Aktien stark, Gold schwach: Gemischter Start in die neue Woche

Die Vorhersagen an den Börsen sind extrem schwierig; das gilt nicht nur für langfristige Prognosen. Das gilt vor allen Dingen auch für das Tagesgeschäft.

Aber manchmal ist es auch deutlich einfacher. Heute ist so ein Tag:

Ausgang der Frankreich-Wahl war leicht prognostizierbar

Alles spricht heute über den Wahlausgang in Frankreich. Positiv zu bewerten ist auf jeden Fall schon einmal, dass die Wahl so ausgegangen ist, wie die Wahlforscher es erwartet haben.

Genau das hat zuletzt häufig nicht geklappt wie beispielsweise die BrExit-Entscheidung in Großbritannien und der Ausgang der US-Wahl klar gezeigt hat.

Nun haben, wie erwartet, die Rechtspopulistin Marine Le Pen und der unabhängige Kandidat Emanuel Macron am 7. Mai die Stichwahl erreicht.

Europaweit reagieren die Börsen sehr positiv auf das Ergebnis.

Denn so wie es jetzt aussieht, wird der unabhängige Kandidat Macron der nächste Präsident in Frankreich, und damit wird ein weiteres Land den euroskeptischen Kurs verhindern können.

Auf Basis dieses Ergebnisses ziehen die Kurse eben massiv an:

So springt der DAX erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 12.400 Punkten. An der Börse in Paris steigen die Kurse sogar um mehr als 5%.

Was aber auch zu erwarten war, zeigt der Blick auf die Rohstoffe: Dort geht es klar nach unten und der Goldpreis verliert heute beispielsweise 1%.

„Politische Börsen haben kurze Beine“ – Schnelle Korrektur gut möglich

Wir sehen ganz klar eine politische Reaktion an den Börsen. Doch Sie kennen sicherlich auch das alte Sprichwort: “Politische Börsen haben kurze Beine.“

Ich rechne also nicht damit, dass sich die weiterhin extrem positive Stimmung an den Börsen einfach so fortsetzen wird.

Was wir derzeit erleben, ist nämlich ein extremes Ausblenden von nachweislich bestehenden Risiken an den Finanzmärkten.

Und so wie jetzt das Wahlergebnis in Frankreich als positives Signal für die Finanzmärkte angesehen wird, müssten eigentlich viele Krisen derzeit als negatives Signal an den Börsen gewertet werden.

Doch genau das passiert nicht:

Der Global Economic Pulse Index

So wird in den USA der Global Economic Pulse Index berechnet. Hier weisen Ökonomen die globalen wirtschaftspolitischen Risiken anhand von Zeitungsmeldungen aus.

Dieser Index hat zuletzt Rekordstände erreicht. Doch wie reagieren die meisten Investoren darauf? – Mit Käufen und weiter steigenden Kursen.

Dieses Verhalten ist nicht wirklich nachvollziehbar und ich erwarte auf jeden Fall eine stärkere Einbeziehung der Risikofaktoren an den Finanzmärkten.

Wenn das so kommen sollte, wird Gold wieder stark als Absicherung für die Krise gefragt sein. Mit rund 1.270 Dollar notiert die Feinunze Gold immer noch auf einem attraktiven Niveau.

24. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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