Aktien aus der zweiten Reihe: Mayr-Melnhof und UPM-Kymmene Karton

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Die Aktien der Unternehmen Mayr-Melnhof und UPM-Kymmene Karton hat kaum ein Anleger auf dem Schirm, ein Fehler wie ich finde. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Mayr-Melnhof Karton konnte mit einem starken 2. Quartal die gute Entwicklung seit Jahresbeginn fortführen.

So stieg der Umsatz im 1. Halbjahr um 1,8% auf 1,17 Mrd. €, wobei der Zuwachs aus beiden Sparten resultierte. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 11,9% auf 114,3 Mio. €. Einem Ergebnisanstieg bei MM-Karton stand ein Rückgang bei MM-Packaging gegenüber. Insgesamt verbesserte sich die EBIT-Marge aber von 8,9 auf 9,8%. Unterm Strich hat Mayr-Melnhof Karton 16,5% mehr verdient. Die Entwicklung am europäischen Kartonmarkt zeigte sich ausgeglichen, jedoch bei intensivem Wettbewerb.

Mayr-Melnhof Karton verfolgt konsequent die Entwicklung organischer Wachstumsmöglichkeiten inner- und außerhalb Europas

Mit einem vorteilhaften Produktmix, höheren Preisen und hoher Auslastung gelang MM Karton ein erfreulicher Ergebnisanstieg. Die disziplinierte Preispolitik sowie der Fokus auf den verstärkten Absatz neuer Produkte mit hoher Wertschöpfung wurden fortgesetzt. Mit MMK digital wurde Ende März der erste digitale Verkaufs- und Service-Kanal in der Kartonindustrie zur Verfügung gestellt. Mit einem breiten Absatzspektrum in der Konsumgüterverpackung und der Spezialisierung auf die Anforderungen einzelner Branchen gelang MM Packaging weiteres Wachstum bei Umsatz und Menge sowie eine hohe Auslastung der Werke.

Gleichzeitig stand jedoch die EBIT-Marge aufgrund vorausgegangener Kartonpreiserhöhungen und Kostensteigerungen für Transport und Logistik weiter unter Druck, da entsprechende Preiserhöhungen nur schwer im Markt umgesetzt werden können.

Unternehmensporträt

Die Mayr-Melnhof Gruppe wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet und ist der weltweit größte Hersteller von Recyclingkartons, Europas führender Produzent von Faltschachteln sowie ein bedeutender europäischer Verpackungshersteller für Zigaretten und Süßwaren. Die Leistungen von Mayr-Melnhof konzentrieren sich ausschließlich auf diese Kernbereiche, die in drei operativen Segmenten geführt werden.

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UPM-Kymmene hatte erneut ein erfolgreiches Quartal

Die Nachfrage war weiterhin stark, und es konnten für die meisten Produkte Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Im 2. Quartal hat der Umsatz um 5% auf 2,59 Mrd. € zugenommen. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 24% auf 334 Mio. €. Dabei haben Wartungsarbeiten das EBIT mit rund 90 Mio. € belastet. Die früheren Probleme bei der Holzernte und Logistik wurden gelöst und haben das EBIT nicht mehr beeinträchtigt. Die Sparte Papier erfreute sich einer guten Nachfrage.

Obwohl UPM die Preise erhöhte, konnten die höheren Zellstoffkosten nicht vollständig ausgeglichen werden. Die Sparte Biorefining, in dem die Schnittholz-, Zellstoff- und Biokraftstoffaktivitäten zusammengefasst sind, hat mit deutlichen Ergebnisverbesserungen abgeschlossen. Das EBIT legte um 18% auf 155 Mio. € zu. Der Umsatz hat mit 694 Mio. € den Vorjahreswert um 10% überstiegen. Das Ergebnis hat aufgrund von Preisanhebungen für Schnittholz, Zellstoff und Biokraftstoff in Zusammenhang mit einer zufriedenstellenden Nachfrage zugenommen.

Durch Preiserhöhungen konnten gestiegene Rundholzkosten ausgeglichen werden

Das EBIT der Sperrholzsparte Plywood hat sich um 7% auf 16 Mio. € erhöht. Der Umsatz ging allerdings um 2% auf 125 Mio. € zurück. Der geringere Umsatz ist auf den um 4% auf 206.000 m³ gesunkenen Sperrholzabsatz zurückzuführen. UPM hat bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Wir rechnen damit, dass sich diese positive Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird.

Unternehmensporträt

Der drittgrößte Papierhersteller der Welt ging 1996 aus dem Zusammenschluss der Kymmene Corporation mit Repola und deren Tochterunternehmen United Paper Mills hervor. Heute gliedert sich UPM-Kymmene in fünf Bereiche: Biorefining, Energie, Raflatac, Papier und Zellstoff. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Fabriken in 15 Ländern, schwerpunktmäßig in Europa.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.