Aktien-Analyse Branchenbericht: Immobilien

Durch die Digitalisierung hat sich unser Einkaufsverhalten deutlich verändert.

Das Einkaufszentrum der Zukunft

Online-Shopping wird immer beliebter. Das Geschäftsmodell boomt. Allerdings hat unser Verhalten nicht nur positive Folgen. Der Einzelhandel leidet unter der aktuellen Entwicklung. Einkaufszentren müssen deutlich mehr bieten, um Kunden anlocken zu können.

Die Deutsche EuroShop versucht das klassische Einkaufszentrum zu modernisieren. Es soll nicht nur ein Ort zum Shoppen sein, sondern ein Treffpunkt für sozialen Austausch, Events und weitere Services. Der Immobilien- Konzern entwickelt sich zum Projektmanager.

Die Erfolge sprechen für sich. Die Leerstandsquote liegt bei fast 0%. Das ist in der Immobilienbranche ein herausragendes Ergebnis. Leerstandsquoten von 5 bis 10% sind schon sehr gut. Die beeindruckende Leistung spiegelt sich auch in den Ergebnissen wieder. Bei einem Umsatzplus von 1,2% stieg der Gewinn um fast 12% auf 0,47 € pro Aktie.

Reines Immobiliengeschäft ist out

Auch Unibail-Rodamco versucht mit neuen Angeboten seine Kunden und Mieter zu überzeugen. Das Geschäft mit Immobilien läuft zwar gut, aber es fehlt an den wichtigen Wachstumsimpulsen, die für Anschlussfinanzierungen und Akquisitionen notwendig sind.

Deshalb verlagert Unibail seinen operativen Schwerpunkt auf das stark wachsende Projekt- und Tagungsgeschäft. Dieser Geschäftsbereich erzielte ein Umsatzwachstum von 29% und wird für die gesamte Konzernentwicklung immer wichtiger.

CK Hutchison Holdings profitiert dagegen fast ausschließlich von seinen gut laufenden Beteiligungen. Der Hutchison-Mischkonzern liefert die notwendigen Wachstumsschübe. Das Immobiliengeschäft in China stagniert dagegen.

Selbst nach etlichen Umstrukturierungsmaßnahmen ist keine Besserung in Sicht. Auch die Projekte im Bereich Landwirtschaft brachten nicht die gewünschten Erfolge. Dagegen lief bei Intershop Immobilien Schweiz alles rund.

Zwar wirkten sich die schwierigen Marktbedingungen, die Wechselkurseffekte und die Krisen in Russland, Südeuropa und der Ukraine negativ auf die Geschäftsentwicklung aus, durch die anhaltend hohe Einwanderungsquote konnten Luxusimmobilien aber deutlich teurer verkauft oder vermietet werden.

Mega-Fusion ist in vollem Gange

GAGFAH und die Deutsche Annington wollen sich zusammenschließen. Damit entsteht einer der größten Immobilienkonzerne Europas. Die Fusion wurde bereits Ende Januar von 74% der GAGFAH-Aktionäre bestätigt. Für 14 GAGFAH-Aktien legt die Annington 122,52 € und 5 Annington-Aktien auf den Tisch.

Jetzt muss noch das zuständige Kartellamt den Zusammenschluss genehmigen. Der neue Immobilienriese würde nach der Übernahme über 350.000 Wohneinheiten in Deutschland verfügen. Die meisten Immobilien befinden sich im Ruhrgebiet.

Das Portfolio umfasst einen Gesamtwert von 21 Mrd €. Der Zusammenschluss sollte Ende des Jahrs abgeschlossen sein. Den neu entstandenen Konzern werden wir dann in die Aktien-Analyse aufnehmen.

17. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt