Aktienanalysen: Airbus, ProSiebenSat.1 und Evraz PLC

Wir lassen den DAX links liegen und konzentrieren uns auf die erfolgreichsten Aktien der vergangenen drei Monate. Hier sind wichtige Punkte erreicht. (Foto: vaalaa / Shutterstock.com)

Weil der DAX weiter unter der 12.600 Punktemarke feststeckt, widmen wir uns heute einmal drei Gewinnern. Und zwar den besten Aktien aus den vergangenen drei Monaten von ganz unterschiedlichen Indizes.

Airbus hebt ab

Für die meisten Anleger wird Airbus eine der bevorzugten Aktien sein. Die Kurse laufen konstant seit zehn Jahren nach oben. Klar, zwischendurch gab es ein paar Phasen, in denen wurde es turbulenter, aber letztlich wurden Sie für das Halten belohnt.

Airbus hat in den letzten drei Monaten 15 Prozent zugelegt und führt damit über diesen Zeitraum den MDAX an. Auf 10-Jahressicht liegt das Plus sogar bei 411 Prozent. Das kann sich sehen lassen!

Der Chart zeigt die bevorstehende spannende Hürde: 100 Euro. Heute sind wir bereits einmal daran gelaufen. Was passiert bei dieser Marke? Es könnte nach den sehr steilen letzten Tagen wieder etwas bergab gehen. Das wäre zumindest für den weiteren Anstieg durchaus nützlich, damit es zu keiner Überhitzung kommt. Die 200-Tagelinie – in Blau eingezeichnet – hält die Kurse auch konstant oben.

Die Aktie hat im März 2009 am Ende der Schuldenkrise (aus Chartsicht) am tiefsten Punkt 8,19 Euro gekostet. Der Kursanstieg ist also mehr als eine Verzehnfachung innerhalb dieser Zeit. Vor zehn Jahren stand der Kurs noch höher, deshalb die obigen 411 Prozent Zuwachs, weil wir da im Bereich um die 20 Euro lagen.

ProSiebenSat.1 – das Sorgenkind macht uns Freude

Der Absturz von ehemals 50 Euro pro Aktie ist schon fast wieder vergessen. Selbst das vergangene Jahr müssen wir einfach akzeptieren und abhaken. Die Trendwende kam Mitte November 2017: Bei unter 25 Euro – nach einer Kurshalbierung innerhalb von zwei Jahren – drehten die Preise. Inzwischen ist sogar die 200-Tagelinie geknackt! Und die Kurslücke vom Sommer ist auch gestopft worden. Das alles zusammen sieht richtig stark aus.

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Nächster Widerstand ist der Bereich um die 35 Euro. Da gab es im Sommer einen Dämpfer, als die Kurse noch höher steigen wollten. Und danach wären sogar wieder Kurse um die 38 Euro möglich. Wer hätte das noch vor drei Monaten gedacht. Seitdem konnte die Aktie 22,69 Prozent zulegen und führt damit den DAX an. Die Deutsche Bank hat im selben Zeitraum übrigens 17 Prozent verloren.

Evraz PLC – Geheimtipp in Russland?

Diese Aktie führt den 3-Monatschart der FTSE 100 an. Das ist der wichtigste britische Bankenindex und da dürfen auch russische Aktien mitspielen, wenn sie denn von einer bedeutenden Holdinggesellschaft kommen. Evraz ist einer der größten Mogule im Bereich Stahl- und Eisenerz-Produktion. In der Ural-Region und in Sibirien stehen deren große Werke.

Und die Aktie läuft gerade allen davon. Vor allem auf 3-Monatssicht. 46 Prozent Rendite konnten Anleger damit verdienen. Warum ist dort so viel Profit möglich? Der Aktienkurs an sich sieht relativ unspektakulär aus. Sehen Sie selbst.

Knackpunkt ist hier wieder einmal der Preis. Die Aktie ist extrem günstig. Auch jetzt noch, nachdem sie im vergangenen Jahr um 77 Prozent gestiegen ist. Die Marktkapitalisierung von 7 Milliarden Euro wirkt schier lächerlich. 36,77 Prozent sind davon im Freeloat, also auf dem Markt verteilt. Der Rest liegt bei Lanebrook Limited und damit der Holding im Rücken.

Nachdem die Aktie noch relativ jung ist, sagen die Durchschnittslinien nicht allzuviel aus. Vielleicht ist bei 5 Euro auch vorerst ein Ende erreicht. Wäre allerdings überraschend. Langfristig sollte die Aktie mit ihrer aktuellen Performance noch fleißig steigen können. Jedoch gilt es wie in China zu bedenken, dass es nicht ganz so einfach ist, die russischen Zahlen nachzuvollziehen. Soll heißen: Wenn Sie sich die Aktie jetzt genauer anschauen und auch die fundamentalen Daten zu Hilfe nehmen – es muss nicht sein, dass Sie alle korrekten Werte vorliegen haben.

Die Entscheidung bleibt bei Ihnen – was alle drei Aktien hier angeht. Nur weil die letzten drei Monate gut liefen, muss es nicht so weitergehen. Schließlich stehen auch die ersten beiden Aktien hier kurz vor einem möglichen kurzfristigen Widerstand.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.