Aktienanleihen bringen mehr als 10,3% Zinsen – Die Analyse

BMW ist eine Weltfirma. Dies haben sich sicherlich viele Investoren gedacht, die aktuell eine so genannte Aktienanleihe von BMW kaufen.

„Von“ ist leider der falsche Begriff. Wenn Sie Ihre Vorsorge sichern wollen, müssen Sie wissen – es ist eine Anleihe, mit der das Unternehmen selbst nichts zu tun hat.

Optimieren Sie daher für sich Rendite und Sicherheit gleichzeitig – gerade dieser Tage.

Wichtig: Emittentin kassiert

Alleine die Bank, welche eine solche Anleihe emittiert, profitiert von dem Papier. Konkret geht es hier um die Aktie von BMW und eine „Aktienanleihe“, deren Verzinsung und Rückzahlung gleichzeitig davon abhängen, wie sich die Aktie entwickelt. Das ist ein himmelweiter Unterschied zu Unternehmensanleihen.

Aktienanleihen bringen einen festen Zins: dies ist bei einer jetzt massiv beworbenen BMW Aktienanleihe eine Rendite von 10,3%. Achtung: das Papier hat ein bestimmtes Laufzeitende.

Unterschreitet der Aktienkurs zum Laufzeitende eine definierte Schwelle – hier von 33,60 Euro – kann die Bank Ihnen statt Ihres Geldes auch Aktien von BMW auf das Konto buchen. Diese werden so bewertet, als seien sie 33,60 Euro wert, auch wenn sie am Markt nur einen Kurs von 25,00 Euro hätten – beispielhaft.

Damit aber können Aktien-Anleihen schnell zu einem eklatanten Minusgeschäft für Sie werden. Die Laufzeit der hier vorgestellten BMW Aktienanleihe endet am 20.12.2012. Läuft das Geschäftsjahr schlecht, erhalten Sie zwar 10% Zinsen, müssen aber über die Aktie sogar mit Gesamtverlusten rechnen. Wichtig dabei ist: BMW selbst hat mit diesem Papier rein gar nichts zu tun.

Ratschlag: Finger weg

Aus diesem Grund ist diese „Anleihe“ eine bewusste Irreführung, meine ich. Der Name BMW soll unterstellen, BMW habe etwas mit dem Rückzahlungsbetrag und der Sicherheit zu tun. Das ist nicht der Fall, Sie werden zum Aktionär, dessen Gewinne nach oben gedeckelt sind.

Achtung: Eine Alternative zu Aktienanleihen dieser Art sind die Aktien selbst. Die Rendite wird in aller Regel nicht schlechter sein:

  • Bei einer Dividendenrendite von 3% kassieren Sie bereits ein Drittel dessen, was die Aktienanleihe abwirft.
  • Durch den Verzicht auf ein Laufzeitende kassieren Sie mögliche Aktiengewinne, wann immer Sie wollen.
  • Der Gewinn ist anders als bei Aktien-Anleihen nicht nach oben gedeckelt.
  • Der Markt für Aktien läuft besser – Sie können überall zu jeder Zeit verkaufen.

Ich meine: Die Aktie ist die bessere Alternative. Noch besser sind Sie beraten, wenn Sie als Zinsalternative Wandelanleihen kaufen. Damit liegt das Recht des Umtausches in Aktien bei Ihnen, nicht bei der Bank. Kaufen Sie angesichts des knappen Angebotes allerdings einen Fonds auf mehrere Wandelanleihen.

9. November 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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