Aktien der Papier-Branche: Klare Gewinner und Verlierer im Preiskampf

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In einem schwierigen Marktumfeld kämpfen die Papierhersteller mit sinkenden Verkaufspreisen, was kräftig auf die Margen drückt. (Foto: meinikof / shutterstock.com)

Die Papier-Branche befindet sich in einem wirtschaftlichen Dilemma. Das Marktumfeld ist ausgesprochen herausfordernd. Die Papierhersteller haben mit sinkenden Verkaufspreisen zu kämpfen. Es herrscht ein Abnahmedruck. In dem Oligopol aus International Paper, Sappi, Stora Enso, Svenska Cellulosa und UPM-Kymmene herrscht ein Preiskampf, in dem aber klare Gewinner und Verlierer erkennbar sind.

Hohe Investitionen belasten die Zahlen

Abgeschlagen sind International Paper und Sappi. Beide Konzerne kämpfen mit sinkenden Umsätzen und deutlichen Gewinneinbrüchen. Die Verkaufspreise sinken, und die Kosten für die Rohstoffe steigen. Die Margen stehen unter Druck. Aufgrund des harten Wettbewerbs können die gestiegenen Produktionskosten nicht an die Kunden weitergegeben werden. Aufgrund der angespannten Situation muss kräftig investiert werden, um nicht den Anschluss an die Konkurrenten zu verlieren. Diese Sonderausgaben belasten die Geschäftsentwicklung zusätzlich.

Besser aufgestellt ist Stora Enso. Die zahlreichen Partnerschaften und Joint Ventures überzeugen mit ihren langfristigen Wachstumsaussichten. Doch auch der zweitgrößte Papierkonzern der Welt muss kräftig investieren. Es wurden Investitionen von bis zu 600 Mio. € angekündigt und schon teilweise umgesetzt. Der jüngste Gewinneinbruch ist also keine Überraschung.

Wachstum bei sinkenden Preisen

Doch es geht auch anders. UPM-Kymmene und Svenska Cellulosa haben sich hervorragend im Markt positioniert und frühzeitig investiert. UPM hat im 1. Halbjahr seinen Wachstumskurs bestätigt. Der Umsatz stieg um 3,8% auf ein neues Rekordniveau von rund 5,3 Mrd. €. Dieses Wachstum ließ sich UPM einiges kosten. Unterm Strich ging der Gewinn um 4,6% auf 1,03 € pro Aktie zurück. Dagegen verbesserte sich der Cashflow um 38,7% auf 756 Mio. €. Bei Svenska stieg der Umsatz um 13,6% auf ein neues Rekordniveau von über 10,3 Mrd. €. Das EBITDA legte um 31% auf 2,9 Mrd. € zu.

Die Asiaten werden immer besser

Wenn es um Schreibwaren und Bürobedarf geht, sind BIC und edding eine Institution, die mit ihren Markenprodukten den Markt dominieren. Doch die Konkurrenz wird immer besser und preiswerter. Der Wettbewerb mit Schreibwaren ist hart. Asiatische Konkurrenten strömen mit Billigangeboten auf die internationalen Märkte. Noch verfügen BIC und edding über ein Qualitätsimage, das aber teuer verteidigt werden muss. Im direkten Vergleich ist BIC im Bereich Schreibwaren besser aufgestellt als edding. Der Umsatz bei BIC blieb zwar auf dem Vorjahresniveau von 960 Mio. €, dafür verbesserte sich der Gewinn um mehr als ein Viertel auf 1,99 € pro Aktie.

Bei edding musste dagegen ein deutlicher Umsatzrückgang bei den Schreibwaren verzeichnet werden. Dafür überzeugte uns edding im Bereich der Visuellen Kommunikation. Der noch kleine Geschäftsbereich konnte starke Zuwächse erzielen und wird künftig für die Geschäftsentwicklung immer wichtiger werden. Aktuell macht dieser Geschäftsbereich fast ein Viertel des Gesamtumsatzes aus.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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