Aktien: Unternehmensinsider greifen beherzt zu

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Während viele Anleger in Panik Aktien verkaufen, sammeln die Unternehmen und die Insider diese günstig ein. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Einiges spricht dafür, dass wir in diesen Tagen den finalen Ausverkauf an den Börsen erleben. Der DAX beispielsweise hat seinen Buchwert derzeit bei rund 8.100 Punkten und fiel zuletzt auf unter 8.300 Punkte. Wenn Sie ein Unternehmen unter seinem Buchwert kaufen können (aktuell bei einigen DAX-Unternehmen der Fall), das Unternehmen aber gleichzeitig nicht akut von einer Pleite bedroht ist, sind zukünftige Kursgewinne beinahe sicher.

Das sehen auch viele sogenannte Unternehmensinsider aktuell so und kaufen seit Tagen und teilweise sogar seit Wochen im großen Stil Aktien der eigenen Unternehmen.

Unternehmensinsider sind Personen, die leitende Aufgaben in den Unternehmen einnehmen (Vorstände, Aufsichtsräte, etc.) oder eng mit ihnen verbundene Personen. Wenn diese Personen Aktien der eigenen Unternehmen kaufen, spricht man von sogenannten Insiderkäufen, bei Verkäufen entsprechend von Insiderverkäufen.

Warum es oft positiv ist, wenn die Insider zugreifen, erfahren Sie zum Schluss. Zunächst möchte ich Ihnen einen Überblick über die jüngsten Insiderkäufe geben.

Überblick über die jüngsten Insiderkäufe

Gekauft haben die Unternehmensinsider alleine heute und gestern bei den folgenden Unternehmen (ich führe nur die bekannteren auf): Deutsche Post, Schaeffler, Knorr-Bremse, Softing, Deutsche Industrie REIT, Deutsche Konsum REIT, Symrise, HelloFresh, Dialog Semiconductor, Immofinanz, Shareholder Value Beteiligungen, Fresenius, Einhell, Schaltbau, Jost Werke, Basler AG, Ringmetall, Varta und Stabilus.

Dabei wurden teilweise deutlich sechsstellige und auch siebenstellige Beträge in die Hand genommen. Vor einigen Tagen hat beispielsweise der Metro-Chef Olaf Koch für über 1 Mio. Euro Metro-Aktien gekauft.

Wie Insider-Transaktionen einzuordnen sind

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass der bereits vorgestellte Personenkreis (Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige) deshalb als Insider bezeichnet wird, weil diese Personen das Unternehmen besser kennen als Außenstehende und über Informationen direkt aus dem Konzern verfügen.

Grundsätzlich dürften Sie mir beipflichten, dass es durchaus sinnvoll sein kann sich beim Aktienkauf an Personen zu orientieren, die Informationen aus 1. Hand haben und direkt an der Quelle sitzen.

Folglich ist es in vielen Fällen durchaus sinnvoll, den sogenannten Insidern (also Vorständen, Aufsichtsräten usw.) zu folgen, also zu kaufen, wenn die Insider kaufen und zu verkaufen, wenn diese verkaufen. Schließlich kennt niemand die Unternehmen so gut wie die Vorstände und Aufsichtsräte.

Allerdings sollten Sie beachten, dass es nicht automatisch ein gutes Zeichen sein muss, wenn ein Insider Aktien des eigenen Konzerns kauft und nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, wenn Insider Aktien verkaufen.

Denn nicht immer kaufen Insider Aktien, weil sie diese für unterbewertet halten und nicht immer verkaufen Insider Aktien, weil sie diese für fair oder überbewertet halten. Sie sollten daher niemals nur auf die Insiderkäufe und -Verkäufe achten, sondern stets auch einen Fundamental-Check vornehmen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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