Aktien: Insider und Unternehmen auf der Käuferseite

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Während viele Anleger aus Angst vor dem Coronavirus in Panik Aktien verkaufen, sammeln die Unternehmen und die Insider diese günstig ein. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Während sich in den vergangenen Tagen viele Anleger aus Angst oder gar in Panik (aufgrund des Coronavirus) zu teils absurd niedrigen Kursen von ihren Aktien getrennt haben, stehen die sogenannten Unternehmensinsider und auch die Unternehmen selbst in diesen Tagen auf der Käuferseite. Schauen wir uns zunächst an, wer kauft.

Insiderkäufe gab es zuletzt (einschließlich heute) beispielsweise bei Grenke, Defama Deutsche Fachmarkt, DIC Asset, Fresenius, Immofinanz, Tui, Deutsche Beteiligungs AG, Krones, NanoFocus, Eckert & Ziegler, Datron, Cliq Digital und Pantaflix.

Auch Aktienrückkäufe seitens der Unternehmen gibt es gleich mehrfach: Allein heute haben der Fotodienstleister Cewe Color und der Autovermieter Sixt angekündigt, eigene Aktien zurückkaufen zu wollen.

Sie sehen: Während viele Anleger (vor allem Privatanleger) Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots werfen, freuen sich die Unternehmen selbst und die Vorstände und Aufsichtsräte (sogenannte Insider), die Aktien günstig einsammeln zu können. Schauen wir uns jetzt noch an, wie sich sogenannte Insiderkäufe und Aktienrückkäufe auswirken (können).

Wie sich Aktienrückkäufe auswirken

  1. Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).
  2. Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividenden-Rendite.
  3. Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  4. Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Sie sollten nicht nur auf Aktienrückkäufe achten

Aktienrückkäufe können sich also durchaus positiv auswirken und tun dies in sehr vielen Fällen auch. Dennoch sollte ein Aktienrückkauf-Programm für Sie als Anleger nicht als alleiniges Kaufargument für eine Aktie reichen.

Wählen Sie daher Aktien aus, die den Spagat aus Aktienrückkäufen, Dividenden-Ausschüttungen, ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder schaffen. Damit stehen Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf der Gewinnerseite.

Wie Insider-Transaktionen einzuordnen sind

Kommen wir nun zu den Insiderkäufen: Grundsätzlich dürften Sie mir beipflichten, dass es durchaus sinnvoll sein kann, sich beim Aktienkauf an Personen zu orientieren, die Informationen aus 1. Hand haben und direkt an der Quelle sitzen.

Folglich ist es in vielen Fällen durchaus sinnvoll, den sogenannten Insidern (also Vorständen, Aufsichtsräten usw.) zu folgen, also zu kaufen, wenn die Insider kaufen und zu verkaufen, wenn diese verkaufen. Schließlich kennt niemand die Unternehmen so gut wie die Vorstände und Aufsichtsräte.

Allerdings sollten Sie beachten, dass es nicht automatisch ein gutes Zeichen sein muss, wenn ein Insider Aktien des eigenen Konzerns kauft und nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, wenn Insider Aktien verkaufen.

Denn nicht immer kaufen Insider Aktien, weil sie diese für unterbewertet halten und nicht immer verkaufen Insider Aktien, weil sie diese für fair oder überbewertet halten. Sie sollten daher niemals nur auf die Insiderkäufe und -Verkäufe achten, sondern stets auch einen Fundamental-Check vornehmen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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