaltet wird.

Innerhalb von 2 Tagen präsentieren sich in Frankfurt rund 200 Unternehmen. Für viele Unternehmen ist das die wichtigste Veranstaltung des Jahres.

Ich werde Ihnen heute und morgen hier im „Schlussgong“ zwei interessante Unternehmen vorstellen, über die in den großen Wirtschaftsmedien nur selten berichtet wird. Anfangen möchte ich heute mit der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG aus Berlin.

Eckert & Ziegler im Portrait

Das Berliner Unternehmen wird auf dem Eigenkapitalforum stets vom Gründer und Vorstands-Boss Dr. Andreas Eckert vorgestellt. Anders als einige „eingekaufte“ Fremdmanager hält Dr. Eckert sehr lebendige Vorträge und nennt ganz offen die Stärken und Schwächen. Dazu später mehr. Zunächst zum Unternehmen:

716 Mitarbeiter erwirtschaften an weltweit 23 Standorten im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 125 bis 130 Mio. Euro. Das Unternehmen verfügt über 4 Sparten: Messen und Regeln (Isotope Products), Krebsbestrahlung (Strahlentherapie), Nuklearmedizin (Radiopharma) und Dienstleistungen (Sonstiges).

In den vergangenen 5 Jahren hat Eckert & Ziegler den Umsatz von 100 auf knapp 130 Mio. Euro gesteigert. Der Trend ist positiv, aber es hätte noch besser laufen können. Daher war die E&Z-Aktie in den vergangenen Jahren an der Börse auch kein Überflieger, sondern „nur“ ein solider Dividenden-Zahler.

Kurz- und mittelfristige Kursbremsen

Eine Kursbremse verhindert schon seit Jahren, dass die E&Z-Aktie an der Börse durchstartet. Da Eckert & Ziegler in der Nuklearmedizin aktiv ist, darf das Unternehmen mit schwachen Strahlenstoffen arbeiten. Die entsprechenden Genehmigungen sind in Deutschland schwer zu bekommen.

Daher die Überlegung der Berliner: Wenn die Regierung ein Konzept für die Entsorgung des radioaktiven Mülls verabschiedet, wird auch Eckert & Ziegler einige Entsorgungsdienstleistungen anbieten. Da es kaum Konkurrenz gibt, wäre das ein sehr attraktiver Markt für die Berliner.

Das Problem: Die Regierung diskutiert seit Jahren über mögliche Konzepte, beschließt jedoch keine Lösungen. Die Dienstleistungssparte von Eckert & Ziegler wartet daher seit Jahren auf den Umsatz- und Gewinnsprung.

Ein anderes Problem ist „hausgemacht“. Im Vorjahr hat Eckert & Ziegler ein kleines Unternehmen in den USA gekauft. Es handelte sich um ein Unternehmen mit großen Qualitätsproblemen.

Der Plan von Eckert & Ziegler: Die Qualitätsprobleme beseitigen und dann wieder das alte Umsatz- und Gewinnniveau erreichen. Der erste Teil des Plans ist auch aufgegangen.

Die Qualitätsprobleme wurden schnell und erfolgreich gelöst. Der zweite Teil des Plans ist jedoch gescheitert: Nur rund 60% der Kunden sind zurückgekehrt. Das reicht nicht, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Dieser Fehlgriff ist der Hauptgrund, warum Eckert & Ziegler die Umsatzplanung von 134 auf 125 bis 130 Mio. Euro reduzieren musste. Daraus lässt sich grob ableiten, dass der Jahresgewinn nur bei rund 9 Mio. Euro und nicht bei 10,5 Mio. Euro liegen wird.

Die Ziele für 2015 fallen auch etwas bescheidener aus: 135 Mio. Euro Umsatz, 10 Mio. Euro Jahresüberschuss und ein Gewinn von 2 Euro pro Aktie. Allerdings: Im aktuellen Aktienkurs werden schwächere Werte eingepreist. Daher reicht 2015 schon eine stabile Entwicklung, um die Aktie nach oben zu treiben.

25. November 2014

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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