Aktien: Rückblick 2013 – Gewinner und Verlierer

Am letzten (verkürzten) Handelstag des Jahres musste der deutsche Leitindex DAX ein paar Punkte abgeben. Der DAX verlor 0,4% und beendete mit 9.552 Punkten das Börsenjahr 2013.

Rückblickend können sich viele Aktionäre auch in diesem Jahr über zweistellige Gewinne freuen. So hat der DAX im Jahresverlauf um 25% zugelegt, der Dow Jones in den USA um 20% und der Weltindex MSCI World um 18%.

Auf den ersten Blick war es also in den vergangenen 12 Monaten ein Kinderspiel, am Aktienmarkt viel Geld zu verdienen. Doch der erste Eindruck trügt.

Der DAX kannte auch Verlierer

Der deutsche Leitindex DAX besteht bekanntlich aus 30 Einzelwerten. Die Gesamtbilanz liegt – wie oben beschrieben – auf Jahressicht bei +25%. Es gab jedoch nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer.

6 der 30 DAX-Werte mussten auf Sicht von 52 Wochen Kursverluste hinnehmen. Immerhin 3 DAX-Werte verloren sogar zweistellig.

Einsames Tabellenschlusslicht ist die K+S-Aktie. Der Salz- und Düngemittelhersteller litt besonders stark darunter, dass in Osteuropa ein Kali-Kartell geplatzt ist. Es kam die Befürchtung auf, dass der Kali-Markt mit Billigprodukten überflutet wird.

In den vergangenen Wochen gab es eine positive Gegenbewegung, da einige Entwicklungen in Russland und Weißrussland dafür sprechen, dass ein neues Kali-Kartell entstehen wird (das wäre gut für die Kali-Verkäufer, aber schlecht für die Landwirte als Kali-Käufer), aber das Börsenjahr 2013 war für die K+S-Aktionäre nicht mehr zu retten.

Es ist auffällig, dass in den vergangenen Jahren oft (ehemals) grundsolide DAX-Unternehmen wie Eon, RWE und K+S am Tabellenende lagen. Das liegt daran, dass Ereignisse wie die plötzlich erzwungene Energiewende oder die Auflösung des Kali-Kartells vorab nicht einkalkuliert werden konnten. Gegen einen solchen „Blitzeinschlag“ können Sie sich als Aktionär nur schwer schützen.

Einzelne Länder deutlich im Minus

Die negativen DAX-Werte sind nicht der einzige Grund, warum wir die Probleme des Börsenjahres 2013 leicht übersehen. In den Nachrichten tauchen fast immer nur die großen Indizes DAX (Deutschland), EuroStoxx (Europa) oder Dow Jones (USA) auf. Diese Märkte liefen 2013 gut.

Aber es gab auch viel Schatten. Eine kleine Auswahl: Indische Aktien haben 2013 rund 8% verloren, chinesische Aktien 9%, russische Aktien knapp 10%, brasilianische Aktien 30% und türkische Aktien sogar 35%. Die Aktien aus den Schwellenländern haben im Durchschnitt rund 10% verloren.

Wer die beliebten BRIC-Produkte im Depot hat (BRIC ist die Abkürzung für Brasilien, Russland, Indien und China) hat gleich 4 Verlierer-Märkte im Depot vereint. Das Ergebnis ist entsprechend schlecht.

Verlierer sind für den Gesamtmarkt ein gutes Zeichen

Für die betroffenen Aktionäre ist es ärgerlich, wenn eine Aktie die Rally des Gesamtmarktes nicht mitmacht und am Ende des Jahres sogar ein Minus aufweist. Allerdings gibt es auch positive Aspekte.

Denn: Wenn alle Aktienkurse steigen und die Liquiditätsflut und die euphorische Börsenstimmung auch schwache Werte nach oben treibt, dann deutet das sehr stark auf eine spekulative Blase hin. Die Aktionäre kaufen dann „blind“ und ignorieren negative Nachrichten.

Aus dieser Perspektive ist es positiv, dass gleich 6 DAX-Werte (und international ganze Länder-Indizes) die Rally nicht mitgemacht haben und von den Investoren abgestraft wurden. Das zeigt, dass die Investoren Gewinnwarnungen und erhöhte Risiken beachten und entsprechend reagieren.

Von einer spekulativen Blase kann also noch nicht die Rede sein, wenn wir die Entwicklung des globalen Aktienmarktes betrachten. Das ist die gute Nachricht beim Blick auf das Börsenjahr 2013.

30. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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